Lange Zeit hatte ich ein Faible für Kameras und Objektive mit einem gewissen Retro Design. Daher sind seinerzeit Fuji-Kameras und -Objektive bei mir so gut angekommen. Und die X-T1 und X-T2 mit den passenden Linsen haben auch geliefert. Aus dem gleichen Grund habe ich auch immer gern die Objektive aus der Pre‑G‑Ära benutzt und habe eine Handvoll Zeiss Classics in der Schublade. Die fühlen sich halt so richtig solide an. Nur Glas und Metall. Kein Plastik. Wobei die damals noch nicht Classic hießen, da von der Milvus- und Otus-Reihe am Horizont noch nichts zu sehen war. Und manuelles Fokussieren bedeutet maximale Ruhe und Konzentration.
Das hat sich in den letzten Jahren stark geändert. Auch wenn ich die Gläser aus ästhetischer Hinsicht noch zu schätzen weiß. Neige ich kaum mehr dazu, eins der schweren Zeiss Gläser zu benutzen. Und manueller Fokus? Naja, während EVFs und Fokussierhilfen wie bspw. Focus Peeking immer besser werden, gilt das leider nicht für meine Augen. Ich muss mich heute schon ziemlich ausgeschlafen fühlen und ich muss wissen, dass meine Augen mitspielen, bevor ich mich für ein manuelles Glas entscheide. So sehr ich den unperfekten Look vom Zeiss Classic Planar oder Voigtländer Nokton mag, greife ich immer häufiger zum leichten Nikon-Z-Glas mit Autofokus und (leider) klinischer Schärfe.

