Nikon Z8

Neues vom Teich

Männliche Mandarinente steht auf einem Ast knapp über der Wasseroberfläche, umgeben von kleinen schwimmenden Pollenklümpchen. Im dunklen Wasser zeichnet sich eine klare Spiegelung des Vogels ab.
Mandarinente

Ja, es geht wieder los. Ich war heute wieder an den Teichen. Aber mehr als ein paar Mandarinenten gab es nicht zu sehen. Aber das ist okay. Männliche Mandarinenten sind immer ein schönes Motiv. An diesem Foto hat mich die beinahe vollständige Spiegelung der Ente gereizt. Auch wenn noch ein wenig zu viel Zeugs im Wasser herumschwimmt. Aber immer noch besser als ein grüner Algenteppich.

Es lohnt sich immer, vor die Tür zu gehen. Auch wenn man mal kein Foto mitbringt, war man zumindest in der Natur und an der frischen Luft.

Ein Sapziergang über Sant'Erasmo

Eine halbe Stunde mit dem Vaporetto Linie 13 ab Fondamente Nove, und Venedig ist plötzlich weit weg. Sant'Erasmo ist nach Venedig die größte Insel der Lagune, gut viereinhalb Kilometer lang, gut tausend Meter breit.1 Knapp 700 Leute leben hier, die meisten seit Generationen. Es gibt ein paar Trattorien, einen Strand, ansonsten Felder, Gräben, Schilf.

Seit Jahrhunderten ist die Insel der Gemüsegarten der Stadt. Berühmt sind die castraure, die ersten Triebe der violetten Artischocke, geerntet Anfang Mai, und der dünne sparesèlle-Spargel.2 Daneben standen schon im Mittelalter Weinreben auf der Insel; der Wein war bei den Dogen beliebt, kultiviert wurden vor allem Raboso und Trebbiano. Heute wird er meist im kleinen Maßstab für den eigenen Bedarf gekeltert.3 Bewässert wird über ein Netz schmaler Kanäle, die mit Brackwasser aus der Lagune gefüllt werden. Die barene, halb Wiese, halb Watt, prägen das Bild der Insel.

Bewirtschaftetes Feld auf Sant'Erasmo mit jungen Pflanzenreihen, dahinter ein Wohnhaus zwischen Zeder und Pinie, daneben ein verwitterter alter Kran oder Bagger.

Santerasmo 13


Junge Eschen und Frühlingswiese mit einer Holzbrücke im Hintergrund.

Santerasmo 12


Felder und Salzwiesen, Wassergraben im Vordergrund, kleine Bewässerungspumpe, Pinien, dahinter Lagune.

Santerasmo 11


Bewässerungskanal neben einem Schotterweg, rechts ein Weidezaun, im Hintergrund Häuser.

Santerasmo 8


Algenbedeckter Wassergraben, in dem sich die Bäume des Ufers spiegeln.

Santerasmo 9


Barene mit kleinem Wasserlauf, im Hintergrund einzelne Häuser unter wolkigem Himmel.

Santerasmo 6


Die Torre Massimiliana, runder Backsteinfort mit begrüntem Wall, davor flache moderne Anbauten.

Santerasmo 10

Strategisch interessant war Sant'Erasmo schon früh; eine erste Kirche stand 792.4 Napoleon ließ am Südzipfel zwischen 1811 und 1814 eine Festung errichten, nach deren Zerstörung baute Erzherzog Maximilian von Österreich-Este 1843/44 auf den Resten die Torre Massimiliana, einen runden Backsteinklotz mit begrüntem Wall. Heute restauriert, gelegentlich Ort für Ausstellungen.5


Schmaler Wiesenpfad am Lagunenufer unter den noch kahlen Ästen eines alten Baumes.

Santerasmo 5


Ein einzelnes Holzruderboot im seichten, algengrünen Wasser, dahinter weiter Horizont.

