Venedig
Warten mit Aussicht

In der Bildmitte ist die barocke Kirche Santa Maria del Rosario (I Gesuati) mit Säulenportikus, Tympanon und Kuppel, flankiert von einem Glockenturm. Links daneben die kleinere Kirche Santa Maria della Visitazione. Aufgenommen wurde das Foto von Giudecca, der Insel auf der anderen Seite des Kanals. Ja, das Foto ist stark beschnitten. Dank einer Menge Megapixel ist das in Fällen wie diesem schon ganz praktisch.
Am Ufer von Giudecca gibt es eine Reihe von kleinen Bars und kleinen Restaurants, viele davon Trattorien. Es ist dort viel ruhiger als auf der Hauptinsel und man kann dort in Ruhe draußen an einem Tisch am Ufer sitzen und für gar nicht mal so viel Geld sehr gut essen. Und während ich aufs Essen gewartet habe, hatte ich Zeit, das Foto zu machen.
La Palanca heißt die Trattoria, die ich eher aus Zufall ausgewählt habe. Auf verschiedenen Plattformen stellte sich das Restaurant als echter Tipp heraus. Und das kann ich nur bestätigen.
Postkarte gefällig?

Anstelle, den Sonnenuntergang direkt zu fotografieren, kann es auch mal schick sein, den Sonnenuntergang im Rücken zu haben und die von der untergehenden Sonne angestrahlten Wolken mit einem Motiv zu verbinden.
Das Foto zeigt den Blick von der Accademiabrücke (OpenStreetMap) in Richtung Santa Maria della Salute und Punta della Dogana. Es gibt vermutlich kein abgegrasteres Motiv in ganz Venedig. Ich habe es selbst schon 1000 Mal festgehalten. Aber das hält mich nicht davon ab, jedes Mal aufs Neue den Auslöser zu drücken. In diesem Fall sind es offensichtlich die Wolken, die mich gereizt haben. Denn am Tag ist das Motiv zwar auch wunderschön, aber bei weitem nicht so stimmungsvoll.

Dieses Foto wurde am späten Nachmittag gemacht, während ich die Brücke einfach nur überquert habe, um von einem Stadtteil in den anderen zu gelangen.
Aber was viele Postkarten selten zeigen: dieses kurze Fenster nach Sonnenuntergang, in dem der Himmel von zartrosa in ein schmutziges Violett kippt und die Kuppel von Santa Maria della Salute fast schon nebensächlich wird, weil über ihr gerade das ganze Wetter passiert. Die Lichter an den Palazzi gehen an, das Wasser ist erstaunlich ruhig, und mit ein bisschen Glück ist der sonst so überlaufene Kanal für ein paar Minuten fast leer.
Ponte dei Sospiri

Bei meinem letzten Besuch in Venedig war ich häufig in den Abendstunden nach Sonnenuntergang unterwegs. Eine Schwarzweißaufnahme der Ponte dei Sospiri (Seufzerbrücke) in Venedig. Die hell angestrahlte Brücke spannt sich über den dunklen Rio di Palazzo, im Hintergrund eine kleinere Brücke mit wenigen Silhouetten von Passanten.
Ein Sapziergang über Sant'Erasmo
Eine halbe Stunde mit dem Vaporetto Linie 13 ab Fondamente Nove, und Venedig ist plötzlich weit weg. Sant'Erasmo ist nach Venedig die größte Insel der Lagune, gut viereinhalb Kilometer lang, gut tausend Meter breit.1 Knapp 700 Leute leben hier, die meisten seit Generationen. Es gibt ein paar Trattorien, einen Strand, ansonsten Felder, Gräben, Schilf.
Seit Jahrhunderten ist die Insel der Gemüsegarten der Stadt. Berühmt sind die castraure, die ersten Triebe der violetten Artischocke, geerntet Anfang Mai, und der dünne sparesèlle-Spargel.2 Daneben standen schon im Mittelalter Weinreben auf der Insel; der Wein war bei den Dogen beliebt, kultiviert wurden vor allem Raboso und Trebbiano. Heute wird er meist im kleinen Maßstab für den eigenen Bedarf gekeltert.3 Bewässert wird über ein Netz schmaler Kanäle, die mit Brackwasser aus der Lagune gefüllt werden. Die barene, halb Wiese, halb Watt, prägen das Bild der Insel.

