Musik · Seite 12

Baked Beans

Kein Bohnenrezept.

Der Titel Desert Bean verfolgt mich seit geraumer Zeit. Das erste Mal gehört in der Radiosendung Schwingungen mit Winfrid Trenkler, die früher mal donnerstags (?) von 22h00 bis Mitternacht auf WDR 1 lief.

Warum auch immer bin ich erst neulich auf die Idee gekommen, mir Baked Beans insgesamt mal näher anzuhören. Witzigerweise ist Helmut Zerlet (eben jener aus der Harald Schmidt Show) eine treibende Kraft des Trios. Wobei die Musik rein gar nicht mit dem zu tun hat, was man aus der HSS kennt.

Musikalisch lässt sich Desert Bean nicht ganz einfach einsortieren. Es ist weder Techno noch House oder Ambient und so richtig New Age schon gar nicht. Aber irgendwo dazwischen kann man sich das Schaffen von Baked Beans vorstellen.

btw.: Schwingungen auf CD kann man über den CUE Records Shop beziehen.

Hecq: Steeltongued

Steeltongued ist das jüngste Album des Sounddesigner Ben Lukas Boysen (Hecq). Und ich habe auch stark das Gefühl, dass Boysens Profession auf seine Musik abfärbt. Ausgetüftelte elektronische Klangbilder von eingängiger, beinahe melodischer Art bis zu nicht ganz einfach geniessbaren tickenden und klackernden und vielleicht auch etwas seelenlos klingenden Titeln.

Der Clou ist das Remix Album – dei zweite CD der Doppelpackung – das damit auskommen muss allein den Titeltrack “Steeltongued” kreuz und quer umzukrempeln. Kaum ein Titel gleicht dem anderen; teilweise sehr speziell und abgefahren aber auf jeden Fall sehr interessant.

Kurz um: klasse Kopfhörerelektro, den man sich am besten in zwei ruhigen Stunden zuführen sollte.

Gregor Tresher: A Thousand Nights

Nachdem ich nun eine gute Woche auf der Nase lag und mir so einiges ähm… durch den Kopf ging, habe ich Heute mal einen Fuss vor die Tür gesetzt – die Packstation entleeren.

Der Frankfurter Gregor Tresher ist eigentlich Produzent und Remixer – dachte ich zumindest – und Fans der Labels Elektrolux, Terminal M oder Datapunk sicherlich ein Begriff. Aber 2007 erschien schon das Album “A Thousand Nights”, das ich mir dann auch endlich mal angeschafft habe.

Schöner, minimaler Electro ohne viel Klimbim.

The Orb: Baghdad Batteries (Orbsession Volume 3)

Die sog. Bagdad-Batterie stand Pate für den Titel des dritten Teils der Orbsessions Serie. Orb Gründer Dr Alex Paterson und sein langjähriger Mitstreiter Thomas Fehlmann haben’s echt drauf. Das Album verbindet “traditionelle Orb Fragmente” mit neuen Klängen ohne dabei auch nur einen Hauch aufgewärmt zu klingen.

Tipp zum Anpielen: “Dolly Unit” und “Baghdad Batteries” zeigen beide wunderbar die Richtung des Albums; minimalistic dub ambient house oder so

Autechre: Oversteps

Endlich. Ein neues Album von Autechre. Oversteps ist Booth und Browns zehntes Album voller Länge. Und ich muss zugeben es gibt kaum Veröffentlichungen, die ich mit größerer Spannung erwarte.

Oversteps fängt sehr ruhig an und bleibt es insgesamt auch aber dennoch muss man wirklich auf Musik dieser Art und im speziellen auf Autechre stehen damit das ansonsten unvermeidliche WTF? ausbleibt.
Einige Titel wie bspw. Known(1) sind idT. etwas beanspruchend wohingegen eg. Qplay oder Treale geradezu flüssig wirken. Kurzum wieder ein sehr interessantes Album, das mein bevorzugter Plattendealer mit den Worten “Höhere Mathematik” beschreiben würde. Vermutlich eher nichts für ruhige Augenblicke oder als Hintergrundbeschallung beim Lesen, aber wenn man seine Nerven mal wieder richtig durchspülen möchte eine gute Wahl.

Das Album gibt es als MP3, natürlich als CD und als schweres Vinyl mit Artwork wieder von The Designers Republic™ wei bei Quaristice (Fotos: Autechre: Quaristice Limited Edition » Sleevage » Music, Art, Design.).

Massive Attack: Heligoland

Also ich habe Heligoland Gestern und Heute vor- und rückwärts und kreuz und quer gehört und meine es langsam verdaut zu haben.

