Es scheint, als würde auch in diesem Jahr der Weihnachtsmann mit seinem Schlitten wieder über den Dr.-Ruer-Platz „fliegen“. Naja, ist ja auch schon November, da kann man das Gedöns ja schon mal aufhängen. Wenn ich das nächste Mal in der Innenstadt bin, werden bestimmt auch schon die Hütten für den Weihnachtsmarkt aufgebaut sein.
Aufgenommen mit 50 mm und nur ein gaaaaanz kleines bisschen beschnitten.
Das Wochenende mit den zwei Sonntagen. Das Wetter am ersten Sonntag hat nicht eingeladen, einen Fuß vor die Tür zu tun, aber heute am zweiten Sonntag ist allerschönstes Herbstwetter. Also bin ich zum Botanischen Garten gefahren. In der Regel fahre ich dorthin, um Blumen zu fotografieren oder zu schauen, was es Neues an den Lottentaler-Teichen gibt. Heute hatte ich kein langes Makro oder Tele in der Tasche, sondern habe das einfach mal zu Hause gelassen.
Mit dem Bus fahre ich in der Regel bis zur Uni und von dort laufe ich dann runter zum Botanischen Garten. Dann und wann und heute mache ich einen Umweg über die Terrasse an der Mensa. Dort kann man bei klarem Wetter den fantastischen Ausblick über das Ruhrtal genießen.
Ich will nicht sagen, dass der Ausblick allein einen Ausflug wert wäre, aber wer aus der Gegend kommt und noch nie dort war, dem sei das wärmstens ans Herz gelegt.
Heute gibt es dann mal keine Blumen, sondern den Herbst.
Der Tertiärteich bietet Einblick in die Vegetation während des Tertiärs vor etwa 66–2,6 Millionen Jahren.
Ein Besuch im Chinesischen Garten darf nicht fehlen.
Ich hatte weder Filter noch Stativ dabei. Aber die Kamera kann man gut auf ein Geländer legen, und mit Blende F22 und ISO 31 bin ich bei dem Foto vom Wasserfall immerhin auf eine Belichtungszeit von 3 Sekunden gekommen. Na ja, ich muss halt ein wenig Diffraktion bei geschlossener Blende in Kauf nehmen. Zumal ich keine Lust hatte, die Filtertasche mit durch die Gegend zu schleppen.
Über die Namensgebung kann man sich streiten. Heute habe ich zum ersten Mal den neuen Brunnen „Blue Cloud“ auf dem Husemannplatz mehr oder weniger in Aktion gesehen.
In der Mitte liegt ein seichtes Wasserbecken, das von vier Wasserpendern umringt ist. Nach einem Muster sprühen die vier Spender feine Wasserwolken in Richtung des Beckens. Oder wohin der Wind gerade bläst. Kann ich mir im Sommer nett vorstellen. Es soll noch eine Lichtinstallation dazugehören. Vermutlich durch die Lämpchen zwischen den Stangen gesteuert. Aber davon war heute nichts zu sehen. Vielleicht nur abends? Nur im Sommer oder an Sonn- und Feiertagen?
Die Straße vor dem Haus ist schmal. Mit Mühe und Not sind das zwei Fahrspuren. Die rechte Seite wird als Parkstreifen benutzt, sodass über große Strecken nur die linke Spur frei befahrbar ist. Direkt vor dem Haus ist eine zünftige Fahrbahnschwelle. Am Ende der Straße ist ein Kindergarten. Gerade am Morgen ein beliebtes Ziel.
Es ist relativ unterhaltsam zu beobachten, wie sich der Verkehr aus beiden Richtungen durch die verbliebene, offene, holprige und enge Straßenseite mit der Bodenschwelle jongliert. Der Höhepunkt an diesem Morgen war der einem Blutrausch nahe Fahrer eines für Innenstädte viel zu großen SUV, der viermal wieder in die gleiche Lücke zwischen den parkenden Autos ausweichen musste, um den Gegenverkehr durchfahren zu lassen. Viel witziger wäre es natürlich ohne die Lücke gewesen.
