Tee
Buddhas Kleines Geheimnis
Nach vier Jahren heute mal wieder Buddhas Kleines Geheimnis geöffnet. So eine Tasse macht noch immer glücklich. Selbst einen Teesnob wie mich.
2019 Thailand Wawee Mi Xiang Hong Dancong
Heute kam eine kleine Teelieferung.
- 2026 Flugtee Darjeeling Goomtee DJ1
- 2019 Thailand Wawee Mi Xiang Hong Dancong
- Buddhas Kleines Geheimnis
- Bio Silver Needle Premium, Bai Hao Yin Zhen
Buddhas Kleines Geheimnis hat mich vor Jahren schon mal begeistert und Flugtee geht immer. Und auf den Dancong war ich ziemlich neugierig und habe ihn direkt heute ausprobiert.
Zubereitung im Gaiwan: ca. 120 ml; ca. 3,3 g und 30 Sekunden mit ungefähr 95 °C heißem Wasser ziehen lassen.
Und wie schmeckt er nun? Aroma der heißen Tasse verspricht viel Süße und Honig.
Erster Aufguss
Interessant, weniger süß als das Aroma angedeutet hat. Honigartig, ohne überwältigende Süße.
Diese Diskrepanz zwischen Nase und Gaumen ist bei guten Dancongs oft genau das, was sie interessant macht. Das Aroma verspricht süß, aber im Mund bleibt es ausgewogen, fast trocken-elegant. Bei einem Mi-Xiang-Stil hätte man eigentlich mehr Süße erwartet, aber die Reifung seit 2019 hat die wahrscheinlich beruhigt und in Richtung Tiefe statt Wucht verschoben.
Ein Hauch fruchtig am Gaumen, aber nur schwer zu greifen, eventuell Steinobst und getrocknete Früchte, ohne sich festlegen zu lassen. Das gehört zum Charakter der Sortengruppe: aromatisch komplex, aber selten plakativ.

2019 Thailand Wawee Mi Xiang Hong Dancong
Zweiter Aufguss
Der zweite Aufguss gewinnt an Würze. Die Adstringenz, die im ersten Aufguss nur als feine Struktur angedeutet war, tritt jetzt selbstbewusster hervor und gibt dem Tee Rückgrat. Das unterscheidet Dancongs von vielen anderen Oolongs: Sie sind nicht nur aromatisch, sondern haben diese fast tanninartige Präsenz im Mund, die an einen guten Schwarztee erinnert. Bei einem stärker oxidierten „Hong“-Stil tritt das noch deutlicher hervor.
Bei gereiften, oxidierten Dancongs verschiebt sich das Profil oft vom floral-süßen Auftakt hin zu etwas Dunklerem, fast Gewürzhaftem ab dem zweiten Aufguss. Warmes Holz, geröstete Nüsse oder ein Hauch dunkler Brotteig sind keine Seltenheit. Die Honignote tritt zurück und macht Platz für die Struktur dahinter.
Dritter Aufguss
Die Adstringenz ist gleich dem vorigen Aufguss. Der Duft ist würzig. Aber das würzige Aroma am Gaumen hat stark nachgelassen. Es bleibt die etwas undefinierbare, leicht fruchtige Note.
Die flüchtigen Aromastoffe geben sich früher geschlagen als die Gerbstoffe, die noch einige Aufgüsse mitmachen. Was übrig bleibt, ist oft genau diese ruhige, schwer greifbare Frucht im Hintergrund.
Vierter Aufguss
Ich habe den vierten Aufguss jetzt ca. 50 Sekunden ziehen lassen. Das ist der letzte Aufguss. Hat leider keine Substanz mehr. Ich bin mir nicht sicher, ob man den Aufguss überhaupt noch machen muss. Vielleicht hätte ich den dritten nur 20 Sekunden ziehen lassen sollen. Das probiere ich beim nächsten Mal aus.
Fünfter Aufguss
Ich habe dem Aufguss mal 150 Sekunden gegönnt, um zu sehen, ob ich dem Tee noch eine runde Tasse herauskitzeln kann. Aber nein. Das hat sich nicht wirklich gelohnt.
Fazit
Kein Alltagstee. Die Adstringenz kann manchmal störend wirken. Darauf muss man sich einlassen wollen. Trinkt man den Tee bewusst, kann man an der Komplexität jedoch Spaß haben.
Bio Xian You Honey Black