Santerasmo 3


Flache, algenbedeckte Lagune; im Vordergrund ein Steindamm aus aufgeschütteten Felsbrocken.

Santerasmo 2


Salzwiesen mit algigem Tümpel und hellem Sand, im Hintergrund Bäume und ein Streifen Lagune.

Santerasmo 1


Die Inselkirche Cristo Re mit Arkadenvorbau und freistehendem Glockenturm.

Santerasmo 4

Die Inselkirche Cristo Re mit Arkadenvorbau und freistehendem Glockenturm.


Schwimmkran-Ponton mit einem gelben Bagger an Bord, mitten in der Lagune.

Santerasmo 7

Auf der Bootsfahrt hin sieht man, wie sehr die Lagune Arbeitslandschaft ist: Lastkähne, Müllboote, ein Ponton mit Schwimmkran, der einen Bagger über das flache Wasser schiebt.

2019 Thailand Wawee Mi Xiang Hong Dancong

Heute kam eine kleine Teelieferung.

  1. 2026 Flugtee Darjeeling Goomtee DJ1
  2. 2019 Thailand Wawee Mi Xiang Hong Dancong
  3. Buddhas Kleines Geheimnis
  4. Bio Silver Needle Premium, Bai Hao Yin Zhen

Buddhas Kleines Geheimnis hat mich vor Jahren schon mal begeistert und Flugtee geht immer. Und auf den Dancong war ich ziemlich neugierig und habe ihn direkt heute ausprobiert.

Zubereitung im Gaiwan: ca. 120 ml; ca. 3,3 g und 30 Sekunden mit ungefähr 95 °C heißem Wasser ziehen lassen.

Und wie schmeckt er nun? Aroma der heißen Tasse verspricht viel Süße und Honig.

Erster Aufguss

Interessant, weniger süß als das Aroma angedeutet hat. Honigartig, ohne überwältigende Süße.

Diese Diskrepanz zwischen Nase und Gaumen ist bei guten Dancongs oft genau das, was sie interessant macht. Das Aroma verspricht süß, aber im Mund bleibt es ausgewogen, fast trocken-elegant. Bei einem Mi-Xiang-Stil hätte man eigentlich mehr Süße erwartet, aber die Reifung seit 2019 hat die wahrscheinlich beruhigt und in Richtung Tiefe statt Wucht verschoben.

Ein Hauch fruchtig am Gaumen, aber nur schwer zu greifen, eventuell Steinobst und getrocknete Früchte, ohne sich festlegen zu lassen. Das gehört zum Charakter der Sortengruppe: aromatisch komplex, aber selten plakativ.


Ein weißer Gaiwan aus Porzellan mit nassen Teeblättern.

2019 Thailand Wawee Mi Xiang Hong Dancong


Zweiter Aufguss

Der zweite Aufguss gewinnt an Würze. Die Adstringenz, die im ersten Aufguss nur als feine Struktur angedeutet war, tritt jetzt selbstbewusster hervor und gibt dem Tee Rückgrat. Das unterscheidet Dancongs von vielen anderen Oolongs: Sie sind nicht nur aromatisch, sondern haben diese fast tanninartige Präsenz im Mund, die an einen guten Schwarztee erinnert. Bei einem stärker oxidierten „Hong“-Stil tritt das noch deutlicher hervor.

Bei gereiften, oxidierten Dancongs verschiebt sich das Profil oft vom floral-süßen Auftakt hin zu etwas Dunklerem, fast Gewürzhaftem ab dem zweiten Aufguss. Warmes Holz, geröstete Nüsse oder ein Hauch dunkler Brotteig sind keine Seltenheit. Die Honignote tritt zurück und macht Platz für die Struktur dahinter.

Dritter Aufguss

Die Adstringenz ist gleich dem vorigen Aufguss. Der Duft ist würzig. Aber das würzige Aroma am Gaumen hat stark nachgelassen. Es bleibt die etwas undefinierbare, leicht fruchtige Note.

