GrapheneOS

GrapheneOS mit Material 3

Seit dem letzten Update gibt es GrapheneOS mit Material 3. Naja, es sieht ein bisschen anders aus. Ich habe es bisher nicht wirklich vermisst und war vorhin nach dem Reboot etwas überrascht, weil ich schon gar nicht mehr daran gedacht hatte. Es ist eben eine unmittelbar sichtbare Veränderung nach einem Update. Bugfixes, Security- und Privacyupdates sind in der Regel halt erst mal nur im Changelog sichtbar.

Ich bin dankbar für die Mühen, die in die Bereitstellung von GrapheneOS gesteckt werden.

Ein richtiger Schwarz-Weiß-Modus würde mir gefallen. Also mit „schwarz“ meine ich wirklich schwarz und mit „weiß“ halt weiß und nicht grau und irgendwas dazwischen.

Eine kleine Herausvorderung am Abend.

Auf dem Pixel benutze ich neben dem Eigentümer-Account unter GrapheneOs verschiedene Accounts: Einen für den alltäglichen Gebrauch, auf dem vornehmlich OpenSoruce Apps installiert sind. Und einen weiteren mit Sandboxed Google Play. Dort laufen Apps, die gern und viel nach Hause telefonieren.

SMS empfange ich natürlich mit dem Account für den alltäglichen Gebrauch. Dort ist auch der Aegis Authenticator für Zwei-Faktor-Authentifizierung. Es ist jetzt etwas nervtötend, wenn ich auf dem Account mit der Sandkastenversion von Google Play eine App wie Amazon Prime installieren möchte, die mir zur Authentifizierung eine SMS schickt. Oder wenn ich meinen Passwortmanager installieren möchte, der zur Anmeldebestätigung einen 2FA-Code verlangt. Natürlich bekomme ich eine Benachrichtigung über die SMS auf dem anderen Account, aber aus Gründen der Privatsphäre wird der Inhalt natürlich nicht angezeigt. Wechsele ich nun den Account, kann ich den Code lesen und mir merken, aber wenn ich dann wieder zurückwechsle zum Google Sandbox Account, muss ich den Log-in erneut beginnen. Das heißt wieder die E-Mail und das obszön-lange Passwort eingeben und es gibt eine neue SMS mit einem neuen Code. Genau mein Humor.

Vielleicht sollte ich einfach ein Buch lesen… 

Updates...

Als ich Anfang des Jahres GrapheneOs installiert habe, hatte ich nicht im Auge wie häufig Updates über den Stable Branch kommen. Ein Blick ins Changelog hätte mir das sagen können.

Aber egal, lieber ein paar mehr als zu wenige.

Früher war der primäre Verwendungszweck meines Handys, mir die Uhrzeit und das Datum zu verraten. Heute bin ich es hauptsächlich am Updaten…

Aber ich habe auch das angenehme Gefühl, dass mein Handy wieder mir gehört und nicht Google, Apple oder Samsung.

Auf der Suche nach dem Audio Player

Unter Android – mit der Möglichkeit, über den Google Playstore bezahlte Apps zu laden und Zugriff auf Google-Dienste – war das überhaupt keine Frage: USB-Audioplayer PRO – da führt kaum ein Weg vorbei, wenn man einen externen DAC am Handy benutzt.

Ohne die Google-Suppe sieht das ganz anders aus. Der Usbapp lässt sich zwar über den Aurora Store installieren. Aber aktivieren ohne personalisierten Zugang und Google-Dienste ist nicht möglich. Eigentlich startet der Player nicht einmal.

Eine Weile habe ich VLC benutzt. Der funktioniert zwar, aber die UI ist nicht von heute.

Momentan versuche ich es mit Auxio.