Bio Xian You Honey Black
Bei der letzten Teebestellung habe ich wieder mal den „Tee des Monats“ mitgenommen. Die Auswahl des Händlers ist nicht selten recht gut. Dieses Mal war es der Bio Xian You Honey Black. Ein stark oxidierter Oolong mit einem, wie ich finde, sehr sanften Charakter. Nicht so süß, wie ich erwartet hätte. Ich denke, das ist ein fantastischer Oolong-Einsteiger-Tee. Würde ich empfehlen.
Zubereitung ist denkbar einfach. Ein nicht gehäufter Teelöffel für einen 100 bis 120 ml-Gaiwan bei ca. 95 °C für 90 Sekunden und mindestens zwei weitere Male mit 30 Sekunden ziehen lassen.
Blindes Vertrauen
Gerade nistet sich ein ganz abscheulicher Gedanke in meinem Kopf ein.
Ich verlasse mich blind auf die Temperatursteuerung meines Wasserkochers. Aber ich habe noch nie wirklich nachgemessen, ob die auch der Wahrheit entspricht.
Was ist, wenn ich seit Jahren Gyokuro nicht mit den gewünschten 55 °C, sondern mit 60 °C oder noch heißer zubereite?
Was ist, wenn ich dem falschen Geschmack nacheifere? Und Tee in Wirklichkeit ganz anders schmeckt.
Mein Sonntagmorgentee
Mein aktueller Zufallstee: Bio Jin Xuan Black
Mein bevorzugter Teehändler gibt zwar in der Regel eine kleine Teerprobe anbei. Aber ich mag es trotzdem noch, einen zufällig ausgewählten Tee mitzubestellen. Ich mache dabei meist auch keine Gefangenen. Wenn mir der Name gefällt und exotisch genug klingt, wird der bestellt.
Manchmal erlebe ich dabei eine positive Überraschung. Manchmal ist der Tee auch nicht mein Fall. Dieses Mal habe ich mich für einen Tee des Monats entschieden. Ja, der scrollte gerade so vor meiner Nase her.

Bio Jin Xuan Black
Der erste Aufguss hatte eine recht ausgeprägte Adstringenz. Mit den nachfolgenden Aufgüssen ging das zurück. Es blieb eine malzige und zunehmend florale Note.
Da ich ja manchmal auch gern einen schwarzen Tee trinke, ist dieser unter wirtschaftlichen Aspekten ein Hit. 100 g für ca. 10 €.
Aufgebrüht habe ich knapp 3 Gramm in einem 120-ml-Gaiwan für 20 Sekunden. Weitere Aufgüsse jeweils ungefähr 5 Sekunden kürzer. Deckt sich mit der Empfehlung des Lieferanten. Allerdings werde ich auch mal ausprobieren, die Ziehzeit nach dem ersten Aufguss zu verändern. Mit den 100 g kann ich ja in Ruhe experimentieren.
Nebeltee
Der letzten Teebestellung lag wieder ein Probierpäckchen bei: Bio China Misty Nebeltee.

Bio China Misty Nebeltee
Auf dem Label steht: Leicht und unkompliziert.
Ich habe die Probe zum Ausprobieren zwar in einem kleinen Gaiwan auf asiatische Weise aufgebrüht. Aber ich denke, der lässt sich auch in einer größeren Kanne auf westliche Weise zubereiten.
Der Tee ist mild, leicht süßlich und macht einen bekömmlichen Eindruck. Kein Fancy-Stuff; einfach nur grüner Tee.
2018 Nanmei O Yang Gushu/Yesheng Blend Mao Cha

2018 Nanmei O Yang Gushu/Yesheng Blend Mao Cha
Ein Blend aus Blattgut von alten Gushus und wilden Yesheng-Teebäumen.
Zubereitung erfolgte in einem Gaiwan aus Porzellan mit einem Fassungsvermögen von ca. 120 ml. Knapp 5 g Tee mit kochendem Wasser aufgebrüht.
Mit den ersten beiden Aufgüssen konnte ich nicht viel anfangen. Die waren durch eine zu starke Adstringenz geprägt. Ab dem dritten Aufguss wurde es angenehmer und der Tee entwickelte eine entfernt fruchtige Note.
Rarität hin oder her. Ich denke, die verbliebenen 45 g werden nicht ausschließlich für Sonntage verbehalten bleiben.
Tie Guan Yin
Ich habe im Asia-Laden heute den bislang günstigsten Tie Guan Yin – Dose unter vier Euro – gefunden und natürlich gekauft. Und zu Hause direkt ausprobiert. Der Tee wäre sicher als Tie Guan Yin zu erkennen, wenn man ihn blind verkosten würde. Und man kann ihn trinken, wenn man nix anderes hat.
Ich denke, das ist ein Tee, den man auch gut mal für eine einzelne Tasse benutzen kann. Wenn man nicht die Muße hat, zahlreiche Aufgüsse zu machen. Der Tee ist bei mehreren Aufgüssen auch nicht sonderlich ergiebig.

