Tee · Seite 10

Ein Tag Auszeit

Mangels akzeptabler Befindlichkeit hatte ich mir heute spontan einen Tag Urlaub genommen.

Angefangen habe ich den Morgen mit einer zusätzlichen Schale Matcha während ich den Regen durch’s Fenster beobachtet habe.

eine Schale Grüner Tee (20131023)

Dankenswerterweise kam die Sonne dann doch noch raus und bescherte mit knapp 20 °C richtig schönes Herbstwetter, und bei einem kleinen Spaziergang erschien das Universum nur noch halb so grausam zu sein.

bug on mushroom

Darjeeling Earl Grey

Endlich! Der Sommer nähert sich dem Ende, an den Abenden fallen Temperaturen tief genug, dass ich wieder mehr Durst auf ein warmes Getränk bekomme.

Im Teeladen bin ich über eine ganze Reihe verschiedener Earl Grey Mischungen gestolpert und ich habe mich für eine Mischung auf Basis eines leichten Darjeeling entschieden anstelle eines chinesischen schwarzen Tee.

Die Mischung ist weniger streng als der allseits bekannte Earl Grey, hat aber dennoch einen frischen und zitrusartigen Geruch und Geschmack. Aber wie gesagt mit einem etwas milderen Aroma.
Da mir beim Earl Grey der Geruch schon immer eher zugesagt hat, als der Geschmack, finde ich diese Mischung etwas schöner.

Wildkirsche

In der Regel bin ich ja kein so großer Fan von Früchtetees. Aber diese Mischung aus Apfelstücken, Hibiskusblüten, Hagebuttenschalen, Jasminblüten, Sauerkirschstücken und Aroma riecht irgendwie entfernt nach Marzipan. Grund genug den Tee einfach mal aus zu probieren.

Ist geschmacklich für einen Früchtetee ganz OK. Keine Alternative zu ordentlichen schwarzen oder grünen Tee, aber gelegentlich am Abend mal ganz nett.

Assam Dikom

Sehr kräftiger, malzig und aromatischer Assam. Wenn ich Milch im Haushalt gehabt hätte, wäre es bei diesem Tee bestimmt nicht die schlechteste Idee gewesen, davon etwas zum Tee zu nehmen.

Die Tasse hat eine kräftig dunkle rote, beinahe rostige Farbe. Und da ich persönlich ohnehin nicht der größte Fan von Assam Tees bin, reicht mit eine einzelne Tasse, die ich gelegentlich noch als interessant empfinde. Aber eine Kanne mit einem halben Liter wäre mir zu viel.

Darjeeling Infre

Entkoffeinierter schwarzer Tee. Klingt komisch ist aber so.

Da ich mich nicht sonderlich für Kräuter-, Roibusch oder Fürchtee erwärmen kann, habe ich am Abend bisher immer Grünen Tee getrunken.

Damit ich nach dem Trinken nachts nicht völlig am Rad drehe, öffne ich die Blätter vor dem Aufguss mit ca. 80°C heißem Wasser eine gute halbe Minute in kochendem Wasser.
Das Öffnen des Tees sollte den größten Teil des Teeins lösen, so dass im eigentlichen Aufguss mit weniger zu rechnen ist. Aber dennoch habe ich noch immer das Gefühl, dass mir der Tee beim Einschlafen regelmässig Probleme bereitet.

Der Infre wurde wie die meisten entkoffeinierten schwärzen Tees mit dem Kohlenstoffdioxid Verfahren entkoffeiniert. Bei hohem Druck werden die Blätter in überkritischen Kohlenstoffdioxid gespült womit das Teein/Koffein destrahiert wird.

Ich trinke den Tee nun seit gut einer Woche und empfinde das Fehlen des Koffeins abends als durchaus angenehm und ich habe auch nicht das Gefühl, dass mich der Tee wach halten würde.

Der Tee ist schon ziemlich aromatisch. Wenn man auf Darjeeling steht, wird er einem keine böse Überraschung bereiten, aber ein Lingia ist er auch nicht.

China Pai Mu Tan

China Pai Mu Tan

Ich habe beinahe das Gefühl, als hätte ich einen neuen Favoriten. Vor einer Weile habe ich mir in einem Webshop in Verbindung mit einer Flasche Glenmorangie einen kleinen Beutel weißen Tee bestellt, ebendiesen – oder viel mehr den Beutel davor – Pain Mu Tan. War recht günstig und es kann nicht schaden, mal etwas Neues auszuprobieren.

Der Tee ist einen Hauch bitter, aber noch nicht in dem Bereich, der bei mir ein Zucken auslöst. Der Nachgeschmack ist hingegen etwas süßlich. Insgesamt extrem mild, aber noch interessant.