Santerasmo 13

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Santerasmo 11

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Santerasmo 9

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Santerasmo 10
Strategisch interessant war Sant'Erasmo schon früh; eine erste Kirche stand 792.4 Napoleon ließ am Südzipfel zwischen 1811 und 1814 eine Festung errichten, nach deren Zerstörung baute Erzherzog Maximilian von Österreich-Este 1843/44 auf den Resten die Torre Massimiliana, einen runden Backsteinklotz mit begrüntem Wall. Heute restauriert, gelegentlich Ort für Ausstellungen.5

Santerasmo 5

Santerasmo 3

Santerasmo 2

Santerasmo 1

Santerasmo 4
Die Inselkirche Cristo Re mit Arkadenvorbau und freistehendem Glockenturm.

Santerasmo 7
Auf der Bootsfahrt hin sieht man, wie sehr die Lagune Arbeitslandschaft ist: Lastkähne, Müllboote, ein Ponton mit Schwimmkran, der einen Bagger über das flache Wasser schiebt.
Im Morgennebel

Der Blick von der Accademia-Brücke auf die vom Nebel verschluckte Santa Maria della Salute. An sich ein typisches Touristenfoto. Aber wenn am Morgen der Nebel noch über der Stadt liegt, sieht alles ganz anders aus. Es ist ruhig und die Stimmung ist gedämpft. Ich kann damit mehr anfangen als mit Sonnenschein.
Irgendwann schaffe ich es vielleicht auch nochmal im Dezember oder Januar in die Stadt zu fahren.
26mm?

Schmale Gassen In Venedig
Beim letzten Venedig Trip hatte ich neben dem obligatorischen 50mm auch mal das kleine Nikkor Z 26mm f/2.8 Pancake-Objektiv dabei. Ich hatte mir das richtig praktisch vorgestellt, kompakter geht es kaum.
Aber was soll ich sagen: Es ist nicht meine Brennweite.
Bei einigen Gelegenheiten haben sich die 26mm tatsächlich als nützlich erwiesen, etwa in engen Häuserschluchten oder wenn man für eine Totale schlicht zu nah am Motiv steht. Aber sonst? Bei Weitwinkeln geht mir zu schnell der Bezug zu Motiv verloren. Lösen lässt sich das eigentlich nur, indem man dem Motiv ordentlich auf die Pelle rückt, und das geht dann mit dieser übertriebenen Dekompression der Perspektive einher. Darauf steh ich mal so richtig garnicht. Eventuell mal als Abwechslung, aber nicht als Way to go.
Als Alternative zum 50mm hätte ich lieber ein 85mm oder 100mm dabei gehabt.
Ein Spaziergang im Nebel durch Rialto
Nach der ersten Nacht bin ich in aller Frühe aufgewacht und beim Blick aus dem Fenster… Nebel. Was für ein Glück. Ich habe mir die Kameratasche gegriffen und bin losgezogen. Noch vor dem Frühstück und bevor der Nebel eine Chance hat sich auszulösen.
Und hier ging es los.

Rialtobruecke
Die berühmte Rialtobrücke spannt sich als weißer Marmorbogen über den Canal Grande in Venedig. Im Vordergrund ragen hölzerne Anlegepfähle aus dem Wasser, daneben liegen Motorboote am Steg, während sich rechts unter den Arkaden Personen mit Gepäck versammeln.

Rialto 2
Ein paar Schritte weiter und ich stand schon am Fuß der Rialtobrücke.

Auf Der Rialtobruecke
Blick die menschenleere Treppe hinauf zum Scheitelpunkt der Brücke. An frühen Morgen trifft man hier nur vereinzelte Menschen. Oder keine. Oder Jogger.

Ein Paar Boote Auf Dem Kanal
Der Blick von der Brücke auf den leicht vernebelten Canal Grande. Nur Berufsverkehr. Touristen schlafen noch. Bis auf die Vögel, die zu früh aus dem Bett gefallen sind.

Rialto 1
Blick von der Rialtobrücke hinab auf die menschenleere Treppenflucht zwischen den geschlossenen Ladenzeilen.

