Tee · Seite 11

zwei Grüne Tees

Zwei recht angenehme grüne Tees sind mir untergekommen:

Chinesischer Fujian mit Jasmin

Meine erste Assoziation bei diesem Tee war chinesischer Rosentee. Beide sind sich geschmacklich recht ähnlich, obwohl es sich beim Rosentee um einen schwarzen Tee handelt. Ansonsten finde ich den Tee auf angenehme Weise fruchtig. Im Massen sicherlich gut zu trinken, aber eine ganze Kanne möchte ich davon nicht.

Indischer Grüner Manjolai

Sehr heller und milder indischer grüner Tee. Geschmacklich eigentlich wenig markant, und daher sehr unproblematisch. Ein Tee, dem man wohl fast jedem vorsetzen kann, der sich nicht mit Händen und Füßen gegen Tee wehrt.

Pingshui Gunpowder

Ich muss zugeben, das ist mein zweiter Versuch. Der erste hatte mir schon nicht zugesagt. Aber wie gerne widerlege ich meinen ehem. WT Lehrer und Konfuzius: Ein guter Schüler macht einen Fehler nur einmal. Und so habe ich noch einmal zugegriffen, für knapp 4 Euro kann man ja nicht viel falsch machen. Doch! Kann man!

Viele Leute, die den Tee beschreiben, scheinen den Unterschied zwischen herb und streng nicht zu kennen, oder haben eine ungleich viel bessere Variante.

halb fünf

So! Der Tee ist fertig und stark nun noch das Licht aussperren, die schwarzen Kerzen anmachen, Patschuli Öl in die Duftlampe geben und vor allem die Modern Talking CD aus dem Player nehmen

Mango und Maracuja…

… mögen vielleicht einen akzeptablen Fruchtsaft ergeben aber in Verbindung mit Roibuschtee ergibt das ein unangenehmes, süssliches – man möchte beinahe annehmen zähflüssiges – Getränkt, das man jedem Teehasser als letztes Argument an die Hand geben könnte.

der Mensch, das Gewohnheitstier

Nun habe ich mich daran gewöhnt Wasser für Grünen Tee abkühlen zu lassen und nun lasse ich es immer abkühlen, auch wenn es rein zufällig mal Schwarzer Tee ist.
Das stelle ich natürlich erst fest, nachdem ich das 80°C Wasser auf den Tee gegossen habe…

Salbei-Honigtee

Wenn ich jemals der Meinung gewesen sein sollte schon alle Abartigkeiten, die als Tee verhökert werden probiert zu haben, dann wurde ich Heute eines Besseren belehrt.

Nachdem ich mir schon tagelang versichert wurde, dass Salbeitee so gut gegen einen kratzigen Hals und derlei Malessen wäre, habe ich Heute mal zugeschlagen: Salbei-Honigtee mit Hagebutten, Brombeerblättern, Süßholz, Apfel, Honiggranulat und Vanillearoma. Echt! Alles in einem Tee! Zusammengepfercht in nur einem einzigen Beutel. Wer hätte gedacht, dass es dabei zu keiner aggressiven chemischen Reaktion kommt. Und dabei trinke ich ansonsten Tee ohne Zucker.

Nach dem ersten Schluck habe ich vergebens den Hinweis gesucht, dass das Gebräu nur für äußerliche Anwendung geeignet sei, oder schlimmstenfalls zum Gurgeln. Aber natürlich ist das mit der äußerlichen Anwendung Unfug. Kann sich jemand vorstellen, wie das Zeug kleben muss. In diesem Zusammenhang ist wohl der Brauch des »Teeen und Federn« entstanden…

So im Alter…

Ich lebe mal ausgesprochen gesund – das wird in meinem fortgeschrittenen Alter immer wichtiger – und trinke mir am Abend einige Täßchen gebröselte und gepresste alte Socken Kräutertee.

Darjeeling-Minz-Mix

Habe mir gestern für’s Büro Darjeeling Beuteltee gekauft, der offensichtlich zu lange neben Pfefferminztee gelagert wurde und dessen Geschmack angenommen hat.