In der Zubereitung unterscheidet sich weißer Tee nicht von grünem; Wasser kochen lassen, 10 Minuten abkühlen, Tee rein und nach knapp oder gut zwei Minuten wieder raus, je nach Geschmack.

Häufig wird weißer Tee als eine Unterart des grünen Tees verstanden, was aber wohl nicht ganz richtig ist. Weißer Tee ist i Gegensatz zu grünem Tee leicht an fermentiert. Der Prozess der Fermentation vollzieht sich allerdings auf natürlichem Wege beim Welken. Grüner Tee ist weder fermentiert noch oxidiert.

Südindien/Nilgiri GFOP Havukal

Das ist (k)ein Darjeeling.

Aus den Havukal Gärten der Nilgiri-Berge im Süden Indiens stammt dieser doch verdammt angenehme Tee, der mich stark an einen Darjeeling aus erster Pflückung erinnert.

Der Geschmack passt IMHO ausgesprochen gut zum Frühling, sehr lebendig und belebend.

Restemischung

Nicht selten kann man das Ergebnis einer selbstgerechten Teemischung aus Resten nur spärlich als interessant bezeichnen; von einer Bezeichnung als gut ganz zu schweigen.

Anstelle die Reste des Darjeeling Lingia und Nilgiri Blue Mountain separat zu trinken habe ich sie gemischt, so dass in etwas genug für 0,75l dabei rumgekommen ist. Die Mischung würde ich mal als interessant bezeichnen. Um den Lingia, der nach wie vor mein Favorit unter allen Tees ist, die ich je probiert habe, ist es etwas schade; dem Nilgiri Blue Mountain hat es keinen Abbruch getan, für dem ich mich in ungemischter Form schon nicht zu sehr begeistern konnte.

Ceylon OP Nuwara Eliya highgrown

Die Stadt Nuwara Eliya liegt in der zentralen Provinz Sri Lankas, der Name bedeutet »Stadt des Lichts«.

Kurz ging mir noch die Frage durch den Kopf welche Sprache in einem Land gesprochen wird, dass vormals Ceylon hieß. Zylonisch?

Das Blatt könnte man als fein oder drahtig beschreiben, die Tasse ist kupferfarben und der Geschmack ist recht würzig mit einem leicht herben und malzigen Aroma.

Mal eine Tasse finde ich ganz angenehm als Abwechslung zum Darjeeling, aber eine Kanne wäre mir schon wieder zu viel.

China Yunnan Golden Downy Pekoe

Kringelige Blätter mit vereinzelten Goldspitzen mit trockenem aber würzigem Aroma. In der Tasse wird der Tee kupferrot. Ist schön zu beobachten wie sich das heisse Wasser langsam färbt und zum Tee wird;)

Der fertig aufgebrühte Tee riecht leicht nach Honig und Karamel, was interessant zu werden verspricht.
Leider kann der Geschmack den Eindruck nicht halten. Er ist sehr dünn und wirkt auf mich wie ein schlaffer Assam. Was bei meiner Abneigung gegen Assam nicht dazu beiträgt, dass ich vor Begeisterung bis an die Decke springe.

Bei einer Ziehzeit von 2,5 Minuten, die die angegebene Zeit um eine halbe Minute überschreitet, und der Konzentration hätte ich einen volleren Geschmack erwartet. Da ich mir wie gewohnt einen guten halben Liter aufgebrüht habe, kommt es vor, dass der Tee schon mal einer dreiviertel Stunde auf dem Stövchen steht. Das bekommt diesem sehr schlecht. Er wird ziemlich schnell ziemlich fies. Bei der Zubereitung sollte man es dann doch eher bei einer oder zwei Tassen belassen.

Assam SFTGFOP1 Mokalbari second Flush

Vorweg muss ich sagen, dass ich nicht unbedingt auf Assam stehe. In der Regel sind mir die Tees eine ganze Ecke zu würzig. Und mehr als eine Tasse kann mag ich davon nicht trinken.
Auch wenn der Mokalbari wohl aus einer der edelsten Assam Plantagen kommt und von hervorragender Qualität ist, macht er keine Ausnahme. Obwohl er IMHO ein wesentlich dezenter ist als eg. ein Towkok, den ich bestenfalls mit Fenchelhonig trinken würde

Tamaryokucha

Japanischer Grüner Tee mit geradezu leuchtend geld-grüner Tasse und sehr feinem Geschmack. Gefällt mir sehr gut, da er milder ist als Sencha und ihm die grasige Note fehlt, die ich bisher bei jedem mir bekannten japanischen angetroffen habe, und schmeckt daher etwas lieblicher.

tama = Edelstein/Juwel, ryoku = grün, cha = Tee (ohne Gewähr, musste ich mir auch ergooglen)