Wenn ich mal nicht weiß, was ich fotografieren möchte, oder uninspiriert bin, oder einfach nur keine Lust habe, durch die Gegend zu fahren, dann heißt es: Back to the roots.
Als Jugendliche hatte ich einen Bezug zur gotischen Subkultur, was sich nicht nur durch meine Vorliebe für zünftige elektronische Musik ausdrückte. Ich lungerte auch gern in düsteren Ecken und auf Friedhöfen herum. Und dort entstand auch meine Leidenschaft für Fotografie.
Ab 16:00 Uhr wurde das Gebiet in einem Umkreis von 600 m evakuiert. Das betraf auch die Straße, in der ich wohne.
Gegen 19:30 Uhr war die Evakuierung abgeschlossen.
Gegen 19:45 Uhr begann die Entschärfung.
Um 21:05 Uhr habe ich erfahren, dass die Bombe entschärft worden ist und man zurück in die Häuser kann.
An der Carolinenschule (Springorum) wurde eine Betreuungsstelle für die betroffenen Anwohner eingerichtet.
Ich habe von der Evakuierung durch die Ausgabe in der Mutti-App der BOGSTRA erfahren, als ich vom Botanischen Garten wieder nach Hause fahren wollte. Ich habe dann spaßeshalber die FOSS Warn-App auf dem GrapheneOS-Pixel installiert, um auf dem Laufenden zu bleiben. Es hätte wohl auch nichts gebracht, wenn ich die App vorher schon installiert gehabt hätte, da ich jede App deaktiviere, die auch nur entfernt nach Batterieverbrauch riecht und ich nicht regelmäßig nutze.
Ich dachte mir, ich könnte das Ganze aussitzen, indem ich in Ruhe in der Innenstadt essen gehe. Aber das hat mir bei weitem nicht genug Zeit verschafft, wie ich feststellen musste. Danach wollte ich ins Kino gehen. Aber nichts, was lief, konnte mich begeistern. Jurassic World: Die Wiedergeburt wollte ich mir wirklich nicht antun. Ich denke, den würde ich nicht mal ohne Zusatzkosten auf Netflix oder so schauen.
Nach Kneipe war mir auch nicht und für Regen in der Wildnis war ich auch zu träge, also bin ich abends dann doch noch mit dem Bus zur Carolinenschule gefahren. Wo ich dann von kurz vor acht bis kurz nach neun ausgeharrt habe, bis die Bombe entschärft worden ist. Das hätte ja auch durchaus noch länger dauern können. Außerdem wollte ich mir so eine Betreuungsstelle mal anschauen.
Bändchen
Beim erstmaligen Betreten musste ich mich mit Perso anmelden. Dann bekam ich ein Bändchen für’s Handgelenk. Ich habe erfahren, dass die Entschärfung schon begonnen hatte, aber es ist unbekannt, wie lange das dauern könnte. Im Foyer der Schule waren Tische und Stühle aufgebaut. Essen und Trinken gab es frei. Allerdings hatte ich vom späten Mittag noch einen vollen Bauch und habe gepasst.
Ich hatte, das Gefühl, dass dort beinahe mehr Einsatzkräfte als Betroffene waren. Hinter der Schule standen eine Reihe Einsatzfahrzeuge vom DRK, den Johannitern, Maltesern und vom THW. Feuerwehr und Polizei waren ebenso vertreten.
In einem fast leeren Shuttlebus bin ich dann bis zur Blenkensteiner Straße mitgefahren und gegen 21:30 Uhr war ich dann zu Hause.
Gestern in der Mittagszeit bin ich durch den Botanischen Garten geschlendert. So viel blüht momentan noch nicht. Beete werden neu gemacht und an allen Ecken stehen Steinsockel mit kleinen Skulpturen von Tieren, die man in dem Kontext antreffen kann. Auch käuflich zu erwerben. Und was man dort als echte Lebensform antreffen kann.
Und warum ich das erzähle: Da ich unterwegs nicht fortwährend das Tele gegeben ein anderes Objektiv wechseln möchte, nehme ich ganz gern eine zweit, kleine Kamera mit einem Weitwinkeln oder sowas mit, die im Rucksack nicht ins Gewicht fällt.
