Oktober 2005

Und jetzt französisch

Kommt ein Stöckchen geflogen und das auch noch auf Französisch.

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Seit wann haben meine Einträge mehr als fünf Sätze. So hat auch der 23. Eintrag vom 3. Sep. 2001 nur vier Sätze oder sowas ähnliches wie Sätze, also der vierte:

Ich bin hundemüde, schätze ich werde gleich nur noch ein wenig Akte X gucken und dann ist für mich der Tag heute gegessen.

Und nu fünf Personen, die sich damit rumärgern können: erstmal betterthantv, die sind zu zweit, also bleiben nur noch drei. x-way ist ja mit der Sprache vertraut. Michelle und Kiesow sind ja belesen und haben bestimmt keine Angst vor ein wenig Frz.

Vorsprung durch Rollenspiel

Ralph mit 100%-iger Treffsicherheit:

Eine typische Reaktion der betroffenen Zeitgenossen ist es dann, gar nicht auf das Wort zu reagieren, einige aber nicken wissend und wechseln schnell das Thema, während andere riesige Fragezeichen über ihre zunehmend von Geeks, Nerds und Bloggern strapazierten Köpfen aufbauen und verständnislose bis bedrohliche Stirnfalten ziehen.

Eben diese Erfahrung habe ich bereits in jungen Jahren mit dem Begriff Rollenspiel gemacht. Und wir reden hier nicht von Erziehungsspielen und Schwesternkostümen aus Latex.

Hat mal jemand versucht einem vollständig Unwissenden zu vermitteln was Rollenspiel ist und in welchen »Farben« man eben diese finden kann, von Liverollenspiel mal ganz abgesehen. Spätestens, wenn man erwähnt, daß es kein Spielbrett gibt, steigt der Zuhörer aus und nur wenige Augenblicke später ist der Rollenspieler als kompletter Spinner abgehakt. Und was ich dem heranwachsenden Rollenspieler als Tipp mit auf dem Weg geben kann, damit bekommt man zu 90 Prozent keine Frauen rum. Und wenn doch, zugreifen, festhalten, nie wieder gehen lassen. Kann man als Investition in eine unbeschwerte Zukunft betrachten um solche Situationen zu vermeiden: Was machen wir am Wochenende?Ich spiele mit Kollegen Midgard. – Whoops… Falsche Antwort. Ich hatte in meiner Jugend auch mal eine Zeit, in der ich mich mit den falschen Leuten abgegeben habe.

Mit diesen Erfahrungen im Hinterkopf vermeide ist Worte wie »Blog« oder »Weblog« in der Öffentlichkeit vollkommen. Aus »Weblogs lesen und schreiben« wird dann ganz schnell »sich über Aktuelles aus meinen Interessengebieten mit anderen austauschen«.

Die Zeugen Jehovas mal wieder

per Mail von Cordula:

Heute Nachmittag klingelte es an der Tür. Genervt, weil ich eigentlich im dreitägigen Urlaub nicht gestört werden wollte, und ich außerdem gerade vorhatte, den Rasen zu mähen, schleppte ich mich in den Windfang und warf durch die Glasfenster der Haustür einen mißtrauischen Blick auf die zwei Gestalten vor mir.

Ein Mann, vielleicht Ende 20, groß, hager, schlaksig mit Brille und Pickeln, und eine Frau, Ende 30, ziemlich unattraktiv mit einem prägnanten Leberfleck über der Oberlippe und strenger Frisur. Beide trugen akkurate, dunkle Anzüge und er eine kleine Aktentasche. Da dort kein Staubsauger hineinpaßte, schwante mir schon, wer da vor mir stand.

Sie: »Guten Tag, mein Name ist (habe schon ich wieder vergessen), und das ist mein Begleiter, Herr (habe ich mir gar nicht erst gemerkt – ich und Namen…).
Haben Sie Interesse an einem religiösen Gespräch?«

Er: *lächelt dümmlich*

Ich: »Ach, sind Sie die Gemeindepastoren? Wir wurden uns tatsächlich noch nicht vorgestellt.« (Stimmt sogar, ich wohne seit über 13 Jahren in diesem Dorf, aber ich habe den Pastor nie kennengelernt, ich weiß nicht mal, wie der Kerl heißt.
Ist mir auch egal, bin ja kein Christ.)

