dreikommasiebenfünf Stunden

Da ich meinem privaten Umfeld mit meinem Genörgel über KVB und Bahn so langsam auf den Zeiger gehe, werde ich meine Anti-Bahn Einträge in Zukunft ins 2tblog posten und mich auch ansonsten in Indifferenz zu dem Thema suhlen.

Aber einen hab’ ich noch…

Ich wollte Heute ausnahmsweise schon mal gegen kurz nach acht wieder in Bochum sein. jaja, die Buhh Rufe wurden laut. Wie? Jetzt schon um sechs nach Hause… Aber gelegentlich möchte ich mir dann doch mal einreden ich hätte Privatleben mit zwischenmenschlichem Gedöhns und so.

Privatleben wird überschätzt.

Mal ehrlich, ist auch ‘ne ziemlich waghalsige Idee sowas zu planen, denn welche Register der Kölner Verkehrs-Schnickschnack und die Bahn ziehen, um solch ein Vorhaben zu vereiteln ist schon nahezu bewundernswert.

Kurz nachdem meine Strassenbahn in den Untergrund gefahren ist, Stillstand. Nun ja in den ersten Minuten denkt man sich nicht viel dabei, denn das, was die Kölner ÖPNV nennen ist nunmal so gestrickt. Aber nach knapp zehn Minuten wird man dann doch etwas unruhig, dreht die Lautstärke leiser, um eine eventuelle Durchsage nicht zu verpennen. Die kommt dann auch prompt. Ein Unfall. Sonstwo. Hab ich noch nie gehört. Die Weiterfahrt wird auf jeden Fall für unbestimmte Zeit ausgesetzt. Fahrgastübergreifendes Seufzen. Mitten im U-Bahntunnel.
Aber halb so schlimm, denn schon nach wenigen Minuten geht es weiter, aber nur bis zur nächsten Haltestelle, Poststraße oder -platz. Wie auch immer.

Auf die Frage, wie ich denn nun zum Bahnhof kommen würde, sagte das lustige KVB-Männchen am Steuer der Bahn, dass er das auch nicht wüsste, denn er käme ja schliesslich aus Bonn und grinste dabei so blöd, wie nur ein Rheinländer grinsen kann.

Für einen Augenblick habe die Anwesenheit der zahlreichen Zeugen sehr bedauert.

Da steht man nun einsam und allein, ausgesetzt in einer fremden Stadt, fernab von Orientierungspunkten, die man erkennen könnte. Aber egal. Den Zauberspeicher Orientierungssinn (Stadt) +4 angeswitched und aufgebrochen.
Nach einem Fussmarsch von knapp 20 Minuten und nur einer Kanne Früh habe ich dann den Bahnhof gefunden.

Nun hieß es nur noch eine halbe Stunde über den verpassten Zug schmollen und sich in den nächsten setzen. Pahh! Zu einfach! Allerdings ist die Bahn verhältnismässig einfallslos, wenn es um Entschuldigungen für Verspätungen von einer halben Stunde geht. Ein Baustelle. Wie profan. Aber viertel vor zehn in Bochum ankommen ist doch auch noch OK.

2 Gedanken zu “dreikommasiebenfünf Stunden

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