Ach! Kann es denn wahr sein! Nach nicht einmal zwei Jahren ist die Batterie des rechten Stöpsels so weit am Ende, dass der zum einen nicht mehr vollgeladen wird und dann mit der Ladung von 72 % mit LDAC und ANC auch nur noch eine knappe halbe Stunde durchhält. Das Maximum liegt laut Sony bei 3,5 Stunden. Was sich mit meinen Erfahrungen in etwa deckt. Auch nach Zurücksetzen etc pp bleibt es dabei.
Der Linke hingegen verhält sich etwas tapferer und wird noch bis 88 % geladen. Allerdings weiß ich nicht, wie lange der damit läuft, denn nur einen Stöpsel zu benutzen, führt die Idee vom Noise Cancelling ad absurdum.
Einen so dramatischen Kapazitätsverlust eines Akku nach knapp unter zwei Jahren finde ich bei einem Kopfhörer in der Preisklasse schon etwas daneben. Das sind ja nicht gerade Bluetooth Ohrstöpsel vom Wühltisch.
Ich bin mir auch keiner Missetaten bewusst, wie bspw. die Dinger ewig und drei Tage an einem Ladegerät hängenzulassen.
Vermutlich haben die einfach gerochen, dass in allernächster Zukunft das Nachfolgemodell auf den Markt kommt.
Hmm... Da ich nun selbst auch immer über Reviews nörgle, wenn der Reviewer das "Ding" gerade erst ausgepackt hat und schon eine gefasste Meinung von sich geben möchte, bin ich wohl noch ein Update zu den Sony WF-1000XM4 schuldig.
Nach etwas über vier Monaten und beinahe täglichem Gebrauch, kann ich mich nach wie vor im Großen und Ganzen positiv äußern. Daher nur wenige Punkte, die negativ aufgefallen sind:
Trittschall / Körperschall: Wie bei vielen gut isolierenden In-Ear-Kopfhörern, wird auch bei diesem Modell der Schall im Körper auf das Trommelfell übertragen. Bei geringer Lautstärke hört man das schon beim normalen Gehen. Joggen würde ich damit vermutlich nicht. Und auf Nüsse beißen ich auch kein Spaß;)
Wie man bei dem Begriff In-Ear schon vermuten kann, stecken die Ear-Tips ein kleines Stück im Hörkanal. Vielleicht nicht so tief wie bei Ohrstöpsel. Aber das muss man abkönnen. Wenn man da etwas empfindlich und bspw. bei Ohrstöpsel Probleme hat, wird man In-Ear Kopfhörern keinen Spaß haben. Ich bin da manchmal empfindlich und so habe ich noch das Paar Sony WH-1000XM4. Aber manchmal nerven mich auch „Schraubstöcke“, die ich mir um den Kopf schnallen muss.
Bislang habe ich die WF1000XM4 nur per LDAC an meinem LG G8 und am Fiio M6 benutzt. Verbindung ist sehr gut. Keine Aussetzer. Keine Unwille zur Verbindung mit dem Player. Für Bluetooth wirklich ganz solider Klang. Exzellentes Noise Cancelling, das mir in den vergangenen Monaten an so manchen Tagen geholfen hat, den Baustellenlärm vor'm Haus zu überstehen. Bis heute bin ich sehr zufrieden.
Die Gerätebezeichnungen von Sony sind immer wieder ein Spaß. Geht doch locker von der Zunge: WF-1000XM4. Ich bin froh, dass es den Online-Handel gibt. Da muss man einfach nur drauf klicken. Man stelle sich das im Fachhandel vor: Ich hätte gern diesen Sony Kopfhörer. – kramt den Zettel mit dem Namen raus – We Ef Bindestrich ein null null null ix em vier.
Ganz anders die Konkurrenz, mit deren Produkt ich so unglaublich glücklich bin: Kwaiet Komfort Ihrbatts – Was soll’n das sein. Nachdem ich die Ohrhörer nun eine kleine Weile quasi täglich benutzt habe, fühle ich mich berufen, eine ordentliche Pfostierung zu den Stöpseln zu machen. Bevor ich keine Lust mehr habe.
