Die Technologie hinter Online-Werbung lässt sich für Überwachung und Spionage missbrauchen. Um diese Risiken sichtbar zu machen, prägten Forschende vor sieben Jahren den Begriff ADINT. Unsere jüngsten Recherchen mit dem BR zeigen: Ihre Warnungen waren berechtigt, die Gefahr wird noch immer unterschätzt. – Databroker Files: ADINT – gefährliche Spionage per Online-Werbung
Die geplante Chatkontrolle macht die Welt unsicherer und autoritärer, denn sie richtet sich gegen private und verschlüsselte Kommunikation. Um das Projekt durchzusetzen, arbeiten die Befürworter mit Desinformation, Lügen und Taschenspielertricks. Doch noch kann die Chatkontrolle gestoppt werden. Ein Kommentar. – Client-Side-Scanning: Die Chatkontrolle ist Überwachungsstaat pur
Mit dem als «Chatkontrolle» bekannten Gesetzesvorschlag der EU-Kommission soll in der Europäischen Union ein Massenüberwachungsapparat von orwellschem Ausmass eingerichtet werden. Setzen sich EU-Bürger nicht jetzt für ihre Privatsphäre ein, könnte es schon bald zu spät sein. – Die Chatkontrolle muss gestoppt werden!
Vorletztes Wochenende habe ich auf meinem Pixel 7 Pro GrapheneOS installiert. Ich habe mich für den WebUSB-based Installer entschieden. Und die Installation war so einfach, wie die Seite vermuten lässt. Keine Probleme, keine Ungereimtheit. Der Spaß hat ungefähr zehn Minuten gedauert. Als Rechner habe ich ein MacBook mit Apple Silicone und macOS Monterey benutzt. Als Browser kam Chrome zum Einsatz.
Das sieht natürlich erst mal aus wie das Stock Android 14, das sich vorher auf dem Pixel befand. Würde ich beim Booten nicht „gewarnt“, dass ein anderes OS geladen wird, und gäbe es den GrapheneOS Splash Screen nicht, müsste man nach dem Start schon genau hinschauen, um am Starter zu erkennen, dass es zumindest nicht das Original vom Pixel ist.
Einstellungen und Profile
Nach der Installation habe ich einige IMHO sinnvolle Einstellungen getroffen:
In „Netzwerkeinstellungen“ und „Verbundene Geräte“ habe ich das automatische Deaktivieren von WLAN und Bluetooth eingeschaltet, wenn sie nicht benutzt werden. NFC habe ich ganz ausgeschaltet und die Namen für den Hotspot und Bluetooth-Gerät in etwas Unverfängliches geändert.
Ich habe mich entschlossen, nichts weiter mit dem Besitzerprofil zu machen und für den täglichen Gebrauch ein separates Profil (ohne Google Stuff) anzulegen und zwei weitere für Google Firlefanz und Banking. Hat den Vorteil, dass ich eins der Profile einfach entsorgen kann, wenn mal was ist.
Meine Schnelleinstellungen sehen zurzeit so aus.
Fand ich so praktisch, um Kamera, Mikro & Co schnell ein- und ausschalten zu können.
Apps
Der Blick auf die Applications ist anfangs erst mal nur für den absoluten Puristen ein Genuss. Es gibt eine App für GrapheneOS App-Installation, Kamera, Galerie, Einstellungen, Dateien, Taschenrechner, Telefon, Uhr und SMS/MMS. Als Browser kommt Vanadium mit und das ist gut so.
Da ich nun kein absoluter Purist bin und doch die eine oder andere App noch zusätzlich benötige, habe ich den Neo Store (schöneres Frontend für F-Droid) und damit dann den Aurora Store installiert. Um den Neo Store zu installieren, habe ich Vanadium kurzzeitig die Rechte gewährt, Apps aus fremder Quelle zu installieren. Und das danach wieder ruckzuck deaktiviert.
Über die mitgelieferte App „Apps“ können Google Play Dienste installiert werden, die dann hübsch in einer Sandbox laufen. Ich habe das in einem separaten Profil gemacht und es klappt reibungslos.
Über die beiden Store habe ich die üblichen Kandidaten installiert:
Fairmail
ImapNotes3. Eine Entdeckung aus dem F-Droid Store, die ich mal richtig klasse finde. ImapNotes3 speichert Notizen in einem IMAP-Postfach. Dh. wenn ich für meinen IMAP-Account auf dem Mac das Feature Notizen aktiviere, kann ich unter macOS mit der Notizen Anwendungen auch auf ebendiese Notizen zugreifen.
Megalodon. Der Mastodon-Client meiner Wahl.
Muttis eTarif. Schnell mal nach Fahrzeiten und Verspätung im ÖPNV schauen.
ProtonMail & ProtonPass
Raindrop
RethinkDNS. Gegen Werbung, Tracking und andere Unsäglichkeiten, die das Internet zu bieten hat.
Alle aufgeführten Apps laufen perfekt ohne Google-Dienste. Bei den Apps aus dem F-Droid-Store ist das ja selbstredend, aber für die Apps, die über den Aurora Store installiert sind, ist das nicht selbstverständlich. USB-Audio-Player Pro weigerte sich zum Beispiel, ohne Google-Dienste zu starten. Schade! Habe ich erst mal durch VLC ersetzt. Nein, es ist kein echter Ersatz.
Bei der Installation einer jeden App sollte man sich Gedanken machen, welche Rechte man der Anwendung einräumen möchte. Nicht jede App benötigt Sensoren oder Netzwerkzugriff.
Einen Kalender? Brauch ich nicht, da Bullet Journaling. Im F-Droid-Store gibt es reihenweise Kalender Apps. Habe mir aber aus Desinteresse keine angeschaut.
Was fehlt mir noch?
Eine Alternative zur Android Tastatur (AOSP) könnte mir gefallen. Ich sag mal: Gboard kommt eher nicht wieder infrage. ;) Ich bin letztlich bei Simple Keyboard hängen geblieben, aber optimal ist die auch nicht.
Und warum das ganze Theater
Für mehr Sicherheit und Privatsphäre. Welche Vorteile GrapheneOS im Bereich Datenschutz bietet, wird in dem Wikipedia-Artikel kurz aufgelistet. Etwas umfangreicher ist die Feature-Liste auf der Homepage vom OS.
Fazit nach zwei Wochen
Ich kann mit dem Handy noch immer Musik hören. Sogar meine externen DAC funktionieren immer noch alle mit dem Pixel. Und auch die Uhrzeit wird auf dem AOD angezeigt. Wenn man sich allerdings an die „Komfort“-Funktionen von Android und insbesondere des Pixels gewöhnt hat (Google Lens, Audio Rekorder etc.), wird GrapheneOS nicht so gut gefallen. Die fallen weg. Mir fehlen sie nicht, da ich die meisten Sachen nur mal zum Ausprobieren benutzt habe. Meine Ansprüche sind in der Hinsicht nicht so hoch. Die verbesserte Sicherheit und die Vorteile in Hinblick auf Datenschutz kompensieren alles und geben mir bei dem Handy ein besseres Gefühl als bei vorangegangenen Geräten, egal ob es nur ein Android-Handy war oder ein iPhone.
Ich sehe keinen Grund, zum Stock OS vom Pixel zurückzukehren.
Tja... jetzt müsste ich nur noch macOS loswerden. Aber das ist wohl ein ungleich viel schwierigeres Unterfangen.
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