Wenn man nun meint, man hätte alle Perversionen in Sachen Geschmacksnoten erlebt, einfach mal in ‘nen Supermarkt gehen und Tee kaufen…

niemals von einem Ritual abweichen

Über die Jahrtausende hinweg haben sich einige Rituale eingeschliffen, so auch die Zubereitung und das Servieren frisch aufgebrühten Tees.

Niemals – aber auch unter keinen Umständen – sollte man von diesen Ritualen abweichen.

Nachdem der Tee in der Küche gut gezogen hat. Nehme ich den Beutel (mit losen Tee) aus dem Messzylinder Kanne gebe den Beutel ins Teeglas und bringe ihn damit ins Bad, wo er feierlich in der Toilette versenkt wird. Danach gehe ich zurück in die Küche, hole den Tee und stelle ihn im Wohnzimmer auf ein Stövchen.

Auf dem Weg zum Bad muss ich durchs Wohnzimmer, also habe ich Heute ausnahmsweise mal den Tee direkt mitgenommen und bevor ich ins Bad ging das Stövchen angezündet, den Tee drauf gestellt und habe Tee in mein Teeglas gegeben.

Also mein Umfeld war reichlich amüsiert als ich den Teebeutel im Glas mit Tee begossen habe.

Darjeeling FTGFOP Mohanbari

Auch diesmal gab’s beim Teekauf eine kleine Probe.

Darjeeling FTGFOP Mohanbari – ein Darjeeling aus dem Anbaugebiet im Tinsukia Distrikt im Nordosten Indiens. Sehr mild (laff). Für meinen Geschmack nicht würzig genug und ist auch nur direkt nach dem Aufgießen gut zu trinken. Der Tee braucht nur eine halbe Stunde auf dem Stövchen zu stehen und wird recht unangenehm.

Ja, gute Nacht auch.

In der Vergangenheit waren meine Teeexperimente ja teilweise schon recht waghalsig, aber heute werde ich alles zuvor im Hause Kniebes jr.2 dagewesene schlagen. Selbst die freundliche Dame aus dem Teeladen, die dort schon länger arbeitet, als ich in Bochum wohne, und somit auch schon so Einiges gesehen haben muss, musste in sich hineinlächeln.

Ich suche einen Kräutertee für abends.
Wir haben auch Roibuschtees.
Nee, die mag ich nicht so.
Aha. Naja, Kräutertees haben wir dort. (da wo’s so staubig ist)

Ich halte mein Ohr und blicke ins Regal auf der Suche nach einem Tee, der mich anmachen könnte…
Nach einer Weile, einer langen Weile.

Ich nehm’ mal den hier. Gut’s Nächtle – klingt so nach Einschlafen. Kann nicht schlimmer sein als der vom Aldi.
Ich hab’s nicht so mit Kräutertees.

Dieser für meine Begriffe doch recht exotische Tee mit – und jetzt bitte festhalten – Melissen-, Brombeerblättern, Kornblumenblüten, Rosen- und Hopfenblüten, schmeckt einfach nur nach eingeschlafenen Füßen. Darüber hilft das wunderschöne Zitat von John Milton, das die Packung verziert, auch nicht hinweg.

Ein Schluck von diesem badet den matten Geist in Freuden weit wohliger als wonnevolle Träume.

— John Milton

SFTGFOP1 Manjhee Valley, First Flush

Das Anbaugebiet im Manjhee Valley liegt im indischen Bundesstaat Himachal Pradesh. Ein sehr interessanter Tee. Riecht vor dem Aufgießen herrlich frisch. Die fertige Tasse ist hellgelb und schmeckt genauso frisch, wie die Blätter riechen.

Mal ein richtig guter Tee und schmeckt grandios. IMHO wesentlich besser als ein Darjeeling.

Vor Tagen bin ich schon dazu übergegangen, auf diese großen Celia-Teefilter zu verzichten und die Blätter direkt ins Wasser zu geben und nach dem Ziehen herauszufiltern. Einen ernsthaften geschmacklichen Unterschied konnte ich nicht wirklich feststellen. Macht die Zubereitung etwas aufwendiger, was bei einem guten Tee natürlich Spaß macht und den Tee eher zu einem Genussmittel macht als einfach nur ein Konsumgut, das man mal auf die Schnelle aufgießt und dann herunterschlingt.

Ach ja… Und wenn der Tee kalt wird, wird der auch gleich recht unangenehm.