Beim letzten Venedig Trip hatte ich neben dem obligatorischen 50mm auch mal das kleine Nikkor Z 26mm f/2.8 Pancake-Objektiv dabei. Ich hatte mir das richtig praktisch vorgestellt, kompakter geht es kaum.
Aber was soll ich sagen: Es ist nicht meine Brennweite.
Bei einigen Gelegenheiten haben sich die 26mm tatsächlich als nützlich erwiesen, etwa in engen Häuserschluchten oder wenn man für eine Totale schlicht zu nah am Motiv steht. Aber sonst? Bei Weitwinkeln geht mir zu schnell der Bezug zu Motiv verloren. Lösen lässt sich das eigentlich nur, indem man dem Motiv ordentlich auf die Pelle rückt, und das geht dann mit dieser übertriebenen Dekompression der Perspektive einher. Darauf steh ich mal so richtig garnicht. Eventuell mal als Abwechslung, aber nicht als Way to go.
Als Alternative zum 50mm hätte ich lieber ein 85mm oder 100mm dabei gehabt.
Nach der ersten Nacht bin ich in aller Frühe aufgewacht und beim Blick aus dem Fenster… Nebel. Was für ein Glück. Ich habe mir die Kameratasche gegriffen und bin losgezogen. Noch vor dem Frühstück und bevor der Nebel eine Chance hat sich auszulösen.
Die berühmte Rialtobrücke spannt sich als weißer Marmorbogen über den Canal Grande in Venedig. Im Vordergrund ragen hölzerne Anlegepfähle aus dem Wasser, daneben liegen Motorboote am Steg, während sich rechts unter den Arkaden Personen mit Gepäck versammeln.
Blick die menschenleere Treppe hinauf zum Scheitelpunkt der Brücke. An frühen Morgen trifft man hier nur vereinzelte Menschen. Oder keine. Oder Jogger.
Ein Paar Boote Auf Dem Kanal
Der Blick von der Brücke auf den leicht vernebelten Canal Grande. Nur Berufsverkehr. Touristen schlafen noch. Bis auf die Vögel, die zu früh aus dem Bett gefallen sind.
Rialto 1
Blick von der Rialtobrücke hinab auf die menschenleere Treppenflucht zwischen den geschlossenen Ladenzeilen.
Direkt rechts hinter der Brücke ist der Markt zu finden.
Rialto Markt 2
Die leeren Markthallen des Rialto im dichten Morgennebel. Auf dem Campo della Pescaria reihen sich gusseiserne Doppellaternen, hölzerne Anlegepfähle und einsame Marktstände.
Rialto Markt 3
Blick in eine der offenen Markthallen durch die gotischen Spitzbögen aus weißem Stein. Keine Ahnung, ob das auch Marmor ist. Vermutlich nicht. Durch die Säulenreihe schimmert der nebelverhangene Canal Grande hindurch.
Rialto Markt 4
Blick auf die Calle de le Beccarie o Panateria neben den beiden Markthallen.
Unter einer grünen Markise reihen sich Fischtheken, daneben präsentiert ein Obst- und Gemüsehändler farbige Auslagen.
Blick Auf Den Kanel Am Markt
Blick entlang des menschenleeren Campo della Pescaria auf den im dichten Nebel verschwimmenden Canal Grande. Mehrarmige gusseiserne Laternen, hölzerne Pfähle und der rosa schimmernde Palazzo am rechten Bildrand setzen ruhige Akzente in der grauen Morgenstimmung.
Blick Auf Den Kanal
Blick durch einen steinernen Spitzbogen mit hängender Laterne auf den nebligen Kanal. Hinter abgedeckten Gondeln im Vordergrund stehen pastellfarbene Palazzi am gegenüberliegenden Ufer, rechts schließt ein schmiedeeisernes Tor die Szene ab.
Aufgenommen habe ich das Foto auf dem Vorplatz der Basilica di San Giorgio Maggiore. Dort waren maximal ein Dutzend Leute, Paare oder einzelne Menschen, die dort herumstanden oder auf den Stufen zur Basilica saßen und warteten, bis die Sonne zwischen Campanile und Kuppel von Santa Maria della Salute durchwandern würde. Weil eben nur diese paar Leute dort waren, kam mir der Sonnenuntergang fast wie eine Privatvorstellung vor.
Von hier aus wirkt die Salute anders als aus der Nähe. Kleiner, kompakter, fast wie ein Scherenschnitt gegen den orangefarbenen Himmel. Der Bacino dazwischen, ein paar Vaporetti, ein Wassertaxi. Und die vier Silhouetten am Ufer, die genau das machen, wofür man hierherkommt: gucken, fotografieren, den Ausblick genießen.
Im Frühling ist der kleine Platz vor der Basilika wohl mit einer der schönsten Ort für einen Sonnenuntergang in der Lagunenstadt.