Sie: *verlegen* »Äh, nein. Wir sind die Zeugen Jehovas, die Soldaten des Himmels.«

Ich: »Soldaten des Himmels?«

Beide: *eifriges Nicken*

Ich: »Boah, da haben Sie aber einen verdammt weiten Weg zur Kaserne…«

Beide: *gucken doof*

Ich: *schnell, um sie nicht zu Wort kommen zu lassen* »Wieso Soldaten, ist denn Krieg?«

Er: *holt Luft und setzt an etwas zu sagen*

Ich: »Ach so, Sie sind bloß das Rekrutierungskommando.«

Sie: *noch immer blöd guckend* »Äh… dürfen wir vielleicht hereinkommen?«

Ich: »Gut, wenn es nicht so lange dauert. Mein Rasen mäht sich nicht von alleine.« (In der Tat wollte ich eigentlich lieber den Rasen mähen, als diese beiden Witzfiguren klingelten. Aber warum soll man sich nicht ein wenig Spaß
gönnen…?)

Ich halte also die Tür auf und bitte sie ins – zugegebenermaßen etwas unaufgeräumte – Wohnzimmer. Als erstes fallen meine beiden Rottweiler (Thor und
Loki) über sie her – freudig, denn sie tun niemandem etwas, sondern freuen sich über den Besuch. Die beiden Zeugen werden noch blasser als sie ohnehin schon waren.

Ich: *beruhigend* »Keine Angst, die Beiden tun Euch nichts…«

Daß ich bei diesen Worten absichtlich nicht die Zeugen, sondern meine Hunde angesehen habe, haben die Beiden leider gar nicht mitbekommen. Schade…

Stocksteif lassen sie sich also die Hände abschnüffeln, dann rufe ich Thor und Loki – absichtlich mit Betonung ihrer heidnischen Götternamen – zur Ordnung, schicke sie auf ihre Matten in der Ecke und lasse sie Platz machen. Widerwillig gehorchen sie.

Er: *noch immer nervös, aber um Höflichkeit bemüht* »Die hören aber gut.«

Ich: »Ja, auf's Wort. Zwar erst so auf das dritte oder vierte, aber immerhin.
Aber sie sind auch die Einzigen hier, die das tun…«

Mit diesen Worten scheuche ich den Kater vom Sofa und bedeute den Beiden, sich zu setzen. Das tun sie auch, allerdings sitzen sie nur wenig entspannt da, den Blick nicht von den Hunden lösend.

Thor starrt aufmerksam zurück, Loki beschäftigt sich damit, Thor intensiv das Ohr auszulecken. Die langen und feinen weißen Haare des Türkisch-Angora-Katers Yeti werden sich auf ihren dunkeln Anzügen gut machen.

Ich: »Möchten Sie vielleicht einen Tee?«

Sie: »Sehr gern.«

Er: »Das wäre sehr freundlich.«

Ich nicke und verschwinde in der Küche. Sofort springen die Hunde auf und wuseln mir hinterher. Das tun sie immer, wenn ich in die K> üche gehe. Das ist aber auch nicht schlimm, so haben die Besucher Zeit, sich etwas umzusehen. Ich weiß, daß sie auf Anhieb die kindgroßen Gargoyle-Statuen, die Feuerschale und den Dolch auf dem Tisch, meine Kelche in der Vitrine und vor allem das 30 cm große Eisenpentagramm im Fenster bemerken und sich ihre Gedanken machen.

Drei Minuten später kehre ich mit den dampfenden Teetassen auf dem Tablett, den Hunden im Schlepptau und meinem zurechtgelegten Konzept zurück. Ich schicke die Hunde wieder auf ihre Matten und stelle den Zeugen ihre Tassen hin. Sie bedanken sich artig. Ich setze mich auf das andere Sofa.

