Zwischen dunklen Arkadensäulen leuchtet ein Schaufenster mit Karnevalsmasken und einem Gemälde auf einer Staffelei.
Am Laubengang der Biblioteca Marciana brennt in einem einzelnen Laden noch das Licht.
Venedig am Tag ist ja ganz nett. Aber so richtig fotogen wird die Stadt bei und nach Sonnenuntergang. Und dann besteht auch die größte Chance, mal ein nicht so unglaublich typisch venezianisches Urlaubsfoto zu machen.
Die kleine Insel mit der Kirche ist der ideale Ort, um den Sonnenuntergang abzuwarten. Ob man nun auf den Stufen der Basilica sitzt und das Schauspiel genießt, wenn die Sonne hinter den Kuppeln von Santa Maria della Salute vorbeihuscht, oder mit der Kamera in der Hand auf einen schönen Augenblick wartet.
Auf einem Vaporetto mitten auf dem Canal Grande dem Sonnenuntergang entgegen, der gleich hinter der nächsten Kurve wartet.
Das denkt sich jeder Tourist. Man kann sich kaum vorstellen, wie voll so ein Boot in der Hauptsaison werden kann. Im Winter, Frühling und späten Herbst ist es etwas entspannter.
Blick durch einen Arkadenbogen über Erbaria auf den Canal Grande. Hinter dem Durchgang stehen links leere Caféstühle und Tische, rechts sitzen mehrere Gäste.
Ich mag diese Ecke von Venedig. Der Stadtteil Castello ist weit genug vom Piazzale Roma entfernt, sodass die Tagestouristen sich bis hierher etwas verlaufen haben.
Rechts sieht man die breite Via Giuseppe Garibaldi. Eine richtig gediegene Einkaufsstraße mit zwei kleinen Supermärkten, Apotheken und natürlich einigen Kneipen. Wenn ich mein Hotel nicht gerade auf der anderen Seite der Stadt habe, mag ich es, hier einzukaufen.
Streng symmetrische Schwarz-Weiß-Aufnahme der Rolltreppe zu den Bootsanlegern am Flughafen Venedig Marco Polo. Dunkle Wände führen den Blick zum hellen Ausgang Richtung Wasserbus.
Ganz unüblich habe ich bei diesem Foto das 2:3-Format aus der Kamera beibehalten, da die Höhe des Bildes zur Trichterwirkung beiträgt.
Eine beinahe melancholische Stimmung auf Giudecca. Die bedeckte Wolkendecke und die gedämpften Farbtöne geben der Szene eine zurückhaltende Stimmung, die gut zu den abgewetzten Fassaden passt. Die drei Möwen im Vordergrund und die Menschen auf der Brücke sorgen für Leben, ohne die Architektur zu überlagern. Am linken Rand sieht man die Kuppel der Chiesa del Santissimo Redentore.
Ein Schnappschuss auf dem Weg nach Hause ins Hotel. Wundert mich, dass ich mit vollem Bauch und einer halben Flasche Wein noch ein halbwegs gerades Foto machen konnte. Es ist vollkommen egal, wie viele Sterne ein Hotel hat. Der Clou ist, dass es einfach zu finden sein muss.
Eine Möwe auf der historischen Pescheria di Rialto in Venedig. Die Möwe steht praktisch im Spotlight, während der Fischmarkt drumherum im Dunkeln absäuft.
In der Bildmitte ist die barocke Kirche Santa Maria del Rosario (I Gesuati) mit Säulenportikus, Tympanon und Kuppel, flankiert von einem Glockenturm. Links daneben die kleinere Kirche Santa Maria della Visitazione. Aufgenommen wurde das Foto von Giudecca, der Insel auf der anderen Seite des Kanals. Ja, das Foto ist stark beschnitten. Dank einer Menge Megapixel ist das in Fällen wie diesem schon ganz praktisch.
Am Ufer von Giudecca gibt es eine Reihe von kleinen Bars und kleinen Restaurants, viele davon Trattorien. Es ist dort viel ruhiger als auf der Hauptinsel und man kann dort in Ruhe draußen an einem Tisch am Ufer sitzen und für gar nicht mal so viel Geld sehr gut essen. Und während ich aufs Essen gewartet habe, hatte ich Zeit, das Foto zu machen.
La Palanca heißt die Trattoria, die ich eher aus Zufall ausgewählt habe. Auf verschiedenen Plattformen stellte sich das Restaurant als echterTipp heraus. Und das kann ich nur bestätigen.