Ein Trabaccolo ist ein traditioneller, zweimastiger Holzfrachter der Adria, mit charakteristisch rundem, bauchigem Rumpf, flachem Kiel (damit er in flachen Lagunen und kleinen Häfen operieren kann) und ursprünglich zwei Luggersegeln (vele al terzo). Das Bugauge (oculus) ist kein Dekor, sondern traditionelles Schutzsymbol. Es soll der Barke den Weg zeigen. Diese Schiffe haben über Jahrhunderte den Warenverkehr entlang der italienischen Adriaküste bestritten, bevor Motoren und Straßen sie verdrängt haben.
Il Nuovo Trionfo ist der letzte segelfähige Trabaccolo auf der italienischen Seite der Adria.
Am 27. Mai 2026 wird das Boot 100 Jahre alt. Für den Geburtstag plant der Verein neue Masten, Segel und laufendes Gut, um wieder sicher unter Segeln fahren zu können.
Am Abend, nach Einbruch der Dunkelheit. Die engen Gassen und Kanäle rund um Rialto haben sich geleert, die Tagesgäste sind längst wieder auf dem Festland.
Ich stehe auf einer Brücke über einem schmalen Seitenkanal und warte. Vorne, wo der Kanal auf einen größeren Wasserweg trifft, beleuchtet eine einzelne Laterne die Fassade eines Palazzos. Der Rest liegt im Schwarz.
Dann schiebt sich eine Gondel ins Bild. Der Gondoliere stakt ruhig, fast lautlos, seine Fahrgäste sitzen einander zugewandt auf der Bank. Ein paar Sekunden lang steht die Szene so da, wie man sich Venedig bei Nacht vorstellt.
Das Fester ist geöffnet. Nach dem Frühlingsregen duftet die Luft. Tidal spielt Max Corbacho (Ambient der ruhigsten Art). Die Musik mischt sich mit dem Vogelgezwitscher. Ich sitze entspannt vor dem Bildschirm, bin mit der Bearbeitung des Fotos fertig und schreibe an diesem Blogpost, während ich eine kleine Schale Dehong Anji Hong Cha mit einem Schuss Honig genieße. Und dann geht irgendwo eine Alarmanlage los…
Fünf Tage Venedig. Und ich bin zum ersten Mal auf Sant'Erasmo gewesen. Ein paar Ecken abseits der üblichen Verdächtigen, Spaziergänge am späten Abend und am frühen Morgen und die gewohnte Erkenntnis: Man ist nie fertig mit dieser Stadt.
Die passenden Blogposts sind unter dem Tag Venedig 2026 zu finden
Eine Tasse Cappuccino
Serienjunkie
The Night Manager Staffel 2 ist mittlerweile durch, dazu vielleicht ein andermal mehr. Aktuell läuft die fünfte und finale Staffel von The Boys. Gestern die dritte Folge gesehen, und der Biss ist noch da. Keine Abnutzungserscheinungen, keine gefühlte Pflichtübung Richtung Finale. Wenn das Niveau bleibt, wird das ein angemessener Abschied.
Piazzetta San Marco nach Einbruch der Dunkelheit, der Dogenpalast ist nur noch eine sanfte Silhouette. Die Low-Key-Aufnahme stellt die alte Laterne in den Vordergrund und zeigt nur einen kleinen, goldenen Kreis auf dem Boden. Die Kulisse des Dogenpalast bleibt im Großen und Ganzen der Fantasie überlassen.
Der Sonnenuntergang hinter Santa Maria Della Salute und Punta Dogana gehört auch zu diesen Touristenfotos, die die meisten Besucher machen. Aber den Auslöser nicht zu drücken, würde einfach zu weh tun. Und deshalb gibt es das nun hier.
Aufgenommen habe ich das Foto auf einem Vaporetto beim Übersetzen von San Giorgio Maggiore nach San Marco. An der Mündung des Canal Grande bei San Marco hat man den besten Blick auf die beiden Bauwerke.
Einer der Inselbewohner hat es sich auf seinem Stammplatz gemütlich gemacht und duldet gerade eben so einen weitere Touristen, der mit der Kamera vorbei kommt und auch wieder ein Foto macht.
So eine Woche vergeht wie im Flug. Kaum bin ich da und habe den Rucksack ausgepackt, und dann ist es auch schon fast wieder vorbei.
Da ich auf der Hauptinsel und auf Burano und Murano schon so gut wie jeden Stein gesehen habe, hat es mich dieses Mal nach Sant’Erasmo gezogen. Der absolute Kontrast zur Hauptinsel. Man kann dort den ganzen Tag herumlaufen und nur einer Handvoll Menschen begegnen. Sant’Erasmo ist quasi der Gemüsegarten von Venedig. Und Artischocken sind das große Ding. Allerdings noch nicht Anfang April. Erst Ende April können die Castraure, die zarten ersten Blütenknospen, geerntet werden. Dafür war ich leider etwas zu früh dran.
