Ein Update auf die Fuji X-T2

An sich hatte ich vor, die X-T2 Links liegenzulassen und diesen Produktzyklus auszusetzen. Aber dann steht man da im Fotoladen spielt mit der Kamera herum und na ja, die Konsequenz ist klar.

Da die Kamera nun ein paar Monate auf dem Markt ist, lohnt es sich kaum, einen weiteren Review zu schreiben. Aber nach dem Kauf habe ich mich schon gefragt, ob sich das Upgrade wirklich lohnt.

Zwei Kartenslots

Die für mich mit Abstand wichtigste Veränderung zum Vorgängermodell ist der zweite SD-Karten Slot.
Ohne Scheiß! Du hattest noch keinen Kartendefekt? Dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, er kommt!

Die Überlauffunktion und das Verteilen von JPEG und RAW auf verschiedenen Karten sind ja netter Gimmick, aber wirklich wichtig ist die Backup-Funktion, dh. auf beide Karten wird der gleiche Inhalt geschrieben. Ich hatte in den vergangenen Jahren zwei defekte Karten mit Totalausfall der enthaltenen Daten. Das erste Mal in einer Pentax K-5 – ein einzelner Slot, kein Backup – ich hätte heulen können! Das zweite Mal in einer Nikon D800, ein SD-Slot und ein CF-Slot. Ich habe einen CF-Kartenleser aus der Schublade gezogen und mir am Tag draufhalt eine neue SD-Karte gekauft. Kein großes Ding.

Der Joystick und die anderen Knöpfe

Ich hatte es ja schon mal erwähnt, einen Joystick zur Kontrolle der Fokuspunkte sollte jede Kamera haben. Die Steuerung ist so viel schneller und angenehmer als mit einem Vier-Wege-Knöpfchen, wie er noch bei der X-T1 zu finden ist.
Die Räder für ISO und Verschlusszeit an der Oberseite sind etwas höher und griffiger geworden. Außerdem funktioniert deren Verschlussmechanismus nun etwas praktischer. Man kann die Räder entweder drehen oder nicht drehen, wenn sie gesperrt sind. Es muss nicht immer der Verschlussknopf gedrückt werden, um das Rad drehen zu können. Diese Funktion hat mich am ISO-Knopf der X-T1 schon ein wenig gestört.
Die Knöpfe an der Rückseite sind insgesamt etwas griffiger geworden und sind stärker hervorgehoben. Was sich insbesondere beim sog. D-Pad äußerst positiv bemerkbar macht.

Im Großen und Ganzen ist das Hardwareinterface in Bereichen, die Raum für Optimierung geboten haben, sinnvoll verbessert worden.

EVF/Display

Bei gleicher Auflösung wurde die Helligkeit des EVF und die Wiederholrate nur geringfügig ohne angeschlossenen Griff oder drastisch im Boost-Mode mit angeschlossenem Griff erhört. Wie die 100fps im Boost Mode herüberkommen, weiß ich nicht, aber ich kann sagen, dass die 60fps und die Helligkeit den ohnehin schon töften EVF er X-T1 auf den nächsten Level heben.

Es ist ja ganz niedlich, dass man das Display nun auf zwei Achsen kippen kann. Aber ein frei schwenkbares Display wie bspw. an der Panasonic GH5 wäre der Hammer gewesen. An dieser Stelle muss ich leider sagen: schade.

4K/Video

Hier überwiegt ganz die Neugierde klar den eigentlichen Nutzen für mich. Ich bin jetzt wirklich kein Videographer und das ganze Thema ist für mich noch fast ein unentdecktes Land. Aber das muss nicht so bleiben.

Lohnendes Update?

Die technischen Eigenschaften, die sich zwar sehen lassen können, waren für mich nie der interessante Punkt an den Fuji Kameras. Die X-T1, mein Einstieg in die Fuji Welt, war schon ein Affektkauf, weil der „Anfassfaktor“ einfach gestimmt hat. Mit der X-T2 ist eben so. Und die oben erwähnten Upgrades machen die Kamera noch ein wenig runder.

bessere Fotos?

Naa, für bessere Fotos benötigt man kein neues Equipment, sondern einen neuen Fotografen;)

Im Hinblick auf Bildqualität, muss ich sagen, dass ich bei auf 2000px Weite herunterskalierten Aufnahmen fürs Internetz wirklich keinen ernsthaften Unterschied zur X-T1 erkennen kann. Vielleicht ist das Rauschen bei angehobenen ISO Werte geringfügig besser kontrolliert.
Die zusätzlichen acht Megapixel mögen sich beim größeren Druck eines Fotos bemerkbar machen, aber im Allgemeinen lasse ich Fotos nur in Ausnahmefällen größer als 13 × 18 cm drucken.

Postprocessing

Oha! Mein armes, kleines MacBook. Adobe Lightroom scheint ohnehin bei neuen Versionen eher langsamer als schneller zu werden, und die 16-Megapixel-Dateien der X-T1 und X-E2 setzen schon eine gewisse Geduld voraus. Aber die Wartezeit auf eine Rekonstruktion eines Fotos vom 24 Megapixel X-Transsensor der X-T2, das bei 100 %-Ansicht scharf dargestellt werden kann, ist eine wahre Herausforderung. In vielen Fällen kann ich relativ gut mit der Qualität des Demosaicing in Lightroom leben. In Ausnahmefällen greife ich dann gern zum Iridient Developer, der momentan wohl das Nonplusultra fürs Demosaicing von X-Trans RAW Dateien darstellt.

Ein paar Fotos, die ich in den vergangenen Wochen mit der X-T2 gemacht habe.