Was bisher geschah…

Ende Juni habe ich angefangen mich ketogen zu ernähren.

Die ersten Wochen habe ich genutzt um herauszufinden, ob das für mich überhaupt eine Option ist, welche Nahrungsmittel ich vermissen werde und wie ich sie ggf. ersetzen kann. Das klappte ganz gut. Man muss ein wenig Willenskraft aufbringen um sich auch daran zu halten und nicht der Bequemlichkeit halber wieder so einzukaufen wie man es gewohnt ist. Selbst wenn ich Essen gegangen bin, habe ich in den meisten Fällen eine Alternative zu den totalen Kohlenhydratbomben gefunden.

Viel spannender als die Ernährungsweise an sich ist die Veränderung meines Bewusstseins für Nahrung. Nach und nach wenn man sich damit „abgefunden“ hat, dass einige Nahrungsmittel einfach nicht gehen und man zwangsweise auf andere ausweicht, adaptiert man eben diese als normal.

Ich habe mich nie groß um Gemüse und Salat geschert. Ich habe kein Problem damit, aber es ist nie meine erste Wahl gewesen. Heute fallen mir bei dem Gedanken an Currywurst, Pommes und Soße sämtliche Sünden ein. Allein die Vorstellung macht mich krank. Wohingegen ein guter Salat oder eine Pfanne mit grünem Gemüse das Beste überhaupt ist.

Es ist unglaublich spannend, wie ich mich innerhalb von zwei Monaten so konditionieren konnte. Der jüngste Besuch in Belgien ist ein fantastisches Beispiel. Da Fritten und Frittiertes in so gut wie jeder Gastronomie da A und O sind, hatte ich manchmal das Gefühl, dass ich Glück hatte, nix frittiertes zum Frühstück zu bekommen. Ich war sehr froh, das Le Pain Quotidien in Brügge entdeckt zu haben, um zumindest den Fritten zu entkommen.

ketogene Zukunft

Eine dauerhafte streng ketogene Ernährung halte ich für mich als nicht machbar. Auch wenn ich mir der Vorteile bewußt bin, bin ich ein Genussmensch und eine dauerhafte Ernährungsumstellung muss ich damit in Einklang bringen. Es gibt eine ganze Reihe von Nahrungsmittel, die aufgrund ihres höhen Anteil an Kohlehydraten nicht mehr zu mir nehme und auch nicht vermisse und andere, die ich aufgrund eines geringen Anteils für mich entdeckt habe. Aber ich lasse es mir nicht entgehen an heißen Tagen mal ein Eis zu essen oder die Gelegenheit zu nutzen hausgemachte Nudeln mit einer exzellenten Soße zu essen. Allerdings kann ich gut auf Teigwaren, Pizza, Kartoffeln, Süßigkeiten und Co. verzichten. Manche Obstsorten möchte ich allerdings nicht missen auch wenn diese einen nicht zu unterschätzenden Anteil an Kohlenhydraten haben.

Fazit: Nimmt man so ab?

Würde ich mich fortwährend in Ketose befinden, wäre der Gewichtsverlust vermutlich geringfügig größer. Noch größer wäre es allerdings, wenn ich ernsthaft Sport betreiben würde. Ich vermute, dass ein Mangel an Bewegung kaum durch eine Ernährungsumstellung zu kompensieren ist. 

Kurzum ist es schon ein befriedigendes Resultat nicht an Gewicht zu gewinnen und sich bewußter und gesünder zu ernähren. Obwohl ich weder eine Waage noch eine Zielsetzung beim Gewichtsverlust habe und das Ganze nicht als Wettbewerb betrachte, scheinen die letzten beiden Monate zu einer dauerhaft bessere Ernährung geführt zu haben. Und das ist mehr als ich vorher hatte!