Sie: »Glauben Sie an Gott?«

Ich: *deute lachend in die Runde* »Sieht das hier etwa so aus, als ob ich das täte?«

Sie: *zeigt auf das Pentagramm* »Ähm… nunja, ich dachte mir so etwas schon, wenn Sie hier ein Teufelszeichen aufhängen.«

Ich: *pruste fast meinen Tee über den Tisch* »Teufelszeichen? Sie sollten noch mal zur Schule gehen. Wenn ein Pentagramm mit der Spitze nach unten zeigt, dann ist es ein Zeichen für das Böse, vielleicht auch für den Teufel, ebenso wie ein umgedrehtes Kreuz. Mein Pentagramm zeigt aber mit der Spitze nach oben. Somit ist es ein Zeichen des Guten, des Lebens, der Magie und des Schutzes. Und dieses Zeichen ist schon sehr viel älter als das Kreuz oder das Christentum. Es schützt mein Haus vor schlechten Einflüssen – zum Beispiel von Leuten wie Ihnen.«

Sie: *erst mal sprachlos*

Er: *hilflos* »Nur Jesus kann die Menschen beschützen. Er ist für unsere Sünden gestorben.«

Super Vorlage für mich! Ich springe sofort darauf an.

Ich: »Woher weiß Jehoshua ben Joseph denn von meinen Sünden?«

Sie: *guckt blöd* »Wer?«

Ich: »Na, Jehoshua ben Joseph von Nazareth, der später Jesus Christus genannt wurde. Sagen Sie bloß, als Zeugen Jehovas kennen sie Jesus' bürgerlichen Namen, seinen wahren Namen, nicht? Wer hat Sie denn ausgebildet?«

Beide: *gucken blöd*

Ich: *werde gerade warm* »Aber mal angenommen, es habe die christliche Mythengestalt tatsächlich gegeben, woher soll er vor knapp 2.000 Jahren gewußt haben, welche Sünden ich begehen werde? Von denen, die noch vor mir liegen, weiß ja selbst ich noch nichts.«

Er: *verlegen* »Jesus ist allwissend.«

Ich: »Aha, jetzt ist er schon ganz der Papa, wie? Ich dachte, dieses Attribut sei Gott vorbehalten?«

Sie: *will die Situation retten* »Gott ist allwissend, und durch ihn sein Sohn Jesus Christus auch.«

Ich: »Soso, der Alte quatscht also einfach meine persönlichen Daten an seinen Sohnemann weiter. Etwa auch die, die ich ihm früher bei der Beichte anvertraut habe? Er verstößt gegen seine eigene Regel, das Beichtgeheimnis?«

Beide: *Mund steht offen*

Ich: *schnell * »Allwissenheit für die Zukunft wurde aber nachweislich schon von namhaften Physikern ad absurdum geführt. Nehmen Sie nur mal Schrödingers mathematisch beweisbare Theorie von den Varianzen des Zeitstrahls, welche, bedingt durch die Chaostheorie, zu einer unendlichen Vielfalt möglicher Zukünfte führen und das Kontinuum in endlose unterschiedliche Varianten aufspalten. Das macht jede exakte Zukunftsvorhersage absolut unmöglich, da sich nicht berechnen läßt, welche der unendlichen möglichen Parallelen des Multiversums der Zeitstrahl kreuzen wird.«

Beide: *schauen drein, als hätten sie kaum ein Wort verstanden*

Ich: *sie sehr ernst anschauend* »Auch als Magier kann ich nicht exakt in die Zukunft schauen, sondern allenfalls Tendenzen und Wahrscheinlichkeiten bei der Divination erkennen, und ich bin schon der mächtigste Magier hier in der Gegend – wenn ich es nicht wäre, wüßte ich das bereits.«

Beide: *gucken nun erst recht blöd*

Ich: »Tja, so was lernt man nicht bei Ihrem Kegelverein, oder?«

Sie: »Den 'Kegelverein' verbitten wir uns! Wir sind…«

Ich: *unterbreche sie* »Wieso, Sie schmei> ßen doch wahllos die Kugeln ihrer Propaganda ins Volk und schauen dann, ob nicht ein paar Leute umfallen. Für mich ist das Kegeln.«

Sie: *scheint sauer zu sein* »Ich sehe schon, hier können wir nichts mehr retten.«

Ich: *nickend* »Gut erkannt. Ich will auch gar nicht 'gerettet' werden.«

Beide stehen auf.