Ab 16:00 Uhr wurde das Gebiet in einem Umkreis von 600 m evakuiert. Das betraf auch die Straße, in der ich wohne.
Gegen 19:30 Uhr war die Evakuierung abgeschlossen.
Gegen 19:45 Uhr begann die Entschärfung.
Um 21:05 Uhr habe ich erfahren, dass die Bombe entschärft worden ist und man zurück in die Häuser kann.
An der Carolinenschule (Springorum) wurde eine Betreuungsstelle für die betroffenen Anwohner eingerichtet.
Ich habe von der Evakuierung durch die Ausgabe in der Mutti-App der BOGSTRA erfahren, als ich vom Botanischen Garten wieder nach Hause fahren wollte. Ich habe dann spaßeshalber die FOSS Warn-App auf dem GrapheneOS-Pixel installiert, um auf dem Laufenden zu bleiben. Es hätte wohl auch nichts gebracht, wenn ich die App vorher schon installiert gehabt hätte, da ich jede App deaktiviere, die auch nur entfernt nach Batterieverbrauch riecht und ich nicht regelmäßig nutze.
Ich dachte mir, ich könnte das Ganze aussitzen, indem ich in Ruhe in der Innenstadt essen gehe. Aber das hat mir bei weitem nicht genug Zeit verschafft, wie ich feststellen musste. Danach wollte ich ins Kino gehen. Aber nichts, was lief, konnte mich begeistern. Jurassic World: Die Wiedergeburt wollte ich mir wirklich nicht antun. Ich denke, den würde ich nicht mal ohne Zusatzkosten auf Netflix oder so schauen.
Nach Kneipe war mir auch nicht und für Regen in der Wildnis war ich auch zu träge, also bin ich abends dann doch noch mit dem Bus zur Carolinenschule gefahren. Wo ich dann von kurz vor acht bis kurz nach neun ausgeharrt habe, bis die Bombe entschärft worden ist. Das hätte ja auch durchaus noch länger dauern können. Außerdem wollte ich mir so eine Betreuungsstelle mal anschauen.
Bändchen
Beim erstmaligen Betreten musste ich mich mit Perso anmelden. Dann bekam ich ein Bändchen für’s Handgelenk. Ich habe erfahren, dass die Entschärfung schon begonnen hatte, aber es ist unbekannt, wie lange das dauern könnte. Im Foyer der Schule waren Tische und Stühle aufgebaut. Essen und Trinken gab es frei. Allerdings hatte ich vom späten Mittag noch einen vollen Bauch und habe gepasst.
Ich hatte, das Gefühl, dass dort beinahe mehr Einsatzkräfte als Betroffene waren. Hinter der Schule standen eine Reihe Einsatzfahrzeuge vom DRK, den Johannitern, Maltesern und vom THW. Feuerwehr und Polizei waren ebenso vertreten.
In einem fast leeren Shuttlebus bin ich dann bis zur Blenkensteiner Straße mitgefahren und gegen 21:30 Uhr war ich dann zu Hause.
Seitdem der Teich wieder Wasser hat, gibt es auch wieder zahlreiche Enten im Stadtpark. Und sie sind an Menschen gewöhnt, um nicht zu sagen, dass sie aufdringlich sind. Kaum steht man ein paar Minuten, kommen die gleich auf einen zu und wollen gefüttert werden. Vielleicht als Bezahlung zum Modellstehen.
Ich war in der Mittagszeit im Stadtpark und wollte mal schauen, ob man mittlerweile wieder auf den Turm kann. Nö. Der Turm wird noch immer renoviert. Schätzungsweise bis zum Winter, wenn der Turm ohnehin geschlossen wird.
Die Briefwahlunterlagen sind verpackt und ich muss nur noch dran denken, dass ich das rote Ding mal mitnehme, wenn ich an einem Briefkasten vorbeikomme.
Mein letzter Stand ist, dass die oberen Stockwerke über dem Erdgeschoss, das wohl für Ladenlokale vorbehalten ist, ein Hotel mit Apartmentwohnungen mit digitalem Check-in/out untergebracht werden.
Sieht in dem Kontext trotzdem wie ein Fremdkörper aus.