  • Die UI ist so einfach gehalten, wie sie sein sollte, und per Einstellung ist der Player so schwarz, wie es sich gehört.
  • Die Wiedergabe ist unterbrechungsfrei. Was ich gerade bei Konzeptalben und Mixen wirklich wichtig finde. Es ist grausam, wenn ich entspannt mit dem Kopfhörer auf den Ohren da sitz und in ein Stück Musik vertieft bin und „mittendrin“ eine kleine Pause ansteht, wenn der nächste Titel aufgerufen wird. Das macht einfach alles kaputt!
  • Bit perfect gibt’s leider nicht. Aber meistens benutze ich das Pixel ohnehin in Verbindung mit einem BlueTooth Kopfhörer.

Bisher scheint der Auxio Player eine gute Alternative zu sein, bis auf die marode Unterstützung für externe DACs. Es wird zwar Musik wiedergegeben, aber halt nicht bit perfect. Das ist also leider nicht der ideale Spielpartner für einen DAC/KHV.

Ich schätze mal, die Suche wird weitergehen …

Futo Keyboard

Ich freunde mich gerade mit dem Futo Keyboard an. Nach Simple Keyboard ist das ein guter Schritt nach vorn.

Ist zurzeit noch alpha und gerade beim Swipe Typing merkt man es stark. Liegt häufig daneben. Beim Bewegen des Cursors mit der Leertaste öffnet sich beim „falschen“ Druck gern mal das Select language Menü.

Die App ist bisher die beste Alternative, die ich finden konnte.

Es lässt sich unter GrapheneOS mit dem AuroraStore aus dem Playstore installieren und natürlich via F-Droid.

Nach zwei Wochen GrapheneOS

Vorletztes Wochenende habe ich auf meinem Pixel 7 Pro GrapheneOS installiert. Ich habe mich für den WebUSB-based Installer entschieden. Und die Installation war so einfach, wie die Seite vermuten lässt. Keine Probleme, keine Ungereimtheit. Der Spaß hat ungefähr zehn Minuten gedauert. Als Rechner habe ich ein MacBook mit Apple Silicone und macOS Monterey benutzt. Als Browser kam Chrome zum Einsatz.

Das sieht natürlich erst mal aus wie das Stock Android 14, das sich vorher auf dem Pixel befand. Würde ich beim Booten nicht „gewarnt“, dass ein anderes OS geladen wird, und gäbe es den GrapheneOS Splash Screen nicht, müsste man nach dem Start schon genau hinschauen, um am Starter zu erkennen, dass es zumindest nicht das Original vom Pixel ist.

Einstellungen und Profile

Nach der Installation habe ich einige IMHO sinnvolle Einstellungen getroffen:

In „Netzwerkeinstellungen“ und „Verbundene Geräte“ habe ich das automatische Deaktivieren von WLAN und Bluetooth eingeschaltet, wenn sie nicht benutzt werden. NFC habe ich ganz ausgeschaltet und die Namen für den Hotspot und Bluetooth-Gerät in etwas Unverfängliches geändert.

Ich habe mich entschlossen, nichts weiter mit dem Besitzerprofil zu machen und für den täglichen Gebrauch ein separates Profil (ohne Google Stuff) anzulegen und zwei weitere für Google Firlefanz und Banking. Hat den Vorteil, dass ich eins der Profile einfach entsorgen kann, wenn mal was ist.

Meine Schnelleinstellungen sehen zurzeit so aus.

Screenshot Schnelleinstellungen

Fand ich so praktisch, um Kamera, Mikro & Co schnell ein- und ausschalten zu können.

Apps

Der Blick auf die Applications ist anfangs erst mal nur für den absoluten Puristen ein Genuss. Es gibt eine App für GrapheneOS App-Installation, Kamera, Galerie, Einstellungen, Dateien, Taschenrechner, Telefon, Uhr und SMS/MMS. Als Browser kommt Vanadium mit und das ist gut so.

Da ich nun kein absoluter Purist bin und doch die eine oder andere App noch zusätzlich benötige, habe ich den Neo Store (schöneres Frontend für F-Droid) und damit dann den Aurora Store installiert. Um den Neo Store zu installieren, habe ich Vanadium kurzzeitig die Rechte gewährt, Apps aus fremder Quelle zu installieren. Und das danach wieder ruckzuck deaktiviert.