Die Treppen Zur Bruecke
Der Blick zurück. Mit einem Blick nach hinten habe ich den Treppenaufgang zur Rialtobrücke von dieser Seite gesehen.

Rialto Markt 1
Direkt rechts hinter der Brücke ist der Markt zu finden.

Rialto Markt 2
Die leeren Markthallen des Rialto im dichten Morgennebel. Auf dem Campo della Pescaria reihen sich gusseiserne Doppellaternen, hölzerne Anlegepfähle und einsame Marktstände.

Rialto Markt 3
Blick in eine der offenen Markthallen durch die gotischen Spitzbögen aus weißem Stein. Keine Ahnung, ob das auch Marmor ist. Vermutlich nicht. Durch die Säulenreihe schimmert der nebelverhangene Canal Grande hindurch.

Rialto Markt 4
Blick auf die Calle de le Beccarie o Panateria neben den beiden Markthallen.
Unter einer grünen Markise reihen sich Fischtheken, daneben präsentiert ein Obst- und Gemüsehändler farbige Auslagen.

Blick Auf Den Kanel Am Markt
Blick entlang des menschenleeren Campo della Pescaria auf den im dichten Nebel verschwimmenden Canal Grande. Mehrarmige gusseiserne Laternen, hölzerne Pfähle und der rosa schimmernde Palazzo am rechten Bildrand setzen ruhige Akzente in der grauen Morgenstimmung.

Blick Auf Den Kanal
Blick durch einen steinernen Spitzbogen mit hängender Laterne auf den nebligen Kanal. Hinter abgedeckten Gondeln im Vordergrund stehen pastellfarbene Palazzi am gegenüberliegenden Ufer, rechts schließt ein schmiedeeisernes Tor die Szene ab.
Sunset Silhouettes

Aufgenommen habe ich das Foto auf dem Vorplatz der Basilica di San Giorgio Maggiore. Dort waren maximal ein Dutzend Leute, Paare oder einzelne Menschen, die dort herumstanden oder auf den Stufen zur Basilica saßen und warteten, bis die Sonne zwischen Campanile und Kuppel von Santa Maria della Salute durchwandern würde. Weil eben nur diese paar Leute dort waren, kam mir der Sonnenuntergang fast wie eine Privatvorstellung vor.
Von hier aus wirkt die Salute anders als aus der Nähe. Kleiner, kompakter, fast wie ein Scherenschnitt gegen den orangefarbenen Himmel. Der Bacino dazwischen, ein paar Vaporetti, ein Wassertaxi. Und die vier Silhouetten am Ufer, die genau das machen, wofür man hierherkommt: gucken, fotografieren, den Ausblick genießen.
Im Frühling ist der kleine Platz vor der Basilika wohl mit einer der schönsten Ort für einen Sonnenuntergang in der Lagunenstadt.
Der letzte segelnde Trabaccolo
Ein Trabaccolo ist ein traditioneller, zweimastiger Holzfrachter der Adria, mit charakteristisch rundem, bauchigem Rumpf, flachem Kiel (damit er in flachen Lagunen und kleinen Häfen operieren kann) und ursprünglich zwei Luggersegeln (vele al terzo). Das Bugauge (oculus) ist kein Dekor, sondern traditionelles Schutzsymbol. Es soll der Barke den Weg zeigen. Diese Schiffe haben über Jahrhunderte den Warenverkehr entlang der italienischen Adriaküste bestritten, bevor Motoren und Straßen sie verdrängt haben.
Il Nuovo Trionfo ist der letzte segelfähige Trabaccolo auf der italienischen Seite der Adria.
Am 27. Mai 2026 wird das Boot 100 Jahre alt. Für den Geburtstag plant der Verein neue Masten, Segel und laufendes Gut, um wieder sicher unter Segeln fahren zu können.
After Dark

