Compagnon Element Backpack

Seit einem guten Jahr ist der Compagnon Element Backpack mein neuer, ständiger Begleiter nachdem ein Reisverschluss am Wandrd Prvke das zeitliche gesegnet hat und meine Reparaturmaßnahmen zwischen erfolglos und optisch unansprechend angesiedelt werden könnten.

Ich habe vor einem Jahr die 30l Version gekauft. Heute gibt es eine 20l Version, die hätte mir evtl. auch gereicht.

Der Element mit 30l Fassungsvermögen ist deutlich voluminöser als der Prvke 21. Ich denke, im Alltag ist ein Rucksack mit 30l Fassungsvermögen schon etwas üppig.

Ich benutze den Rucksack wenn immer ich das Haus verlasse. Sei es zum Pendeln ins mit Notebook Büro oder zum Spazieren oder Wandern, wenn ich eine Kamera mitnehme. Für ein 13 Zoll Notebook würde auch ein kleinerer Rucksack passen und für die Z7 mit ein bis zwei Objektiven auch.

Compagnon Element 1
Nikon Z 7 · NIKKOR Z 50mm f/1.8 S · f/1.8 · 50mm · 1/1250s · ISO 64

Im Prvke war die Kamera in einem sog. Camera Cube verstaut, einer separaten, herausnehmbaren Tasche, die im Rucksack verstaut wurde. Habe den Cube nie rausgenommen und hätte meinetwegen auch nicht sein müssen. Daher stört es mich nicht weiter, dass dieses Feature dem Element ab geht.

Der Element hat zwei Zugänge zum Inneren, zusätzlich oben ein Roll-Top, was vollständig vom Rest des Innenraums abgetrennt ist und noch ein paar andere Taschen:

  • Der Rucksack wird am Rücken geöffnet und gibt Zugriff auf den kompletten Stauraum. Das Tragegurte sind am Rückteil befestigt und zusätzlich mit einem Karabiner an der Tasche. Man muss also die Karabiner der beiden Gurte lösen, wenn das Rückteil geöffnet wird.
  • An der rechten Seite ist eine Klappe, die einen Zugang von der Seite ermöglicht. Hier kann man ggf. eine Kamera unterbringen um schnell dranzukommen kommen, ohne den Rücksack abzusetzen und komplett öffnen zu müssen. Ein Kamerafach sozusagen. Wie praktisch das ist, sehen wir später.
  • Wie bei den meisten Rucksäcken gibt haufenweise Trenner um das Innere des Stauraums für die individuellen Ansprüche zu konfigurieren.
  • An der Vorderseite gibt es zwei dünne Fächer. Das hintere ist total dünn und mit einem Deckel und Klettverschluss gesichert. Ideal für Karten wenn man denn welche dabei hat oder benötigt. Das größere wird mit einem Reißverschluss geöffnet und bietet Platz für Krimskrams wie Kabel, Stifte Notizbuch etc. Ich habe dort eine Kamerastrippe und Handschlaufe neben einer Powerbank und diversen Kleinzeugs untergebracht. Es gibt ein paar Netze und so könnte hier neben einem Notizbuch auch ein Smartphone untergebracht werden.
  • An der linken Seite befindet sich eine dehnbare Tasche, die bspw. eine Flasche aufnehmen kann und auf der anderen Seite das gleiche in viel kleiner und nur unterhalb des "Kamerafachs". Ich habe dort idR. ein kleines Fläschchen mit Handdesinfektionsmittel (Seit Beginn der Pandemie immer dabei) und ggf. eine Einkaufstasche aus Jute.
  • Das Roll-Top ist ziemlich geräumig und wird mit drei Klettveschlüssen verschlossen und wenn es zusammengerollt ist, wird das Ganze noch mit einem Riemen fixiert. Der hat so einen lustigen magnetischen Verschluss, der auch ganz gut funktioniert. Das mit den Klettverschlüssen ist allerdings eher ein Krampf. Es ist ein großer in der Mitte und zwei kurze an den Seiten. In der Theorie soll man damit die große Öffnung rechts und links etwas einklappen können bevor man den Spass zusammenrollt.
  • Dann gibt es an der linken Seite noch ein Reißverschluss, der von oben bis unten führt und eine dünne Tasche verbirgt.
  • Das Fach für ein Notebook befindet sich im gepolsterten Rückteil. Ein 15 Zoll MBP passt locker rein.
  • Unter dem Rucksack ist ein Fach für die mitgelieferte Regenhaube. Habe ich ein Mal ausprobiert und scheint ihren Zweck zu erfüllen.
  • Ab abnehmbaren Hüftgurt gibt es an der rechten Seite auch noch eine umgepolsterte Tasche, die mit einem Reißverschluss verschlossen wird.

Das Positive zuerst.