Gut sieben Jahre nach dem letzten Studio Album 100th Window – Schön;) Sieben Jahre alte Einträge aus dem eigenen Blog verlinken – kommt Massive Attack mit einem Album, das sich durchaus von seinen Vorgängern unterscheidet. So weit, dass ich einige Titel ohne den Kontext nicht unbedingt Massive Attack zu geordnet hätte, was durch zahlreiche Gastsänger sicherlich begünstigt wird.

Der Abwechslungsreichtum ist spannend und das Album ist so gar nicht wie erwartet. Und das ist gut…

Juno Reactor: Bible Of Dreams

Diese Woche flatterte mir die Wax Trax Pressung von Bible Of Dreams ins Haus. Wobei ich klar sagen kann, besser spät als gar nicht. Ich kenne zwar kein Juno Reactor Album, das mir nicht wirklich gefallen hätte, aber ich denke, Bible Of Dreams ist bislang mein Favorit.

Trance, den man sich gut im Wohnzimmer hören kann, weil der die Musik interessant ist. Die Titel sind abwechslungsreich und bieten Einflüsse aus dem mittlerem Osten über Metal mit einem gehörigen Schlag Tribal. Die abwechslungsreichen Arrangements sind zwar nicht aussergewöhnlich für Juno Reactor, aber auf diesem Album gefällt’s mir besonders.

Jahresabschlussbericht

So! Ganz kurz vorm Jahresende noch schnell meine musikalischen Highlights, oder viel mehr jene Künstler, die ich schätzen- und kennengelernt habe:

Ich mag ja Ranglisten vermeiden aber ganz oben dabei waren Murcof, Amon Tobin, Bohren und der Club Of Gore, Trentemøller und Paul Kalkbrenner.

Im Großen und Ganzen hat sich bei mir in diesem Jahr in musikalischer Hinsicht nicht viel abgespielt. Nicht nur dass ich wenig über Musik gebloggt habe, ich habe auch seltener aufmerksam gehört. Was vermutlich damit zusammenhängt, dass ich nicht mehr mehre Stunden am Tag in ICE und Straßenbahn verbracht habe um zwischen Bochum und Köln zu pendeln. Und die zig-tausend Euro habe ich in diesem Jahr nicht in CDs investiert sondern in Kamera und Objektive gesteckt.

Noch mehr Bohren, noch mehr Gore

Nachdem mich die Langsamkeit von “Dolores” und “Geisterfaust” von Bohren und der Club of Goreso sehr begeistert hat, habe ich mir die beiden älteren Alben “Back Earth” und “Sunset Mission” gekauft.

Auf beiden Alben geht es einen Hauch lebendiger zu. Es scheint als sei “Geisterfaust” aus dem Jahre 2005 der Wendepunkt zur extremsten Langsamkeit gewesen. “Black Earth” und “Sunset Mission” sind wunderschöne ruhige Jazz Alben. Und wenn man ohnehin einen Hang zum Zwielicht und Mysteriösem hat, ist “Black Earth” mit einem Glas Glenfiddich in der Hand der Inbegriff der Novemberabendstimmung.

Bohren und der Club of Gore

Auch wenn man noch so krank im Bett liegt, eins geht immer: CDs bestellen. Und am Mittwoch sind sie dann auch geliefert worden:

Bohren und der Club of Gore: Dolores und Geisterfaust.

Bohren und der Club of Gore machen doom ridden jazz music und kommen aus Mühlheim an der Ruhr. Auch wenn die Band ursprünglich als Metal Band gegründet wurde, sind die Wurzeln auf diesen beiden Alben nicht mehr zu spüren.
Sehr langsamer, also wirklich richtig langsamer Jazz mit dem optimalen Tempo, wenn einem Thai Chi schon zu hektisch ist.

Und am 19. Dez. treten sie im FZW in Dortmund auf.

FSOL

Wenn ich im Büro den ganzen Tag Future Sound of London höre, hängt es mir schon ein wenig zum Hals raus. Und bei meiner aktuellen Erkältung ist der Hals eine ganz empfindliche Stelle.

Leæther Strip – Ængelmaker

Ewig kein Leæther Strip gehört und die CD Box hat mich einfach angesprungen. in der Box ist die Doppel CD Ængelmaker, “Yes I’m Limited Vol. 4” und der Sampler “Sounds of the Matrix 08”. Naja, und zwei Federn neben Flyer und Booklet.

Musikalisch und stilistisch ist das unverkennbar Claus Larsen, da hat sich nicht viel getan. Und wer’s mag, wird Spaß an dem Album haben. Ich empfand es mal als Abwechslung zu dem relativ seichtem Electro, den ich in letzter Zeit gehört habe.

Aufhänger des Albums ist die dänische Massenmörderin Dagmar Johanne Amalie Overbye.