Sie: »Danke für den Tee.«

Er: *nickt*

Ich: »Gern geschehen. Es macht immer wieder Spaß, Leute über die wahre Natur des Universums aufzuklären.«

Ich begleite sie zur Tür. Die Hunde tapsen artig hinterher.

Er: *scheint nun auch sauer zu sein* »Jesus wird Sie nicht retten, sondern Ihre Seele verdammen.«

Sie: *nickt beifällig*

Ich: »Oh, Sie wollen MIR drohen? Nun gut, dann muß ich mich wehren.« *Tiefe Stimme und ausladende Gestik* »Ich verfluche Sie beide! Für den Rest des Tages sollen Sie schrecklichen Durchfall erleiden!«

Beide: *machen kopfschüttelnd, daß sie wegkommen* »So ein Unsinn..«

Ich schließe die Tür und lache erstmal lauthals los. Meine Hunde gucken mich treudoof und verständnislos an.

Ich glaube nicht, daß die beiden 'verfluchten' Zeugen jemals wiederkommen werden.

Obwohl, ich hätte zu gern ihre Gesichter gesehen, wenn die überaus großzügig bemessene Portion Abführmittel in ihrem Tee zu wirken beginnt..

undicht

Es bleibt einem auch nichts erspart. Es hat allen Anschein, daß das Dach schon wieder undicht ist. An exakt der gleichen Stelle, an der das Wasser schon durchkam als ich Anfang des Jahres hier eingezogen bin. Das sollte an sich repariert sein, laut Dachdecker.

Es ist nicht so, als würde es richtig durchtropfen. Die Tapete wird leicht feucht und das Wasser was durch das Dämmaterial sickert nimmt wohl auch ein wenig Farbe an, so daß sich eklig gelbe und feutchte Flecken auf der Tapete bilden. Sieht schon komisch aus, so schräg über dem Bett. Aber lassen wir das…

Aber mal von den Flecken soll das nicht mein Problem sein. Hat auch seine Vorzüge in einer Mietwohnung zu leben. Morgen mal die Hausverwaltung in Kenntnis setzen und der Dinge harren die da kommen mögen. Wäre natürlich toll, wenn der Hausverwalter eine E-Mailadresse angegeben hätte, dann hätte ich das gleich machen können und dirkte noch ein Photo dran gehängt.

Noch ein Wort zur musikalischen Untermalung des Eintrag:

Kann nur empfehlen mal die Ohren zu öffnen.

Montagsdöner

Wie viele ungelesen Einträge braucht’s bei einem Feedreader in einer Gruppe bis man sie blind als »gelesen« markiert. Und mit welcher Gewichtung geht die Thematik der Gruppe in den Schwellenwert ein. Und was ist, wenn die Gruppe nicht themengebunden ist.

Ich habe jetzt erstmal alle »Du kotzt mich ja so sauderbe an, das gibt’s kein zweites Mal«-Blogs in einer Gruppe zusammengefaßt. Der Schwellenwert war recht niedrig und ist nach dem recht trivialen »nee, Heut nich«-Algorithmus zu berechnen.

Ich weiß, Heute ist Dienstag.

Kommentarfunktion ajaxifiziert

Ich muß gestehen, daß ich Typo äußerst schick finde, ich aber keine Lust habe mein Weblogsystem zu wechseln. Also habe ich einen Blick auf prototype.js geworfen, um die Ajaxifizierung der Seite voranzutreiben.

Erster Einsatzort des Skript ist die Kommentarfunktion. Das Hinzufügen von Kommentaren erfolgt nicht mehr über das Versenden des Formular per HTTP POST, sondern mit Hilfe des Ajax Objekts des prototype Skripts, also letztendlich mit dem XMLHttpRequest Objekt. Auf der einen Seite ist das zwar recht fluffig, aber die Anforderungen an den Browser liegen natürlich auch etwas höher. Grundvorrausetzung ist natürlich Javascript damit das XMLHttpRequest Objekt angesprochen werden kann. Im Internet Explorer < 7 setzt aktivertes Active X vorraus, da beim IE der Request als ActiveX Objekt implementiert ist. Nutzer älterer Opera Versionen schauen komplett in die Röhre, da das Object erst ab Version 8 unterstützt wird.

Aber die meisten Blogger nutzen ja ohnehin Firefox & Co.