Das Hauptfach kann (fast) nur über den Rück geöffnet werden. IMHO einer der wichtigsten Punkte bei einem Fotorucksack. Aus zwei Gründen:

  1. Wenn ich den Rucksack auf den Boden lege um ihn zu öffnen, bleibt der Teil, der hinterher wieder mit meinen Klamotten in Berührung kommt sauber.
  2. Optimaler Schutz gegen Langfinger. Wenn ich den Rucksack auf dem Rücken trage, ist es in einer Menschenmenge sehr schwierig das Rückteil zu öffnen ohne meine Aufmerksamkeit zu erlangen. Egal wie tief ich in Gedanken versunken bin, das würde ich zwangsweise mitgekommen. Die Ösen vom Reißverschluss des seitlichen "Kamerafachs" verriegele ich in solchen Situationen immer mit einem kleinen Schloß.

Das Trägersystem ist für einen Fotorucksack wirklich gut und ist ähnlich bequem wie beim Prvke. Ebenso ist der Rücken gut gepolstert und durch ein paar Rinnen oder sowas recht luftig.

Ich mag die Form und das Aussehen vom Rucksack. Mit einer der Gründe warum ich so auf das Model angesprungen bin. Sieht halt nicht aus wie ein Trekkingrucksack und schreit auch nicht gleich: "Ich bin ein Fotorucksack".

Toll-Tops über dem eigentlichen Stauraum finde ich prinzipiell praktisch, da aus einem kleineren Rücksack ein größerer werden kann. Nicht viel größer aber es reicht für Handtuch, dünne Jacke oder Pullover und so Sachen.

Hinter dem Notebookfach ist eine Isoliermatte im Rückteil versteckt. Die ist zum Sitzen auf kühlen Flächen sehr gut geeignet oder wenn man bei einer Makroaufnahme längere Zeit auf dem Boden kniet. Kein Witz! Hier hat der Hersteller wirklich mitgedacht.

Die Hüftgurte können abgenommen werden. Meist ist der Rucksack nicht so schwer gepackt und dann sind die einfach nur überflüssig und stören.

Compagnon Element Tolltop Magnet Verschluss
Nikon Z 7 · NIKKOR Z 50mm f/1.8 S · f/1.8 · 50mm · 1/400s · ISO 64

Aber es gibt auch Dinge, die mir nicht so in Kram passen.

Die Größe. Wie beim Lesen vielleicht schon aufgefallen ist, die 30l Version ist mir etwas zu groß für den Alltag. So viel schleppe ich idR. nicht mit mir herum. Für einen Wochenendtrip mag das vielleicht OK sein. Aber für den Alltag zu groß. Und wenn ich mal ein paar Tage unterwegs bin und kein Notebook mit mir herumschleppe, bevorzuge ich den guten, alten f-Stop Loka.

Es fehlt ein Metallrahmen, der dem Rucksack etwas Stabilität verleihen würde. Mir ist schon klar, dass das kaum möglich ist, wenn sich das ganze Rückteil öffnen lässt. Aber das kann man auch anders lösen. Die Rucksäcke der f-Stop Mountain Serie lassen sich auch am Rücken öffnen haben aber trotzdem einen Alu Rahmen.

Ohne Rahmen verzieht sich der Rucksack unter seinem Gewicht, besonders wenn noch was drin ist und das Öffnen und vor allem das Schließen des "Kamerafachs" gestaltet sich nicht so einfach wie man sich es wünschen würde. Ich hatte allerdings noch nie einen Rucksack bei dem so ein seitlicher Zugang einfach so schnipp-schnapp funktioniert hätte. Wenn ich mir nochmal einen Rucksack zulege, ist das wohl das erste Feature, auf das ich verzichten könnte.

Mit der Zeit schmiegt sich der Rucksack dem Rücken an. Ich habe das Gefühl, dass ich sobald ich den Rucksack trage etwas gebeugt gehe, weil die Form des Rucksacks das einfach unterstützt.

Man kann in die vordere Tasche mit den Klettverschlüssen nicht sonderlich gut reingreifen ohne sich an Handgelenkt und Handrücken am Verschluss zu kratzen. OK, das bringt keine tödlichen Verletzungen mit sich. Aber Spaß macht es trotzdem nicht.

Compagnon Element 2
Nikon Z 7 · NIKKOR Z 50mm f/1.8 S · f/1.8 · 50mm · 1/320s · ISO 64

Fazit

Trotz des gesalzenen Preises, bin ich mit dem Rucksack ganz glücklich. Ja, der Metallrahmen fehlt, aber ich will damit ja auch keinen mehrtätigen Gewaltmarsch hinlegen. Und ich bin mir fast sicher, dass mir negativ aufstoßen würde, dass das 20l Modell vielleicht in der einen oder anderen seltenen Situation zu klein sein könnte.

Vielleicht war schwarz nicht die beste Wahl, aber "desert brown" ist nun auch nicht meine Farbe. Ein helles Laubgrün hatte mit gefallen. An dem schwarzen Material sieht man wirklich alles. Im Prinzip könnte ich jedesmal, nachdem ich unterwegs war, mit einem nassen Lappen ran um den zu reinigen.