Tie Guan Yin
Bio Shibushi Gyokuro Super Premium
Hört man Gyokuro, kommt automatisch der Begriff Umami in den Sinn. Und nicht selten ist das auch die einzige Note, die ein Gyokuro hat. Was schade ist, denn es gibt schon Aromen, die mit einem vollmundigen Umami einhergehen können. Zum Beispiel eine leicht nussige Note passt meiner Meinung nach ungemein gut. Wie man sie beim Shibushi Gyokuro finden kann. Im März hatte ich den Tee schon mal gekauft und er hat mir sehr gefallen und dieses Mal auch.

Im Allgemeinen bevorzuge ich chinesischen Tee, hauptsächlich Sheng Pu-Erh, Oolongs, da diese nicht selten eine Vielfalt an Aromen aufweisen können, was sie interessant macht. Ich denke, daher mag ich den Shibushi, da dieser nicht einfach nur Umami hat, weil Umami halt, sondern mit etwas mehr daher kommt.
Zubereitung:
| Gefäß | Shiboridashi mit ca. 80 ml |
|---|---|
| Menge | zwei knappe Teelöffel; nicht übertreiben |
| 1. Aufguss | 90 s |
| 2. Aufguss | 30 s |
| 3. Aufguss | 20 s |
Bei den Zeitzeiten halte ich mich anfangs an den Vorschlag des Lieferanten. Das passt in der Regel einigermaßen gut. Später kann ich immer noch variieren, wenn ich ein Gefühl habe, wie der Tee eigentlich schmecken sollte.

Das Aroma im zuvor aufgewärmten Shibo wie auch beim Aufgießen ist sehr angenehm und lässt Rückschlüsse auf die leicht nussige Note des Tees zu.

Die Tasse wird recht milchig, beinahe cremig, ist aber bei Weitem nicht dickflüssig, wie man meinen könnte. Ich würde den Tee einfach mal als geschmeckt bezeichnen.

Wahrlich passend für einen Sonntagmorgen.
Neu. Aber zu klein.

Teefilter
Ich habe mir einen neuen Teefilter gegönnt – zu klein.
Wenn ich losen Tee aus einer Kanne oder einem Gaiwan einschenke, vermeide ich mit einem Filter, dass Blattgut in die Schale gelangt, denn das gehört sich nicht. Daher der Aufriss.
Ich hätte beim Bestellen schwören können, dass der vorige auch mittel war und nicht groß war. Vielleicht sollte ich mir beim nächsten Mal einfach die Maße der Filter ansehen. Andererseits ist bei einer Auswahl aus klein, mittel und groß die Wahrscheinlichkeit, einen falschen zu nehmen, doch nicht so groß. Wobei ich die kleine Variante von vornherein ausgeschlossen habe.
Bio Bai Mu Dan

Ein Probierpäckchen aus der letzten Teebestellung. Ich würde ja sagen, wie er ist, aber ich fürchte, ich habe nur eingeschränkten Geruchs- und Geschmackssinn. Habe das auch mal gegengeprüft und meine Nase in etwas Kräftigeres gehalten. Ein Glas eingelegte Gewürzgurken, eine Dose Surströmming. Nix.

Alarmiert habe ich meine beiden letzten Covid-Tests genommen. Den Ersten zum Testen und den Zweiten, um das nicht so unglaublich schöne Ergebnis zu verifizieren. Momentan ist der Unterschied zwischen Heuschnupfen und Covid kaum spürbar.
Vielleicht bewahre ich die zweite Portion noch eine Weile auf. Schön aussehen tut er ja;)
Teereserven aufgefrischt.
Dehong Shai Yesheng Hong Cha 2024

Bereits der erste Schluck dieses außergewöhnlichen Tees entfaltet ein saftig-süßes Aromenspiel mit der Fülle eines ganzen Obstkorbs: vollreifer Pfirsich, Guave, Mango und Birne, abgerundet durch einen Hauch von Wildkirsche und Bergamotte… [Tee Kontor Kiel]
Dem lässt sich nicht wirklich was hinzufügen. Ich habe ca. 3,5 g in einem Gaiwan mit 160 ml aufgebrüht. Angefangen mit den vorgeschlagenen 15 s. Und bei jedem Ausguss 5 s länger.
Die Blätter durften wunderbar, wenn man sie in den vorgewärmten Gaiwan gibt. Auch als ich das Foto gemacht habe und dabei die losen Blätter auf den sehr warmen Deckel (Radius knapp 8 cm) gelegt habe, kroch das Aroma der Blätter schon dezent in meine Nase und hat eine gewisse Vorfreude erzeugt.
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