Ruhr Uni
Gestern hatte ich die fast 14 Jahre alte Sony NEX-7 dabei. Und mal abgesehen davon, dass das SEL16F28 schon früher eher mässig war und es nicht besser geworden ist, haut es mich trotzdem um, dass eine 14 Jahre alte Kamera so unendlich viel bessere Aufnahmen macht als ein zeitgenössisches Highend Smartphone. Man könnte meinen, dass der Handy Kameraquatsch über ein Jahrzehnt hinter richtiger Kameratechnik zurück liegt.
Spätesten in Lightroom auf dem Monitor wird dann sichtbar, dass ein Smartphone mit all der gepriesenen KI und Computational Photography einfach nur Pixelmatsch erzeugt. Schade! Ich kann mich immer noch nicht mit platzsparenden Handy als Alternative zu eine kleine Kamera anfreunden.
Ich glaube, Bochum Weitmar besteht nur aus Friedhöfen.
In Weitmar Mitte sind zwei rechts und links von der Hattinger Straße und ein Stück weiter vorm Weimarer Holz nochmal das gleiche Bild. Auch jeweils rechts und links von der Hattinger Straße auf gleicher Höhe.
Und auf dem einen - auf meiner Seite des Hattinger Straße - direkt am Weitmarer Holz, habe ich den Bienenstock gesehen.
Momentan erkunde ich meinen neuen Lebensraum im Umfeld der neuen Wohnung.
Und dieser kleine Weg verbindet die eine Straße mit der anderen und verläuft zwischen Hintergärten und einem Friedhof.
Die Tür zur Trauerhalle des Städtischen Friedhofs Weitmar. Direkt am Weitmarer Holz, ist der Friedhof meiner neuen Wohnung am nächsten gelegen. Das Wäldchen ist nun noch ca. 1000 Schritte von meiner Haustür entfernt.
Nikon Z 7 · NIKKOR Z 50mm f/1.8 S · f/5.6 · 50mm · 1/250s · ISO 64
Naja, ich muss zugeben der neue Blick aus dem Schlafzimmerfenster bietet keinen so beeindruckenden Ausblick mehr. Das ist wohl die Kehrseite, wenn man nur ein paar Treppenstufen haben möchte.
Aber ich will nicht nörgeln. Im Gegenteil, die Bäume schützen ein wenig vor der Sonne.
Bei der Wohnungssuche bin ich in dieser Woche (KW32/2023) ein ganzes Stück weitergekommen. Ich habe den Mietvertrag für die neue Wohnung abgeschlossen und die Kündigung für den bestehenden Vertrag rausgeschickt. Per Einschreiben Einwurf, wie mir der junge Mann am Schalter in der Postfiliale empfohlen hat.
Ab dem 1. September kann ich die neue Wohnung beziehen. Der Plan ist, zumindest ein Bett und evtl. einen Kühlschrank für die erste Septemberwoche für die neue Wohnung zu bestellen. Da ich einige Monate doppelt Miete zahlen werde, sollte der Umzug insgesamt nicht sonderlich hektisch werden. Hauptsache, ich habe schon mal wieder eine Umgebung, in der ich nachts durchschlafen kann. Es gibt nur vier Mietparteien in dem zwei Etagen Haus und ich ziehe in eine der beiden Wohnungen im Obergeschoss. Und es ist kein Dachboden.
Die neue Wohnung ist nicht mehr in der Nähe der Innenstadt und nicht mehr direkt an einer Hauptstraße gelegen, sondern ein paar Hundert Meter in einer Seitenstraße der Hattinger Straße nahe des Weitmarer Holz.
ÖPNV-Anbindung und Infrastruktur sind auch gegeben. Also, einen Edeka, einen Kiosk und einen Imbiss in Reichweite gibt es.
Ist das nun meine Traumwohnung? Die Aufteilung gefällt mir auf jeden Fall.
Ein Flur von der Wohnungstür bis zum Wohnzimmer und Schlafzimmer.
Bad mit großem Fenster.
Kein Dachgeschoss!
Ob das nun wirklich das Gelbe vom Ei sein wird, wird die Zukunft zeigen. Keine Ahnung, wie die Nachbarn sind und ob es wirklich so ruhig sein wird.
Vor dem Umzug gilt auf jeden Fall: Ausmisten. Und das betrifft alte Möbel und Dinge, die ich nie wieder benutzen werde. Und davon fliegen hier einige herum. Dann sollten Umzüge in Zukunft eher ein Klacks sein.