Anstelle, den Sonnenuntergang direkt zu fotografieren, kann es auch mal schick sein, den Sonnenuntergang im Rücken zu haben und die von der untergehenden Sonne angestrahlten Wolken mit einem Motiv zu verbinden.
Das Foto zeigt den Blick von der Accademiabrücke (OpenStreetMap) in Richtung Santa Maria della Salute und Punta della Dogana. Es gibt vermutlich kein abgegrasteres Motiv in ganz Venedig. Ich habe es selbst schon 1000 Mal festgehalten. Aber das hält mich nicht davon ab, jedes Mal aufs Neue den Auslöser zu drücken. In diesem Fall sind es offensichtlich die Wolken, die mich gereizt haben. Denn am Tag ist das Motiv zwar auch wunderschön, aber bei weitem nicht so stimmungsvoll.
Santa Maria Della Salute Am Nachmittag
Dieses Foto wurde am späten Nachmittag gemacht, während ich die Brücke einfach nur überquert habe, um von einem Stadtteil in den anderen zu gelangen.
Aber was viele Postkarten selten zeigen: dieses kurze Fenster nach Sonnenuntergang, in dem der Himmel von zartrosa in ein schmutziges Violett kippt und die Kuppel von Santa Maria della Salute fast schon nebensächlich wird, weil über ihr gerade das ganze Wetter passiert. Die Lichter an den Palazzi gehen an, das Wasser ist erstaunlich ruhig, und mit ein bisschen Glück ist der sonst so überlaufene Kanal für ein paar Minuten fast leer.
Bei meinem letzten Besuch in Venedig war ich häufig in den Abendstunden nach Sonnenuntergang unterwegs. Eine Schwarzweißaufnahme der Ponte dei Sospiri (Seufzerbrücke) in Venedig. Die hell angestrahlte Brücke spannt sich über den dunklen Rio di Palazzo, im Hintergrund eine kleinere Brücke mit wenigen Silhouetten von Passanten.
Eine halbe Stunde mit dem Vaporetto Linie 13 ab Fondamente Nove, und Venedig ist plötzlich weit weg. Sant'Erasmo ist nach Venedig die größte Insel der Lagune, gut viereinhalb Kilometer lang, gut tausend Meter breit.1 Knapp 700 Leute leben hier, die meisten seit Generationen. Es gibt ein paar Trattorien, einen Strand, ansonsten Felder, Gräben, Schilf.
Seit Jahrhunderten ist die Insel der Gemüsegarten der Stadt. Berühmt sind die castraure, die ersten Triebe der violetten Artischocke, geerntet Anfang Mai, und der dünne sparesèlle-Spargel.2 Daneben standen schon im Mittelalter Weinreben auf der Insel; der Wein war bei den Dogen beliebt, kultiviert wurden vor allem Raboso und Trebbiano. Heute wird er meist im kleinen Maßstab für den eigenen Bedarf gekeltert.3 Bewässert wird über ein Netz schmaler Kanäle, die mit Brackwasser aus der Lagune gefüllt werden. Die barene, halb Wiese, halb Watt, prägen das Bild der Insel.
Strategisch interessant war Sant'Erasmo schon früh; eine erste Kirche stand 792.4 Napoleon ließ am Südzipfel zwischen 1811 und 1814 eine Festung errichten, nach deren Zerstörung baute Erzherzog Maximilian von Österreich-Este 1843/44 auf den Resten die Torre Massimiliana, einen runden Backsteinklotz mit begrüntem Wall. Heute restauriert, gelegentlich Ort für Ausstellungen.5
Die Inselkirche Cristo Re mit Arkadenvorbau und freistehendem Glockenturm.
Santerasmo 7
Auf der Bootsfahrt hin sieht man, wie sehr die Lagune Arbeitslandschaft ist: Lastkähne, Müllboote, ein Ponton mit Schwimmkran, der einen Bagger über das flache Wasser schiebt.
Der Blick von der Accademia-Brücke auf die vom Nebel verschluckte Santa Maria della Salute. An sich ein typisches Touristenfoto. Aber wenn am Morgen der Nebel noch über der Stadt liegt, sieht alles ganz anders aus. Es ist ruhig und die Stimmung ist gedämpft. Ich kann damit mehr anfangen als mit Sonnenschein.
Irgendwann schaffe ich es vielleicht auch nochmal im Dezember oder Januar in die Stadt zu fahren.