Als Verpackung kommt eine kleine graue Pappschachtel ganz ohne Plastik daher. Was ich ganz gut finde. In der Schachtel sind die beiden Ohrhörer im Ladeetui, ein sehr kurzes Ladekabel und zwei weitere Paar Tips: groß und klein. Die mittlere Größe ist bereits auf den Ohrhörern. Ich vermute, dass die in den meisten Fällen passen.
Ohrhörer / Tragekomfort
Sie sind klein. Also im Vergleich zu den Vorgängern und den Quiet Comfort Earbuds. Ich kann damit ohne Probleme liegen und auch den Kopf zur Seite drehen, ohne dass die Ohrhörer gleich an ein Kissen schubbeln.
Sie haben keine physischen Knöpfe, sondern druckempfindliche Sensoren, um diverse Dinge auszulösen: ANC aus/aus, Umgebungsgeräusche einblenden, Play/Pause, nächster/voriger Titel, Smart Assistent am Handy starten.
Die Bose Dinger haben ihren Namen (Quite Comfort) schon mit Berechtigung. Diese geflügelte Konstruktion der Ohreinsätze, die nur auf dem Hörkanal liegt, ist viel bequemer als irgendwas, das schon ein Stück in den Hörkanal hineinreicht. Wer das nicht verträgt, kann mit In-Ear Kopfhörern gar nichts anfangen.
Davon abgesehen passen die Sony Ohrhörer ganz gut in die Ohrmuschel und sitzen dort auch solide, zumindest bei meinen Ohren. Vermutlich bin ich aber auch kein Schneeflöckchen mit ganz ultraspeziellen Ohren.
Ich benutze sie nur zu Hause oder im Zug, kA. wie das ist, wenn man damit durch die Gegend läuft oder womöglich Sport betreibt. Körperschall könnte bei leiser Musik vielleicht zu einem Problem werden. Ich habe mir vor einer ganzen Weile abgewöhnt, in der Öffentlichkeit Kopfhörer zu tragen.
Ladeetui / Akkuleistung
Nicht so klein wie die Schachtel der Apple AirPods pro, aber kleiner als die des Vorgängermodells oder das Etui der Bose QuietComfort Earbuds. Kann per USB-C und kabellos geladen werden.
Ich habe keine Ahnung, ob die Herstellerangaben zur Akkulaufzeit zutreffen. Ich hatte noch nie über acht Stunden einen Ohrhörer im Ohr. Wird wohl auch so ohne Weiteres nicht passieren. Daher halte ich solche Angaben eher für uninteressant. Zumal ich die Stöpsel nach Gebrauch ohnehin wieder in das Etui lege, wo sie dann wieder geladen werden.
Pairing und Android App
Die frischen Kopfhörer befinden sich automatisch im Pairing Mode, und ich hatte kaum die Möglichkeit, mich gegen das Pairing mit dem Handy zu wehren. Ich habe die beiden Ohrhörer aus der Hülle genommen und schon hat das G8 fröhlich die beiden Stöpsel in Empfang genommen. In der Sony Headphone App wurde die Priorität auf Klangqualität eingestellt und danach das Handy mit den neuen Bluetooth-Einstellungen neu gestartet. Und siehe da: LDAC. Und seitdem klappt das Pairing einwandfrei und stabil. Bei jedem Verbindungsaufbau wurde automatisch LDAC als Codec ausgewählt.
Die Headphone-App von Sony ist die gleiche, die ich auch schon für die WH-1000XM4 (Over Ear) benutze. Und es empfiehlt sich auch, diese zu installieren. Die Ohrhörer funktionieren zwar auch ohne, aber man kann sie halt nicht konfigurieren.