Die flüchtigen Aromastoffe geben sich früher geschlagen als die Gerbstoffe, die noch einige Aufgüsse mitmachen. Was übrig bleibt, ist oft genau diese ruhige, schwer greifbare Frucht im Hintergrund.

Vierter Aufguss

Ich habe den vierten Aufguss jetzt ca. 50 Sekunden ziehen lassen. Das ist der letzte Aufguss. Hat leider keine Substanz mehr. Ich bin mir nicht sicher, ob man den Aufguss überhaupt noch machen muss. Vielleicht hätte ich den dritten nur 20 Sekunden ziehen lassen sollen. Das probiere ich beim nächsten Mal aus.

Fünfter Aufguss

Ich habe dem Aufguss mal 150 Sekunden gegönnt, um zu sehen, ob ich dem Tee noch eine runde Tasse herauskitzeln kann. Aber nein. Das hat sich nicht wirklich gelohnt.

Fazit

Kein Alltagstee. Die Adstringenz kann manchmal störend wirken. Darauf muss man sich einlassen wollen. Trinkt man den Tee bewusst, kann man an der Komplexität jedoch Spaß haben.

In der Sonne dösen

Zwei junge Damhirsche ruhen auf dem Waldboden zwischen Herbstlaub und morschen Ästen, angestrahlt von einem warmen Lichtfleck vor fast schwarzem Hintergrund.
In Der Sonne Liegen Und Geniessen

Dem sollte ich mich anschließen. Einfach in der Sonne liegen und vor mich hindösen. Aber ich musste ja unbedingt durch die Gegend laufen. Und nun bin ich so müde, dass mir die Augen zufallen

26mm?

Schmale, menschenleere Gasse in Venedig mit warm leuchtenden roten und ockerfarbenen Hauswänden, einer schmiedeeisernen Laterne und einer einzelnen Person in gelber Jacke, die in der Ferne über das Kopfsteinpflaster läuft.

Schmale Gassen In Venedig

Beim letzten Venedig Trip hatte ich neben dem obligatorischen 50mm auch mal das kleine Nikkor Z 26mm f/2.8 Pancake-Objektiv dabei. Ich hatte mir das richtig praktisch vorgestellt, kompakter geht es kaum.

Aber was soll ich sagen: Es ist nicht meine Brennweite.

Bei einigen Gelegenheiten haben sich die 26mm tatsächlich als nützlich erwiesen, etwa in engen Häuserschluchten oder wenn man für eine Totale schlicht zu nah am Motiv steht. Aber sonst? Bei Weitwinkeln geht mir zu schnell der Bezug zu Motiv verloren. Lösen lässt sich das eigentlich nur, indem man dem Motiv ordentlich auf die Pelle rückt, und das geht dann mit dieser übertriebenen Dekompression der Perspektive einher. Darauf steh ich mal so richtig garnicht. Eventuell mal als Abwechslung, aber nicht als Way to go.

Als Alternative zum 50mm hätte ich lieber ein 85mm oder 100mm dabei gehabt.

Primula Farinosa

Kleines Primula-Blütenköpfchen mit rosa-violetten Einzelblüten und gelben Zentren, vor dunklem und warmem Bokeh-Hintergrund mit filmischem Look.
Primula Farinosa

Sehr wahrscheinlich eine Primel. Das doldenartige Blütenköpfchen mit den kleinen, rosa-violetten Einzelblüten und gelben Schlünden auf einem einzelnen Stiel ist charakteristisch. Am ehesten Primula farinosa (Mehlprimel) oder eine Gartenprimel-Hybride. Und wenn nicht, ist es was anderes. Vielleicht ein verkleideter Seeadler.

