Blogfrust

Im letzten Sommer wurde wenigstens noch über die herrschende Hitze gebloggt, aber das Klima in diesem Jahr scheint viel gravierendere Auswirkungen zu haben. Ich habe selten eine Zeit mit so vielen Pausen, Unrelgemäßigkeiten und Lustlosigkeit bei anderen Bloggern und auch bei mir erlebt.

Die durch den Mangel an Sonnenschein erzeugte depressive Grundstimmung und die Probleme, mit denen das Universum ansonsten noch aufwarten kann lassen schnell die Lust am Bloggen vergehen, es erscheint im Vergleich zu allem anderen einfach zu sinnfrei.
Meine Sinnkriese von Anfang letzen Monat scheint alles andere als überstanden.

3 Gedanken zu “Blogfrust

  1. Und wenn schon sinnfrei, dann irgendwie produktiv. Ist zwar ein Widerspruch, aber ich weiß nicht, wie ich es anders ausdrücken soll.
    Bei mir äußert es sich darin, dass ich mir im Moment mehr Gedanken um die Ausgestaltung meiner Wohnung mache oder mir überlege, wie ich meine Schallplatten- und Tradingcard-Sammlung endlich mal ordnen soll.
    Mein Blog hingegen halte ich zur Zeit geradeso am Leben. In der Hoffnung, dass es mich irgendwann wieder interessiert und die Arbeit daran nicht umsonst gewesen ist.
    Und das mit den Dingen, die in der Welt so passieren, ist zu unerquicklich. Jedesmal wenn ich versuche darüber zu schreiben könnte ich in den Monitor kotzen, angesichts der ganzen Geisteskranken denen wir ausgeliefert sind und die mit Feuerzeug und Benzinkanister rumspielen …

  2. Das schlimmste dabei ist eigentlich, dass meine Stimmung so am Ende ist, dass ich mich nichtmals durch gute Musik wieder hochziehen kann. Das klappte bisher eigentlich immer. Wenn es denn mal eine oder zwei Stunden gibt, dann ist es meist so früh, dass ich die wenigen Strahlen auchnoch verpasse. Ich hab manchmal das Gefühl, dass die Sonne immer dann verschwindet, wenn ich meinen Hintern aus dem Bett bewege. Lust zu arbeiten oder etwas produktives zu tun ist im Moment auch nicht wirklich da, also fällt es auch schwer die »Schlechtwetterzeit« sinnvoll zu nutzen…

  3. Ja. Kann ich mich nur einreihen bei. Das Wort »Blogsinnkrise« hab ich übrigens von Dir, fällt mir da gerade ein.
    Es ist noch nicht mal das Wetter. Es ist alles so – belanglos, bedeutungslos, ein paar Tasten, vielleicht mit heißem Herzen getippt aber nichts, was man nicht schon kennt, gesehen hat, gehört hat.

    Wie lang hab ich mein Layout nicht getauscht? Mir kommt es vor wie hundert Jahre. Und ich bin komplett interesselos, wenn ich nur daran denke. Gestern ein kleiner Motivationsversuch, gänzlich uninspiriert. Dabei hat mir das immer wieder den Kick für die contentarmen Zeiten gegeben.

    Themen wiederholen sich, Streitereien wiederholen sich. ICH wiederhole mich. Die Kommerzialisierung von Weblogs hängt mir aus dem Hals (und damit mein ich nicht diese popeligen adsensegoogle-Dinger) und mir hängt es aus dem Arsch, mich als Webdesignerin mit zuviel Zeit betiteln zu lassen, nur weil ich manchmal 5 Links am Tag auswerfe, die mir bei Recherchen begegnen.

    Es wird ernst – und es wird öde. Ich mache mir Gedanken darüber, ob es die Welt interessiert, wenn ich mein wlan nach 8 Monaten mit Verschlüsselung in Gang bringe, statt es einfach zu publizieren und es in mein Archiv zu legen.
    Oder ob ich den Namen der bitch veröffentliche, die mich so übelst auf meiner Küche und meiner Wohnung hat sitzen lassen. Dank Google wird das auch jeder beim nächsten Namespotting lesen können. Und mich wahrscheinlich anzeigen.

    Dann wird es Zeit, das Weblog dicht zu machen. Wenn man merkt, man mutiert zur eigenen Startseite. Als erfahrene Webloggerin hänge ich erst mal ein Pausenschild rein. Denn man hat ja bekanntlich auch schon vor der Apotheke Pferde kotzen sehen. Oder den Sommer kommen. Oder alles gut werden. Oder eben nicht.
    Ich hoffe, es ist ein Sommerblues. Und wenn nicht, warten andere Zeitdiebe schon drauf, dass man mit ihnen rumhängt.

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