Tee
Pinglin Baozhong

Geschmacklich liegt der Pinglin Baozhong bei dem Wen-Shan Pouchong, den ich vor Jahren mal hatte. Ich vermute, dass sich die beiden Tees ähnlicher sind, als der Name auf den ersten Blick vermuten lässt. Baozhong und Pouchong bezeichnen exakt denselben Tee. Es handelt sich lediglich um unterschiedliche Umschrift-Varianten desselben chinesischen Begriffs (包種茶). Pinglin gilt als die „Teehauptstadt“ der Region Wenshan.
Beide sind nur leicht oxidiert und verbinden grünen Tee mit Oolong. Er ist weich und sanft und die Teeblätter haben ein herrlich frisches und florales Aroma.
Zubereitung: 3 bis 3,5 g in einem 100 ml Gaiwan mit 95 °C für 60/30/30 s ziehen lassen. Nach dem dritten Aufguss wird der Tee eher fad und das kann man sich ersparen.
neuer Gaiwan

Mein Teehändler hat das Dilemma von gestern mit dem zerbrochenen Gaiwan offensichtlich als Notfall erkannt und keine 18 Stunden nach der Bestellung, stand diesen Morgen um kurz nach neun der Bote mit einem neuen Gaiwan vor der Tür. Und natürlich jede Menge Tee: Xian You Honey Black, Oolong Da Hong Pao China, Pinglin Baozhong.
Der Da Hong Pao ist im Gaiwan und in der Tasse zu sehen und ist nichts für schmalbrüstige Leute. Der ist schon ordentlich oxidiert. Auf die Schnelle würde ich ihn als „interessant“ bezeichnen.
Gerade beim Spülen habe ich meinen Gaiwan zerdeppert. Der Tag fängt ja gut an. So musste ich zwangsweise den chinesischen Tee in einem japanischen Shiboridashi zubereiten. Schmeckt auch irgendwie komisch…
günstiger Tie Guan Yin

Ich probiere mal wieder einen neuen Alltags-Tie-Guan-Yin aus. Ca. 7 € für 100 g, also nur ein Bruchteil des Preises eines High-End-Tie-Guna-Yin.
Tatsächlich schlägt sich das im Geschmack und Aroma nieder. Am auffälligsten ist die Adstringenz im Nachgang des ersten Aufgusses. Vielleicht hilft es beim nächsten Mal, den Tee vor dem ersten Aufguss kurz zu spülen. Und vielleicht bringt auch eine niedrigere Temperatur von knapp 90 °C etwas mehr Süße ins Spiel.
Not my cup of tea
Trotz der Wärme habe ich mir einen Tee gemacht. Einen schönen Dehong Anji Hong Cha aus dem Jahr 2026. Warme Getränke sind im Sommer ohnehin viel gesünder als eiskaltes Wasser. Die Wasserflasche aus dem Kühlschrank muss noch eine Weile stehen, um kühl und bekömmlich zu werden.
2026 Flugtee Bio Darjeeling Singell DJ2
Der letzte Flugtee war so gut, dass ich ihn zweimal nachbestellt habe. Aber nun war er vergriffen. Und ich habe mich für den DJ2 anstelle des DJ1 entscheiden müssen.

Ich könnte nicht sagen, welcher mir lieber ist. Beide sind echt klasse.
Teeprobe: Jeju Sejak
Der Lieferant nennt ihn einen unkomplizierten Alltagsgrüntee mit süßlichen Noten und herrlich cremigem Mundgefüht
. Das trifft’s irgendwo auch. Insgesamt kein Tee, der positiv oder negativ auffallen würde. Wenn man ihn mag, lässt er sich literweise trinken. Zum Ausprobieren habe ich den Tee in einer kleinen Kanne zubereitet.

Da die Kanne etwa 250 ml fasst, habe ich die ganzen ca. 5 g aus dem Probierpäckchen für die Aufgüsse genommen: ~4 g auf 200 ml mit 65-75 °C bei 60 s, 10 s, 10 s. Auf dem Label an der Probe stand sogar 4 g auf 100 ml. Schwer zu sagen, ob das Aroma dann intensiver geworden wäre.
Hmm… Wäre nun nicht meine erste Wahl. Ohne Zweifel trinkbar, aber ich würde da eher zu Alternativen greifen.
Buddhas Kleines Geheimnis gelüftet
Buddhas Kleines Geheimnis
Nach vier Jahren heute mal wieder Buddhas Kleines Geheimnis geöffnet. So eine Tasse macht noch immer glücklich. Selbst einen Teesnob wie mich.
2019 Thailand Wawee Mi Xiang Hong Dancong
Heute kam eine kleine Teelieferung.
- 2026 Flugtee Darjeeling Goomtee DJ1
- 2019 Thailand Wawee Mi Xiang Hong Dancong
- Buddhas Kleines Geheimnis
- Bio Silver Needle Premium, Bai Hao Yin Zhen
Buddhas Kleines Geheimnis hat mich vor Jahren schon mal begeistert und Flugtee geht immer. Und auf den Dancong war ich ziemlich neugierig und habe ihn direkt heute ausprobiert.
Zubereitung im Gaiwan: ca. 120 ml; ca. 3,3 g und 30 Sekunden mit ungefähr 95 °C heißem Wasser ziehen lassen.
Und wie schmeckt er nun? Aroma der heißen Tasse verspricht viel Süße und Honig.
Erster Aufguss
Interessant, weniger süß als das Aroma angedeutet hat. Honigartig, ohne überwältigende Süße.
Diese Diskrepanz zwischen Nase und Gaumen ist bei guten Dancongs oft genau das, was sie interessant macht. Das Aroma verspricht süß, aber im Mund bleibt es ausgewogen, fast trocken-elegant. Bei einem Mi-Xiang-Stil hätte man eigentlich mehr Süße erwartet, aber die Reifung seit 2019 hat die wahrscheinlich beruhigt und in Richtung Tiefe statt Wucht verschoben.
Ein Hauch fruchtig am Gaumen, aber nur schwer zu greifen, eventuell Steinobst und getrocknete Früchte, ohne sich festlegen zu lassen. Das gehört zum Charakter der Sortengruppe: aromatisch komplex, aber selten plakativ.