Sunset Silhouettes

Silhouette von Santa Maria della Salute in Venedig bei Sonnenuntergang, fotografiert vom Vorplatz der Basilica di San Giorgio Maggiore. Die Sonne steht zwischen Campanile und Kuppel, im Vordergrund vier Menschen als Silhouetten am Ufer.
Sunset Silhouettes

Aufgenommen habe ich das Foto auf dem Vorplatz der Basilica di San Giorgio Maggiore. Dort waren maximal ein Dutzend Leute, Paare oder einzelne Menschen, die dort herumstanden oder auf den Stufen zur Basilica saßen und warteten, bis die Sonne zwischen Campanile und Kuppel von Santa Maria della Salute durchwandern würde. Weil eben nur diese paar Leute dort waren, kam mir der Sonnenuntergang fast wie eine Privatvorstellung vor.

Von hier aus wirkt die Salute anders als aus der Nähe. Kleiner, kompakter, fast wie ein Scherenschnitt gegen den orangefarbenen Himmel. Der Bacino dazwischen, ein paar Vaporetti, ein Wassertaxi. Und die vier Silhouetten am Ufer, die genau das machen, wofür man hierherkommt: gucken, fotografieren, den Ausblick genießen.

Im Frühling ist der kleine Platz vor der Basilika wohl mit einer der schönsten Ort für einen Sonnenuntergang in der Lagunenstadt.

Der letzte segelnde Trabaccolo

Il Nuovo Trionfo

Ein Trabaccolo ist ein traditioneller, zweimastiger Holzfrachter der Adria, mit charakteristisch rundem, bauchigem Rumpf, flachem Kiel (damit er in flachen Lagunen und kleinen Häfen operieren kann) und ursprünglich zwei Luggersegeln (vele al terzo). Das Bugauge (oculus) ist kein Dekor, sondern traditionelles Schutzsymbol. Es soll der Barke den Weg zeigen. Diese Schiffe haben über Jahrhunderte den Warenverkehr entlang der italienischen Adriaküste bestritten, bevor Motoren und Straßen sie verdrängt haben.

Il Nuovo Trionfo ist der letzte segelfähige Trabaccolo auf der italienischen Seite der Adria.

Am 27. Mai 2026 wird das Boot 100 Jahre alt. Für den Geburtstag plant der Verein neue Masten, Segel und laufendes Gut, um wieder sicher unter Segeln fahren zu können.

After Dark

Schwarzweiß-Nachtaufnahme eines schmalen venezianischen Seitenkanals. Zwischen den dunklen Häuserfronten öffnet sich der Blick auf einen beleuchteten Palazzo im Hintergrund. Auf dem Wasser gleitet eine einzelne Gondel mit Gondoliere und einem Fahrgast durch den Lichtschein.
After Dark

Am Abend, nach Einbruch der Dunkelheit. Die engen Gassen und Kanäle rund um Rialto haben sich geleert, die Tagesgäste sind längst wieder auf dem Festland.

Ich stehe auf einer Brücke über einem schmalen Seitenkanal und warte. Vorne, wo der Kanal auf einen größeren Wasserweg trifft, beleuchtet eine einzelne Laterne die Fassade eines Palazzos. Der Rest liegt im Schwarz.

Dann schiebt sich eine Gondel ins Bild. Der Gondoliere stakt ruhig, fast lautlos, seine Fahrgäste sitzen einander zugewandt auf der Bank. Ein paar Sekunden lang steht die Szene so da, wie man sich Venedig bei Nacht vorstellt.


Das Fester ist geöffnet. Nach dem Frühlingsregen duftet die Luft. Tidal spielt Max Corbacho (Ambient der ruhigsten Art). Die Musik mischt sich mit dem Vogelgezwitscher. Ich sitze entspannt vor dem Bildschirm, bin mit der Bearbeitung des Fotos fertig und schreibe an diesem Blogpost, während ich eine kleine Schale Dehong Anji Hong Cha mit einem Schuss Honig genieße. Und dann geht irgendwo eine Alarmanlage los…