Tie Guan Yin (chinesischer Oolong)

Kann das sein?! Wo ist denn dieser Tee mein Leben lang gewesen? Dass ich den Tee erst jetzt kennenlerne fühlt sich an, als ob mir im Leben bisher etwas Großes vorenthalten worden wäre.
Genau genommen handelt es sich um einen Anxi (Fujian) Tie Guan Yin Pure mit einer Oxidation zwischen 19 und 23% angebaut in 600 m Höhe.

Ich denke, ich habe mich zu lange ausschließlich mit japanischen grünen Tees beschäftigt, wobei mir in dieser Zeit eine ganze Reihe anderer Arten entgangen sind. Auch wenn ich Matcha, Gyokuro & Co sehr mag, sollten das sicherlich nur Zwischenstationen auf meiner Teereise sein.

Dieser mittel bis halbfermentierte Oolong schmeckt so anders und erfrischend, dass ich zZ. kaum etwas anderes trinken möchte. Das ist immer so, wenn ich von einem neuen Geschmack fasziniert bin.

Beim Aufguss hat man die Qual der Wahl: sparsam, westlich oder wie im Gong Fu Cha vorgesehen. Ich habe mich für letztere Methode der Zubereitung entschieden. Ca. 6 g auf 100 ml mit 20 s bei ca. 95+ °C heißen Wasser. Zur Zubereitung benutze ich einen kleinen Gaiwan aus Glas, was recht gut Hitze ableitet und demzufolge auch ziemlich heiß wird. Für Grünen Tee bei 70 °C heißem Wasser ist das noch ganz OK. Bei beinahe brühendem Wasser muss ich mich dann schon etwas beeilen. Für Außenstehende ein spannendes Schauspiel.