Naja, Fisch und Pasta gibt es immer. Ich hatte ja keine Ahnung, wie gut Seezunge schmecken kann.
Das Wetter war fantastisch. Die höchste Temperatur lag maximal bei 21 °C, eher bei 18 bis 20 °C. Das finde ich bei einem Städtetrip ziemlich optimal. Abends hat es sich auf 15 oder 16 °C leicht abgekühlt.
Am Dienstag hatte ich besonderes Glück. Dichter Nebel bis in den späten Morgen. Das taucht die Lagune in ein besonders schönes Licht mit einer ganz anderen Atmosphäre, als man sie bei Sonnenschein erlebt.
Laterne
Ausgerechnet am Freitagnachmittag, genau in der Zeit meines Rückflugs, wurde im italienischen Luftfahrtsektor gestreikt. Fluglotsen, Kontrollzentren in Rom und Mailand.
Long story short: Der Rückflug hat sich um fünf Stunden auf 19 Uhr abends verspätet. Letztlich war die Verspätung sogar besser als die ursprüngliche Abflugszeit am Mittag. Und da der Spaß früh genug von der Airline angekündigt wurde, gab’s ein paar zusätzliche Stunden, um bei Linguine und Fisch auf Giudecca den Trip würdevoll enden zu lassen.
Die Lagune
Das sind natürlich nicht die einzigen Eindrücke und Fotos. Aber ich wollte nicht alles in einen Post verfrachten.
Bei drei Sekunden Belichtungszeit verschwimmen die Menschen zu Geistern. Links der Dogenpalast mit seiner charakteristischen rosa-weißen Diamantmuster-Fassade, in der Mitte die hohe Säule mit dem geflügelten Löwen von San Marco, dem Wappentier der Republik. Rechts die eleganten Arkaden der Biblioteca Nazionale Marciana. Und im Vordergrund eine gusseiserne Laterne mit leichten Lichtsternen.
Dieser kurze, magische Übergang zwischen Tag und Nacht, ist IMHO einer der schönsten Augenblick um in Venedig zu fotografieren. Ok, der frühe Morgen hat auch seinen Reiz. Aber wer will schon im Urlaub früh aufstehen.
Vaporetto-Haltestelle S. Zaccaria (Piazza San Marco) in Venedig: gelb-weisses Wartehäuschen mit Glasfenstern; in der Spiegelung links die Chiesa del Redentore, rechts Le Zitelle auf der Giudecca; im Vordergrund wartende Touristen im Wasserbus.
Auch heute gibt es wieder ein Foto aus dem Archiv. Ein kleiner Platz auf Burano. Quer über den Platz ist eine Wäscheleine gespannt. Und ein Stock, der an einem Stein lehnt, spannt die Leine. Ich fand die Konstruktion sehr recht pragmatisch.
Neulich habe ich mir für die Z 8 eine CFexpress-Karte zugelegt die mit 1400 MB/s schnell genug schreiben kann, damit ich endlich in höherer Auflösung filmen kann, ohne, dass die Aufnahme wegen zu langsamer Karte abbricht. Die alten XQD Karten, die ich mit der Z 7 benutzt habe, können lediglich mit 400 MB/s beschrieben werden.
Ich muss wohl nicht weiter erwähnen, dass mein gut acht Jahre alter XQD Kartenleser keine CFexpress-Karten lesen kann. Wäre ja auch ein Ding. Also habe ich mir einen zeitgenössischen Kartenleser bestellt. Und auf den warte ich nun. Vorher lade ich auch keine Fotos oder Videos von der Kamera herunter. Ich könnte, aber ich will nicht. Ist ein bisschen wie auch die Entwicklung eines Films zu warten…
Ich hatte vor Jahren mal ein Panorama von San Marco (und Castello) aufgenommen und ich kann mich nicht erinnern, es im Blog gepostet zu haben. Vielleicht war es mir damals zu „touristisch“. Keine Ahnung.
Aufgenommen habe ich die Einzelbilder auf dem Campanile di San Giorgio Maggiore. Das ist der Turm der Basilica di San Giorgio Maggiore auf der gleichnamigen Insel. Und offensichtlich hat man von dort einen perfekten Blick auf die Hauptinsel und einen großen Teil der Laguna. Bei klarem Himmel kann man von dem Turm sogar die Alpen sehen.
Das Original ist 19410 × 6334 Pixel. Bei der Konvertierung zu WebP musste ich es zwangsweise auf eine Weite von 16383 Pixeln reduzieren. Aber dafür ist es nur noch gut 9 MB groß. Also vorm Klicken erst denken…
Es macht Spaß durch die alten Lightroom Kataloge zu schauen und hier und da noch einen Schatz zu finden.