Im Botanischen Garten trifft man neben den üblichen Besuchern auch immer wieder Fotografen, die dort ihrem Hobby nachgehen und Blumen, Insekten, Frösche, Echse oder was der Garten zu bieten hat, fotografieren. Mit manchen kommt man schnell ins Gespräch, mit anderen eher weniger.
Libellen zu verfolgen, ist eine recht mühsame Arbeit. Gerade tagsüber sind die ziemlich unruhig.
Gestern hatte jemand die großartige Idee, nahe dem kleinen Becken im Zentrum des Gartens einen frisch abgebrochenen Ast an einem Schild zu befestigen. Erstaunlicherweise hat sich dort eine Libelle für einen guten Augenblick niedergelassen und sich als Model zur Verfügung gestellt.
Ich war mal Opportunist und habe die Situation genutzt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei diesem Exemplar um eine Vielfleck-Libelle.
Da frage ich mich doch, wer hier wen beobachtet hat. Es wird warm, Vögel lassen Federn. Überall auf dem Teich liegen kleine, weiße Federn herum.
Im Nachhinein sieht man es immer sofort, ich hätte nur etwas mehr in die Hocke gehen müssen und die Perspektive wäre um einiges besser gewesen. Aber der alte Mann wird bequem.
Eigentlich wollte ich heute in die Innenstadt fahren. Bei dem letzten Kauf eines Objektivs gab es ein selbstklebendes Tuch als Beigabe. Das ist ein Tuch aus einem dicken, haftenden Stoff, um darin Equipment einzuwickeln. Es gab da mal eine Kickstarter-Kampagne, mit der so etwas in der Art angedacht war. Von spinn.design habe ich schon die nützliche Arca-Swiss-Bodenplatte mit den Ösen für 'ne Strippe. Die Tücher aus der Beigabe sind aber nicht jede. Ich denke, die Idee wurde von vielen aufgegriffen. So auch von Zielfoto, deren Lappen zur Beigabe bei meinem Fotohändler dienen. Wie auch immer. Die Tücher sind praktisch und ich hätte gern noch ein weiteres.
Allerdings kam alles anders. Am Bahnhof sind mir einige Kids in Cosplay-Verkleidung aufgefallen. Es stellt sich heraus, in Düsseldorf ist heute Japantag. Also habe ich vom ursprünglichen Plan abgesehen – so ein Lappen kann ich immer mal kaufen – und bin in den nächsten Zug nach Düsseldorf gesprungen.
Im Hintergrund ist die Girardetbrücke zu sehen.
In Düsseldorf angekommen, habe ich mich bei einsetzendem Regen auf den Weg zur Rheinwerft gemacht. Und wie sollte anders sein, noch bevor ich angekommen bin, hat der Regen deutlich nachgelegt. Jedes auch nur entfernt japanisch anmutenden Geschäft, auf meinem Weg, hatte Außenstände und hat etwas angeboten. Kleinigkeiten, Süßigkeiten, richtiges Essen. Leider im Regen.
Es war voll. Unglaublich voll! Mein letzter Besuch in Düsseldorf zum Japantag liegt schon einige Jahre zurück. Ich habe aber nicht das Gefühl, dass es schon immer so überlaufen war. Ist das eine Entwicklung der letzten Jahre?
Der Regen und meine etwas klammen Klamotten haben mir bedauerlicherweise etwas den Spaß verdorben und ich war nicht so lange dort.
Zwei Enten haben sich gerade eben auf die Wiese hinter dem Haus verirrt. Die halten das hier wohl für Natur. Das passiert also, wenn Vonovia nicht alle 10 Minuten den Rasen auf 5mm mähen lässt.
Manchmal ist der Blick auch aus diesem Schlafzimmerfenster ganz nett.
Tanz das Chlorophyll. Sieht ein wenig so aus als wäre die Tanzfläche voll.
Am frühen Morgen hatte ich mir noch vorgenommen am Vormittag in die Innenstadt zu fahren. Vielleicht mal in einer Buchhandlung nach lustigen Star Wars Comics schauen. Aber als es dann um die Wurst ging, bzw. die Frage ob ich Baustellen sehen möchte oder doch lieber mitten in der Natur stehen will, bin halt nicht in die Stadt gefahren. Einkaufen kann ich auch hier im Dorf.
Gegen halb acht – Ohne fremde Einflüsse wach geworden und ins Bad bewegt, nachdem ich ein großes Glas Wasser getrunken habe. Kaum war ich im Bad, hat mich mein Handy mit einem lauten Ping zurückgerufen. Ich sollte den Schlafen-Modus deutlich verlängern. Der Gedanken ist nicht neu. Der Ping gehört zu einer E-Mail: Das Finanzamt kann mit der eingereichten Steuererklärung leben. Okay, das ist nett. Aber jetzt ins Bad.
Gegen acht – Beschäftige mich näher mit der Mail von vorhin. Sparen oder auf’n Kopp hauen?
Halb neun – Es regnet. Brühe den ersten Fengqing Yesheng Hong Cha auf, um das mit dem Regen erst mal halbwegs zu verkraften. Sieht so aus, als bräuchte ich eine Vielzahl von Aufgüssen. Überlege, was ich mache, wenn es heute wirklich durchregnet. Der Wetterbericht sagt, dass nur in der ersten Tageshälfte Regen fällt. Aber die kochen auch nur mit Wasser. In der ersten Tageshälfte wollte ich ursprünglich in den Botanischen Garten. Mein Makro spazieren führen. Das muss mal aus der Schublade an die frische Luft.
Halb zwölf – Es hat aufgehört zu regnen. Die vielen Aufgüsse scheinen geholfen zu haben. Ein wenig gesurft, gelesen und einen Blogpost zum Mac mini geschrieben.
Viertel nach zwölf – Also geht es doch noch zum Botanischen Garten. Etwas verspätet. Aber hey, wem schlägt samstags schon die Stunde. Einen Steinwurf entfernt liegt die Haltestelle Museum unter Tage. Von dort fährt der Niederflurbus 344 in weniger als 20 Minuten zur Ruhr Uni. Bequemer bin ich nie zum Botanischen Garten gekommen.
Hasenglöckchen
Viertel vor drei – Nachdem ich eine Weile durch den Garten gelaufen bin, das eine oder andere Foto gemacht habe und in Ruhe auf einer Bank für einen Augenblick meinen Verstand ausgeschaltet habe, muss ich mir nun Gedanken machen, wie ich am besten vom Lottental nach Hause gelange. Nicht ohne mal zu schauen, was an den Lottentaler Teichen so abgeht.
Halb vier – Zurück im Dorf. Ich muss entweder einkaufen oder bestellen. Das überlege ich mir bei zwei Kugeln Eis mit Sahne im Becher für knapp unter fünf Euro. Unglaublich! Ich versuche es mal mit Einkaufen.
Kurz nach vier – Bin wieder zu Hause. Importiere die Fotos aus dem Garten in Lightroom und schaue mal drüber. Aber eigentlich ist morgen auch noch ein Tag.
Gegen 17 Uhr – esse was – habe ja eingekauft – und schaue dabei die heute Show von gestern und noch eine Menge anderer Videos auf YouTube und habe das Gefühl, dass 18 Uhr ein guter Zeitpunkt ist, den Abend einzuläuten.