Am Abend, nach Einbruch der Dunkelheit. Die engen Gassen und Kanäle rund um Rialto haben sich geleert, die Tagesgäste sind längst wieder auf dem Festland.
Ich stehe auf einer Brücke über einem schmalen Seitenkanal und warte. Vorne, wo der Kanal auf einen größeren Wasserweg trifft, beleuchtet eine einzelne Laterne die Fassade eines Palazzos. Der Rest liegt im Schwarz.
Dann schiebt sich eine Gondel ins Bild. Der Gondoliere stakt ruhig, fast lautlos, seine Fahrgäste sitzen einander zugewandt auf der Bank. Ein paar Sekunden lang steht die Szene so da, wie man sich Venedig bei Nacht vorstellt.
Das Fester ist geöffnet. Nach dem Frühlingsregen duftet die Luft. Tidal spielt Max Corbacho (Ambient der ruhigsten Art). Die Musik mischt sich mit dem Vogelgezwitscher. Ich sitze entspannt vor dem Bildschirm, bin mit der Bearbeitung des Fotos fertig und schreibe an diesem Blogpost, während ich eine kleine Schale Dehong Anji Hong Cha mit einem Schuss Honig genieße. Und dann geht irgendwo eine Alarmanlage los…
Vier Lichter gegen die Nacht

Piazzetta San Marco nach Einbruch der Dunkelheit, der Dogenpalast ist nur noch eine sanfte Silhouette. Die Low-Key-Aufnahme stellt die alte Laterne in den Vordergrund und zeigt nur einen kleinen, goldenen Kreis auf dem Boden. Die Kulisse des Dogenpalast bleibt im Großen und Ganzen der Fantasie überlassen.
Sonnenuntergang hinter Santa Maria Della Salute

Der Sonnenuntergang hinter Santa Maria Della Salute und Punta Dogana gehört auch zu diesen Touristenfotos, die die meisten Besucher machen. Aber den Auslöser nicht zu drücken, würde einfach zu weh tun. Und deshalb gibt es das nun hier.
Aufgenommen habe ich das Foto auf einem Vaporetto beim Übersetzen von San Giorgio Maggiore nach San Marco. An der Mündung des Canal Grande bei San Marco hat man den besten Blick auf die beiden Bauwerke.
Stammplatz
Eine Woche Venedig: Fisch, Pasta und Boote
So eine Woche vergeht wie im Flug. Kaum bin ich da und habe den Rucksack ausgepackt, und dann ist es auch schon fast wieder vorbei.
Da ich auf der Hauptinsel und auf Burano und Murano schon so gut wie jeden Stein gesehen habe, hat es mich dieses Mal nach Sant’Erasmo gezogen. Der absolute Kontrast zur Hauptinsel. Man kann dort den ganzen Tag herumlaufen und nur einer Handvoll Menschen begegnen. Sant’Erasmo ist quasi der Gemüsegarten von Venedig. Und Artischocken sind das große Ding. Allerdings noch nicht Anfang April. Erst Ende April können die Castraure, die zarten ersten Blütenknospen, geerntet werden. Dafür war ich leider etwas zu früh dran.
Naja, Fisch und Pasta gibt es immer. Ich hatte ja keine Ahnung, wie gut Seezunge schmecken kann.
Das Wetter war fantastisch. Die höchste Temperatur lag maximal bei 21 °C, eher bei 18 bis 20 °C. Das finde ich bei einem Städtetrip ziemlich optimal. Abends hat es sich auf 15 oder 16 °C leicht abgekühlt.
Am Dienstag hatte ich besonderes Glück. Dichter Nebel bis in den späten Morgen. Das taucht die Lagune in ein besonders schönes Licht mit einer ganz anderen Atmosphäre, als man sie bei Sonnenschein erlebt.

Laterne
Ausgerechnet am Freitagnachmittag, genau in der Zeit meines Rückflugs, wurde im italienischen Luftfahrtsektor gestreikt. Fluglotsen, Kontrollzentren in Rom und Mailand.
Long story short: Der Rückflug hat sich um fünf Stunden auf 19 Uhr abends verspätet. Letztlich war die Verspätung sogar besser als die ursprüngliche Abflugszeit am Mittag. Und da der Spaß früh genug von der Airline angekündigt wurde, gab’s ein paar zusätzliche Stunden, um bei Linguine und Fisch auf Giudecca den Trip würdevoll enden zu lassen.

Die Lagune
Das sind natürlich nicht die einzigen Eindrücke und Fotos. Aber ich wollte nicht alles in einen Post verfrachten.
Rialto, ohne Stativ

Ich weiß nicht, ob es Common Knowledge ist, aber nicht jedes Foto, das auf dieser Brücke aufgenommen wird, muss eine Langzeitbelichtung sein. :)
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