2019 Thailand Wawee Mi Xiang Hong Dancong
Zweiter Aufguss
Der zweite Aufguss gewinnt an Würze. Die Adstringenz, die im ersten Aufguss nur als feine Struktur angedeutet war, tritt jetzt selbstbewusster hervor und gibt dem Tee Rückgrat. Das unterscheidet Dancongs von vielen anderen Oolongs: Sie sind nicht nur aromatisch, sondern haben diese fast tanninartige Präsenz im Mund, die an einen guten Schwarztee erinnert. Bei einem stärker oxidierten „Hong“-Stil tritt das noch deutlicher hervor.
Bei gereiften, oxidierten Dancongs verschiebt sich das Profil oft vom floral-süßen Auftakt hin zu etwas Dunklerem, fast Gewürzhaftem ab dem zweiten Aufguss. Warmes Holz, geröstete Nüsse oder ein Hauch dunkler Brotteig sind keine Seltenheit. Die Honignote tritt zurück und macht Platz für die Struktur dahinter.
Dritter Aufguss
Die Adstringenz ist gleich dem vorigen Aufguss. Der Duft ist würzig. Aber das würzige Aroma am Gaumen hat stark nachgelassen. Es bleibt die etwas undefinierbare, leicht fruchtige Note.
Die flüchtigen Aromastoffe geben sich früher geschlagen als die Gerbstoffe, die noch einige Aufgüsse mitmachen. Was übrig bleibt, ist oft genau diese ruhige, schwer greifbare Frucht im Hintergrund.
Vierter Aufguss
Ich habe den vierten Aufguss jetzt ca. 50 Sekunden ziehen lassen. Das ist der letzte Aufguss. Hat leider keine Substanz mehr. Ich bin mir nicht sicher, ob man den Aufguss überhaupt noch machen muss. Vielleicht hätte ich den dritten nur 20 Sekunden ziehen lassen sollen. Das probiere ich beim nächsten Mal aus.
Fünfter Aufguss
Ich habe dem Aufguss mal 150 Sekunden gegönnt, um zu sehen, ob ich dem Tee noch eine runde Tasse herauskitzeln kann. Aber nein. Das hat sich nicht wirklich gelohnt.
Fazit
Kein Alltagstee. Die Adstringenz kann manchmal störend wirken. Darauf muss man sich einlassen wollen. Trinkt man den Tee bewusst, kann man an der Komplexität jedoch Spaß haben.
Bio Xian You Honey Black

Bio Xian You Honey Black
Bei der letzten Teebestellung habe ich wieder mal den „Tee des Monats“ mitgenommen. Die Auswahl des Händlers ist nicht selten recht gut. Dieses Mal war es der Bio Xian You Honey Black. Ein stark oxidierter Oolong mit einem, wie ich finde, sehr sanften Charakter. Nicht so süß, wie ich erwartet hätte. Ich denke, das ist ein fantastischer Oolong-Einsteiger-Tee. Würde ich empfehlen.
Zubereitung ist denkbar einfach. Ein nicht gehäufter Teelöffel für einen 100 bis 120 ml-Gaiwan bei ca. 95 °C für 90 Sekunden und mindestens zwei weitere Male mit 30 Sekunden ziehen lassen.
Blindes Vertrauen
Gerade nistet sich ein ganz abscheulicher Gedanke in meinem Kopf ein.
Ich verlasse mich blind auf die Temperatursteuerung meines Wasserkochers. Aber ich habe noch nie wirklich nachgemessen, ob die auch der Wahrheit entspricht.
Was ist, wenn ich seit Jahren Gyokuro nicht mit den gewünschten 55 °C, sondern mit 60 °C oder noch heißer zubereite?
Was ist, wenn ich dem falschen Geschmack nacheifere? Und Tee in Wirklichkeit ganz anders schmeckt.
Mein Sonntagmorgentee
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