Tips
Die üblicherweise kurzlebigen Memory Foam Tips sind eine Spezialanfertigung von Sony und es können nur diese benutzt werden. Nee, nur ein Scherz! Ist ja nicht Apple. Ich hatte noch ein paar Inairs hier herumfliegen und die direkt mal ausprobiert. Praktischerweise hatten die den passenden Innendurchmesser. Man kann die Sony Tips also im Laufe der Zeit durch beliebige ersetzen. Man könnte vermutlich sogar Silikon Tip benutzen. Obwohl ich bezweifeln möchte, dass damit eine annähernd so gute passive Abschirmung erreicht werden kann.
ANC
Die passive Abschirmung ist durch die Schaumstoffaufsätze ähnlich wie man sie von In Ear Kopfhörern gewohnt ist und bildet eine solide Basis, auf der das ANC aufsetzen kann. Im Augenblick, nachdem ich ANC das erste Mal eingeschaltet habe, hatte ich kaum das Gefühl, es hätte sich was geändert. Nach einer kurzen Weile habe ich die Stöpsel wieder aus den Ohren genommen und dann ist mir aufgefallen, dass es in der Zwischenzeit auf der Baustelle vor dem Haus wieder richtig rund geht. Im Prinzip verhält es sich wie jedes ANC. Tiefere Frequenzen und gleichförmige Geräusche lassen sich gut ausblenden. Bei hohen Frequenzen und hellen Stimmen wird es schwerer.
Ist das nun besser als das vom Bose Quite Comfort? In Verbindung mit der besseren passiven Abschirmung unterdrücken die Sony Stöpsel idT. bisschen besser als die Quiet Comfort EarBuds. Allerdings musste ich beide in der gleichen Geräuschkulisse vergleichen, um den Unterschied auszumachen. Es geht schon fast in den Bereich der Haarspalterei.
Was ANC betrifft, würde man mit beiden Modellen nichts falsch machen. Und natürlich liegt das ANC konstruktionsbedingt hinter dem von ohrumschließenden Modellen leicht zurück. Aber dafür hat man auch nicht das Gefühl, den Kopf in einen Schraubstock eingespannt zu haben. Das muss jeder selbst wissen, worauf er kann. Meistens habe ich auch mit Over Ear Kopfhörern kein Problem. Aber es gibt Situationen, dann kann ich einfach nicht drauf.
Klang
Das erste Hören war vielleicht nicht direkt enttäuschend, aber zumindest ernüchternd. Die mittleren Höhen ab 5 KHz fallen so sehr in den Keller, dass das Standardprofil einfach nur noch dämlich klingt. Mit der Headphone-App kann per EQ eine individuelle Anpassung des Klangbildes vorgenommen werden. Alter Schwede! Und das ist echt notwendig! Nach Einstellung des Equalizers lachte das Herz.
Die räumliche Abbildung ist okay und weitaus mehr, als ich von jedem Bluetooth-In-Ear-Kopfhörer erwarten würde.
Die Klangprofile vom WF-1000XM4 (in ear) und WH-1000XM4 (over ear) sind überraschend verschieden. Der WH hat deutlich mehr Oompf und die mittleren Höhen und Höhen sind trotz Anpassung durch den EQ beim WF etwas feiner, mit ein wenig mehr Kontur. Beim Oompf kann die Clear Bass Einstellung von EQ etwas nachhelfen. Aber da kann man auch schnell übertreiben…
Wie schon bei den WH lohnt sich die LDAC Unterstützung. Wird über die Sony App oder die Entwicklereinstellung am Handy AAC erzwungen, ist ein deutlicher Qualitätsverlust hörbar.
Fazit
Jo. Klingt gut genug, um richtig Spaß zu machen. ANC ist schon ein Knaller für einen In-Ear-Kopfhörer. Persönlich ziehe ich die Sony WF den QuietComfort Earbuds vor, da mir nach EQ der Klang einfach besser gefällt. In der Woche, in die ich den Ohrhörer benutzt habe, hatte ich keine Verbindungsprobleme. Ich denke, das ist eine der größten Schwächen der Bose Ohrhörer.
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