Es hat mich immer ein wenig gestört, dass die Fuji X-T1 zwar wetterresistent ist, aber die Objektive, die ich von Fuji habe, eher nicht. Mit dem XF 35mm F/2 kam dann vor einer kurzen Weile die erste wetterresistente Festbrennweite mit einem moderaten Preis auf dem Markt, das man sich auch mal eben zwischendurch zulegen kann, ohne den Rest des Monats von trocken Brot und Wasser leben zu müssen. Außerdem hat man mit 35mm eine recht vielseitig Brennweite, die an dem APS-C-Sensor der Fuji Knipsen den Blickwinkel eines 50mm bietet.
Ich hätte zwar auch zu einem wetterfesten, etwas kleinere 23mm F/2 als Alternative zum 23mm F/1,4 auch auf keinen Fall „nein“ gesagt, aber immerhin kann ich mit 35mm immer noch mehr anfangen als mit 16mm.

Qualität / Handhabung
Offen gesagt war ich von der haptischen Qualität der Linse nicht überrascht, da ich das von Fuji mittlerweile voraussetze. Ich kann mir kaum vorstellen, dass Fuji mal eine olle Plastiklinse auf den Markt bringt, die sich billig anfühlt.
Na ja, wie auch immer. Sowohl der Fokus- als auch der Blendenring laufen nicht so leicht wie beim XF 56mm, was evtl. auf. Dichtungen für die wetterfeste Bauweise zurückzuführen ist. Und es stört auch keinesfalls, eher im Gegenteil. Während sich der Blendenring beim XF23 wie auch beim XF56 recht leicht verstellen lässt, sitzt er beim XF35 F/2 wesentlich fester und rastet auch deutlich spürbarer ein. So lässt sich der Ring auch nicht mehr so schnell unbeabsichtigt verdrehen.
Durch die Verjüngung nach vorne wirkt das F/2 deutlich kleiner als das F/1,4 obwohl es gerade mal einen knappen halben Zentimeter kürzer ist und mit 170g auch nicht viel leichter als das F/1,4, das ohne Kappe und Streulichtblende auch gerade mal 187g wiegt. Ich hätte vermutet, dass sich das F/2 wesentlich leichter anfühlt. Nimmt man beide in die Hand, fühlt sich das F/2 ziemlich solid an.
Autofokus
Schnell genug, schneller als beim F/1,4. Also viel schneller und nicht ewig suchend. Und leise ist der Fokusmotor, so richtig leise.
Streulichtblende
Im Lieferumfang befindet sich eine recht traurige Blende aus Kunststoff, die vielleicht ihre Aufgabe erfüllt, aber doch ausgesprochen billig wirkt. Alternativ kann man sich die Fujifilm LH-XF35-2 bestellen, die ich bisher nur für an um die 60 Euro im Onlinehandel entdecken konnte. Echt jetzt?! 60 Schleifen für so ein bisschen Metall?! Wie auf den Bildern zu erkennen, habe ich mich für eine China-Alternative für 4,99 € entschieden.
Ich finde es wirklich schade, dass nur bei den ursprünglichen drei XF Linsen schöne Blenden aus Metall enthalten sind. Auch die schöne Verpackung wich einem schnöden Karton mit einem Einsatz aus Styropor.

Bokeh
Schlussendlich gefällt mir das Bokeh von F/2 etwas besser, da es noch cremiger ist. Wobei man allerdings auch sagen muss, dass durch die kleinere Blende auch ein wenig Tiefenunschärfe verloren geht. Was nicht im Ansatz so dramatisch ist, wie man meinen möchte.
F/1,4 vs. F/2
Ich bin kein Pixelpeeper und wenn ein Foto scharf aussieht, dann ist es das in meinen Augen auch. Abgeblendet habe ich nicht das Gefühl, dass sich die beiden viel geben. Evtl. mag es Unterschiede geben, wenn man die Ergebnisse der beiden einer wissenschaftlich haltbaren Untersuchung unterziehen würde. Für meine Begriffe sind beide gleichermaßen scharf.
Tja, da steht man nun mit zwei 35mm, von denen man eigentlich nur eins brauchen würde. Letztendlich muss ich mich entscheiden zwischen ein wenig mehr Tiefenunschärfe, die das F/1,4 bei offener Blende bietet, oder der Wetterfestigkeit des F/2. Momentan erscheint mir ein Glas, das etwas resistenter gegen Umwelteinflüsse ist, als wesentlich spannender als ein weiteres, schnelles Glas. Letztendlich war das ja auch der Grund für die Anschaffung.


Leider bin ich in den vergangenen Tagen bisher nicht wirklich dazu gekommen, spektakuläre Dinge zu fotografieren, daher erst mal nur ein paar Aufnahmen aus der Umgebung.