Über die mitgelieferte App „Apps“ können Google Play Dienste installiert werden, die dann hübsch in einer Sandbox laufen. Ich habe das in einem separaten Profil gemacht und es klappt reibungslos.

Über die beiden Store habe ich die üblichen Kandidaten installiert:

  • Fairmail
  • ImapNotes3. Eine Entdeckung aus dem F-Droid Store, die ich mal richtig klasse finde. ImapNotes3 speichert Notizen in einem IMAP-Postfach. Dh. wenn ich für meinen IMAP-Account auf dem Mac das Feature Notizen aktiviere, kann ich unter macOS mit der Notizen Anwendungen auch auf ebendiese Notizen zugreifen.
  • Megalodon. Der Mastodon-Client meiner Wahl.
  • Muttis eTarif. Schnell mal nach Fahrzeiten und Verspätung im ÖPNV schauen.
  • ProtonMail & ProtonPass
  • Raindrop
  • RethinkDNS. Gegen Werbung, Tracking und andere Unsäglichkeiten, die das Internet zu bieten hat.
  • Threema Libre, Signal & Telegram FOSS
  • Musik:
    • Tidal
    • Spotify
    • Bandcamp
    • VLC für lokale FLACs.
    • Simple Scrobbler als Audioscrobbler für last.fm
    • SmartControl für die Sennheiser Momentum TW 3
  • Vivaldi (aus Gewohnheit)
  • Organic Maps
  • Aegis Authenticator

Alle aufgeführten Apps laufen perfekt ohne Google-Dienste. Bei den Apps aus dem F-Droid-Store ist das ja selbstredend, aber für die Apps, die über den Aurora Store installiert sind, ist das nicht selbstverständlich. USB-Audio-Player Pro weigerte sich zum Beispiel, ohne Google-Dienste zu starten. Schade! Habe ich erst mal durch VLC ersetzt. Nein, es ist kein echter Ersatz.

Bei der Installation einer jeden App sollte man sich Gedanken machen, welche Rechte man der Anwendung einräumen möchte. Nicht jede App benötigt Sensoren oder Netzwerkzugriff.

Einen Kalender? Brauch ich nicht, da Bullet Journaling. Im F-Droid-Store gibt es reihenweise Kalender Apps. Habe mir aber aus Desinteresse keine angeschaut.

Was fehlt mir noch?

Eine Alternative zur Android Tastatur (AOSP) könnte mir gefallen. Ich sag mal: Gboard kommt eher nicht wieder infrage. ;) Ich bin letztlich bei Simple Keyboard hängen geblieben, aber optimal ist die auch nicht.

Und warum das ganze Theater

Für mehr Sicherheit und Privatsphäre. Welche Vorteile GrapheneOS im Bereich Datenschutz bietet, wird in dem Wikipedia-Artikel kurz aufgelistet. Etwas umfangreicher ist die Feature-Liste auf der Homepage vom OS.

Fazit nach zwei Wochen

Ich kann mit dem Handy noch immer Musik hören. Sogar meine externen DAC funktionieren immer noch alle mit dem Pixel. Und auch die Uhrzeit wird auf dem AOD angezeigt. Wenn man sich allerdings an die „Komfort“-Funktionen von Android und insbesondere des Pixels gewöhnt hat (Google Lens, Audio Rekorder etc.), wird GrapheneOS nicht so gut gefallen. Die fallen weg. Mir fehlen sie nicht, da ich die meisten Sachen nur mal zum Ausprobieren benutzt habe. Meine Ansprüche sind in der Hinsicht nicht so hoch. Die verbesserte Sicherheit und die Vorteile in Hinblick auf Datenschutz kompensieren alles und geben mir bei dem Handy ein besseres Gefühl als bei vorangegangenen Geräten, egal ob es nur ein Android-Handy war oder ein iPhone.

Ich sehe keinen Grund, zum Stock OS vom Pixel zurückzukehren.

Tja... jetzt müsste ich nur noch macOS loswerden. Aber das ist wohl ein ungleich viel schwierigeres Unterfangen.